Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

Donnerstag, 25. Februar 2010

Gesellschaft:

Gesamtheit der sozialen Beziehungen der Menschen, ihrer Wechselbeziehungen und der aus ihnen hervorgegangenen Organisation des gesellschaftlichen Lebens. Dieses System von sozialen Beziehungen ist mannigfach gegliedert und entwickelt und verändert sich nach spezifischen objektiven Gesetzen durch die praktische Tätigkeit der Menschen in der materiellen Produktion, im Klassenkampf und beim Aufbau einer sozialistischen/kommunistischen Gesellschaftsordnung. Die grundlegenden Beziehungen innerhalb der Gesellschaft sind die Produktionsverhältnisse, die materiellen Charakter haben; sie bilden die ökonomische Basis der Gesellschaft, über der sich der Überbau erhebt (Basisund Überbau). Die Gesellschaft existiert jeweils auf einer bestimmten historischen Entwicklungsstufe; diese findet ihre theoretische Widerspiegelung durch den Begriff der ökonomischen Gesellschaftsformation. Die Gesellschaft entstand mit der Herauslösung des Menschen aus dem Tierreich auf der Grundlage der Arbeit. Die gesetzmäßige Entwicklung der Gesellschaft vollzieht sich in allen antagonistischen Gesellschaftsformation spontan. Hier beherrscht nicht der Mensch die Gesetze seines gesellschaftlichen Tuns, sondern die Gesetze beherrschen die Menschen. Erst mit der sozialistischen Umgestaltung der Gesellschaft sind durch die Beseitigung des Privateigentums an den Produktionsmitteln und der darauf beruhenden Ausbeutungs- und Kassenverhältnisse sowie durch den erreichten Entwicklungsstand der Produktivkräfte und die wissenschaftliche Einsicht in die Gesetzmäßigkeiten der Gesellschaft durch die wissenschaftliche Weltanschauung der Arbeiterklasse die Bedingungen dafür gegeben, dass die Menschen die objektiven Gesetze bewusst nutzen, die gesellschaftliche Entwickelung planmäßig lenken und ihre sozialen Beziehungen bewusst gestalten. (Engels MEW, 19, S.226)
Die bürgerliche Philosophie und Soziologie gehen bei der Betrachtung der Gesellschaft nicht von deren materiellen Voraussetzungen aus, sondern nehmen zu ihrer Erklärung psychologische Tatbestände (Gemeinschaftsgefühl der Menschen), historisch-politische Konstellationen (Staatengebilde, Nation), juristische Argumente (wirtschaftlicher oder vertraglicher Zusammenschluss von Menschen) oder geistige und moralische Erscheinungen (Gesellschaft als geistig-sittliche Einheit von Menschen) zu Hilfe. Ein solches herangehen bürgerlicher Ideologen dient auch dazu, die realen gesellschaftlichen Verhältnisse zu verschleiern.
Angelehnt an: Kleines politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin 1986, Seite 304/305

Dienstag, 23. Februar 2010

Zeit der Interpretation, es wird relativiert!

Zeit der Interpretation, es wird relativiert!
Nochmal zur erfolgreichen Blockade in Dresden. Das Thema fand sich in den verschiedensten Medien, unter den verschiedensten Blickwinkeln wieder. In diesem Zusammenhang ist gelegentlich auch zu beobachten, dass dieses Ereignis und seine Ergebnisse aus und in die verschiedensten Richtungen interpretiert wird. Die gleich geschalteten Medien legten das Hauptaugenmerk auf die Menschenkette und versuchten die Blockade weitestgehend unter den Tisch fallen zu lassen, wenn das nicht gelang, wurde kräftig relativiert. Und letztlich wäre es auch nicht verwunderlich, wenn die eigentlichen Gegner der Blockade, sie in ihrem Interesse um zu deuten versuchen. Wichtig scheint in diesem Zusammenhang für die staatlichen Organe nur zu sein, deutlich zu machen, dass man immer Herr der Lage war und die Initiative in der Hand hatte. Schwäche wurde nicht gezeigt und Stärke demonstriert, man hätte, wenn man nur wollte, aber hätte man, und wollte man wirklich nicht? Nun kann alles Mögliche vermutet werden und nach Strategien gesucht werden, welche hinter dem Vorgehen steckten und nach Zielen die verfolgt wurden. Dabei scheint die Antwort auf der Hand zu liegen, die Vielzahl Demonstranten hatte eine Situation entstehen lassen, welcher man auf alt bekannter Weise nicht Herr werden konnte, ohne das Gesicht gänzlich zu verlieren. Diesen Beitrag hatte ich an anderer Stelle schon einmal verlinkt und in einem Kommentar geht es dort um dieses Problem. So wird festgestellt, dass die Polizei zurückhaltend war, wo sie doch an anderer Stelle konsequent gegen Antifaschisten vorgeht und den Faschisten sogar den Weg frei prügelt, wenn es nicht anders geht. Es wird nach taktischen Gründen gefragt, aber nicht nach den Konsequenzen, welche ein rigoroses Vorgehen der Polizei gehabt hätte, ja, war ein solches unter den gegebenen Umständen überhaupt möglich? Das Bündnis hat gute Arbeit geleistet, besonders auch im Vorfeld und hat sich nicht durch diverse Einschüchterungsversuche vom Vorhaben abbringen lassen. Die Gesamtheit des Wiederstandes, machte es der tonangebenden Politik und der Polizei unmöglich dieses Widerstand zu brechen, ohne sich klar zu den Faschisten zu bekennen und das eigene Gesicht zu verlieren. Zum besagten Kommentar habe ich folgenden Kommentar hinterlassen:

Sich von Illusionen trennen!

Sich von Illusionen trennen!
Eine Antwort gab es auf diesen Beitrag, welcher selbst Gedanken zu einer Antwort enthielt, welche auf Grund eines anderen Beitrages gegeben wurde. Auch ein gutes Beispiel dafür, wie der ursprüngliche Gegenstand so nach und nach verschwindet. So geht es weniger um Mensch und Natur, sondern eher um gesellschaftliche Verhältnisse, aber eben auch um Weltanschauung. Wie wird die Welt betrachte, wie weit dringt man vor, oder verweilt man nur an der Oberfläche, geht man von einem materialistischen oder idealistischen Standpunkt aus?
Sicher spielt im Kapitalismus auch der Gegensatz zwischen Arm und Reich eine Rolle, aber das hat er auch schon in anderen Gesellschaftsformnationen, welche auf Ausbeutung des Menschen durch den Menschen basierten. Und nicht nur aus diesem Grund ist der Unterschied (zwischen den Gesellschaftsformationen) entscheidend, ja, was macht den Kapitalismus zum Kapitalismus und worin unterscheidet er sich von vorhergehenden Gesellschaftssystemen?

Ein Zitat, platziert, deplatziert?

Ein Zitat, platziert, deplatziert?
Ein Maozitat wurde hier platziert und Gegenstand eines Schlagabtausch, eine Frage, eine Gegenfrage, eine Antwort, eine Erwiderung. Meine Erwiderung:
Nun Dick,
obwohl sie sich verabschiedet haben, gehe ich davon aus, dass Sie vielleicht noch mal vorbei schauen. Sie schrieben auf meine Reaktion: „genauso falsch wäre es, sich auf Hitler oder Stalin zu berufen,“ und einmal davon abgesehen, dass ich Hitler und Stalin nicht gleichsetze, war von „berufen“ in ihrem ursächlichem Kommentar nicht die Rede. Sie schrieben: „ist es relevant, was ein Massenmörder 1958 gesagt hat?“, somit ist es um die Relevanz einer Aussage gegangen, meines Erachtens etwas anderes, als sich auf eine Aussage berufen.

Keines Wegs wählerisch, nicht nur wen es um Wahlen geht!

Keines Wegs wählerisch, nicht nur wen es um Wahlen geht!
“Kalkulierte Spaltung”, ein Beitrag in der Jungen Welt, welcher sich mit den Machenschaften Westerwelles beschäftigt. Was er auch immer ist und wie er sich offenbart, er sorgt für eine Polarisieren, wie sie im allgemeinen vermieden wird. Somit bietet er eine Angriffsfläche, welche es zu Nutzen gilt.

Fragen, Antworten und deren vermeidliche Folgen.

Fragen, Antworten und deren vermeidliche Folgen.
Westerwelle stellt berechtigte Fragen, um auf die Antworten vorzubereiten, ist in diesem treffenden Kommentar zu erfahren. Nun werden aber leider oft diese Fragen kritisiert, vielleicht aus Angst vor der Antwort und die daraus folgenden Konsequenzen!? Nur warum, warum beantwortet man die gestellten Fragen nicht selbst und zwar im eigenem Interesse? Egal wie auch immer, die Antworten werden kommen und solange sich an der Kritik der Frage zerschlissen wird, werden die Antworten so kommen, wie der Fragende sie wünscht. Das es nach Westerwelle und Co. keine Alternativen geben darf, bedeutet doch noch lange nicht, dass es diese nicht gibt! Aber anscheinend hat man sich so sehr an die Sachzwangmentalität gewöhnt, dass sich nur noch über die Form aufgeregt wird, aber nicht über den Inhalt. Was macht es schon für einen Sinn Westerwelle vor zu werfen, dass er Westerwelle ist und darauf beschränkt sich leider die meiste Kritik. Wenn Westerwelle behauptet das die Deutschen hinter ihm Stünden, so ist er sicher einem Irrtum unterlegen, nur stellt er durchaus Fragen, welche für die Mehrheit von Interesse sind. Und wer kann schon gegen Fragen argumentieren, welche eine Berechtigung haben? Möglich ist natürlich vieles, nur sollten nicht die implizierten Antworten Gegenstand der Betrachtung sein und sollte nicht auch nach eigenen Antworten auf diese Fragen gesucht werden? Manches „Unheil“ ist schon über die Menschen gekommen, mangels Alternative, obwohl diese durchaus vorhanden waren/sind. Die Kritik der Frage, kann eine Antwort nicht ersetzen und grundsätzlich ist eine Frage nicht falsch, nur weil die Antwort gefürchtet wird, eher ist es erforderlich diese Frage im eigenem Interesse zu beantworten, um die eigene Antwort, der gefürchteten Antwort als Alternative gegenüberstellen!

Überfällige Diskussion

Nun habe ich mich bei der FAZ angemeldet, um einen Kommentar zu schreiben. Eigentlich wollte ich dieses schon öfter, nur schreckte ich vor der Anmeldung zurück, nicht des Vorganges wegen, sondern der Bedingungen. Immerhin können die Redakteure alles möglich aus einen Beitrag machen und so werde ich mich überraschen lassen, ob folgender Beitrag erscheint und wie er erscheint. Gegenstand sind die Aussagen und Fragen, welche Westerwelle im Zusammenhang mit seiner Sozialstaatskritik macht. Der Beitrag unter dem Titel „Westerwelle sieht Deutsche hinter sich“ wird auch an anderer Stelle diskutiert. Leider bezieht sich geäußerte Kritik oft auf die gestellten Fragen, selbst wenn manche durchaus berechtigt sind. Eigentlich sollten nicht die Fragen Gegenstand der Kritik sein, sondern die Antworten, welche mit den Fragen bezweckt werden. Positiver Nebeneffekt der ganzen Diskussion, ist die Diskussion selbst, welche letztlich der offensiven und wenig verdeckten Interessenvertretung eines Westerwelle geschuldet ist.

Dresdner Aktion war mehr …

Dresdner Aktion war mehr …
Unter dem Titel „Rechter Katzenjammer“ findet sich in der Jungen Welt ein interessanter Beitrag, welcher sich mit den Nachwehen der Dresdner Sitzblockade beschäftigt. Ja, da werden Wunden geleckt und die verschiedensten Keulen in Stellung gebracht, diese Niederlage möchte man nicht auf sich sitzen lassen. Da wird sich von neuem Eingeschossen und die Tat diskreditiert, nicht rechtsstaatlich sei sie gewesen und Gewallt hat über Vernunft gesiegt und das nur weil Gewallt verhindert wurde und der rechtsstaatliche Repressionsapparat sich nicht entfalten konnte. Die Dresdner Aktion war mehr als nur die Verhinderung des größten Faschisten-Aufmarsches Europas!
Zum Beitrag selbst habe ich folgenden Leserbrief geschrieben:

Gedanken zum „Maß aller Dinge“!

Gedanken zum „Maß aller Dinge“!
Angeregt und Basierend auf diesen Beitrag.

Sein oder nicht Sein, ist hier nicht die Frage, sondern Sein oder Bewusstsein. Wobei wir Menschen uns nicht überbewerten sollten, aber auch unser Licht nicht unter den Scheffel stellen. Das „Maß aller Dinge“, was ist das schon? Ist es nicht die Latte, welche wir Menschen anlegen, wo auch immer, nur nicht an uns selbst? Wie auch, wir sind ja das Maß und so messen wir in unserem Interesse, … eigentlich sollte es so sein. Ist es aber nicht, nicht im Kapitalismus und auch in keiner anderen Gesellschaftsformation welche auf Ausbeutung basiert. Wenn nun behauptet wird, der Mensch sei das Maß aller Dinge und daraus würden sich die gegenwärtigen Probleme der Menschheit ergeben, so liegt natürlich der Schluss nahe, wen wir den Maßstab entsprechend ändern würden, wären diese Probleme zu lösen! Wenn der Mensch nicht mehr das Maß aller Dinge ist, so die Intention, bräuchten wir natürlich einen anderes Maß, welchem wir unser Interesse unterordnen! Nur ist dem nicht so, ordnen Menschen nicht ihr Interesse, anderem Interesse unter, Interessen anderer Menschen, ja werden sie nicht gar dazu gezwungen?

Montag, 22. Februar 2010

Verlorenes Kulturgut und dessen nachträgliche Instrumentalisierung!

Verlorenes Kulturgut und dessen nachträgliche Instrumentalisierung!
Nun, es ist immer traurig wenn Kulturgut verloren geht. Und so wurden vor 40 Jahren die Reste der Paulskirche in Halberstadt gesprengt. Dieses ist der MZ einen Beitrag wert und dieser ist mit der reißerischen Überschrift: „Bürgerprotest einfach ignoriert“, in der heutigen Ausgabe, Seite 12 zu finden. Die Überschrift ist unterschrieben mit: „Halberstadt galt bis zur politischen Wende 1989 als Synonym für Verfall und Abriss von Häusern, darunter auch Kirchenbauten. Vor 40 Jahren wurde die Paulskirche abgerissen.“
Andere abgerissene Kirchen werden zwar nicht erwähnt, aber immerhin, es wurde der Teufel an die Wand gemalt. Hier in Form der unchristlichen DDR, die sich erlaubte, Ruinen, welche der zweite Weltkrieg hinterlassen hatte, eben auch mal abzureißen, wenn die Eigentümer kein Interesse an diesen mehr zeigten. Dieses war nämlich im Falle der Paulskirche so, welches im Text genauso angedeutet wird, wie die Zerstörung der Kirche im zweiten Weltkrieg.

Sonntag, 14. Februar 2010

Freidenken, in Zügen weltanschaulichen Idealismus!?

Nun gibt es in der Mailliste der Freidenker ein freigeistiges Wort zum Sonntag, das Aktuelle ist hier Gegenstand folgender Betrachtung.

Freidenken, in Zügen weltanschaulichen Idealismus!?

Der große Mangel mancher Erkenntnis besteht darin, dass sie nur von der oberflächlichen Erscheinung ausgeht und es vermeidet die eigentlichen Ursachen zu benennen. Dieses trifft besonders auch auf das besagte Problem der Umweltzerstörung zu, es wird zwar erkannt, dass der Mensch seine eigenen Lebensgrundlagen zerstört und dass dem Einhalt geboten werden muss um fort existieren zu können, aber warum er dieses tut, bleibt im Dunkeln. Auch ist es ein Irrtum, dass das Verhältnis zwischen Mensch und Natur durch dieses Problem in den Vordergrund rückt, da es immer schon im Vordergrund gestanden hat, es nur nicht als solches benannt wurde. Das Verhältnis Mensch - Natur ist ein beständig bestehendes und notwendiges Grundbedürfnis des menschlichen Seins selbst. Nur trifft für dieses Verhältnis zu, was für die Elementarbedürfnisse (Atmung, Nahrung, Schlaf, Sexualität) zutrifft, sie sind so selbstverständlich, dass man ihnen wenig Beachtung schenkt, solange sie kontinuierlich und im erforderlichem Maße befriedigt werden. Kommt aber dieser Austauschprozess ins stocken, wird gestört, droht gar zum erliegen zu kommen, so wird sich der Mensch dieses Zusammenhanges immer stärker bewusst und treibt damit auch die bürgerliche Ideologie in einen Strudel von Erklärungsnöten. Was immer Ideologie auch ist, sie hat ihren Ursprung und ihre Aufgabe zu erfüllen! So wird zwar das Dilemma, in welches sich die Menschheit dank eigener bewusster Tat manövriert, erkannt, nur die eigentlichen Ursachen bleiben im Dunkel, ja, sie werden bewusst dort belassen. Dementsprechend sind auch die Lösungsvorschläge, mit deren Hilfe dieses Dilemma beseitigt werden soll! Eine neue Verfassung soll es richten, auf juristischem Wege soll die Welt gerettet werden, dass aber selbst juristische Strukturen objektive Ursachen haben und Mittel zum Zweck sind, bleibt im Nebel allgemeiner Verklärung verborgen. Juristisch ist diesem Problem nicht beizukommen, da die gegenwärtige Justiz auf dem selben Misthaufen erblüht, welcher diese Problem hervorgebracht hat. In diesem Zusammenhang wäre es durchaus von Interesse zu klären was Recht eigentlich ist und welche Ursachen es hat? Recht ist nämlich selbst eine menschliche Schöpfung, welche der herrschenden ökonomischen Struktur der Gesellschaft entspricht und zur Durchsetzung von Interessen (menschliche) und zwar gegen andere Interessen (menschliche), dient. Und so wird Recht, genauso wenig wie im Interesse aller, auch nicht im Namen der Natur gesprochen, wie auch? Ja, wie sollte ein neues Rechtsdenken die Welt verändern und welche Ursachen hat diese ökologische Weltkrise“ überhaupt, ist sie nicht letztlich ein Bestandteil der allgemeinen Krise des Kapitalismus?

Trost für des Volkes-Seele!?

Trost für des Volkes-Seele!?
Unter dem Titel „Häme für die FDP“ findet sich ein Beitrag, welcher sich mit dem schlechten Umfrageergebnis dieser Partei beschäftigt. Nun ist geschilderter Absturz nicht gerade gering, gering hingegen ist seine Wirkung. Auf die politischen Geschicke dieses Landes haben Umfragen relativ wenig Einfluss und das schon gar nicht, wenn die nächsten Wahlen in weiter Ferne liegen. Andererseits kann man der FDP sogar dankbar sein, dass sie wie keine andere Partei an der Entzauberung des bürgerlichen Parteienparlamentarismus arbeitet.
Kommentar:
Nun stürzt sie ab, in der Wählergunst, die FDP und das nach nicht einmal 100 Tagen. Der Genugtuung voll, frohlocken die Einen, die Anderen stecken deswegen den Kopf noch lange nicht in den Sand. An der Politik der Partei wird ein solches Umfrageergebnis nicht viel ändern, sie hat ihren Kurs eingeschlagen und wird bestrebt sein ihrer Aufgabe weiter Gerecht zu werden. Dieses Umfrageergebnis ist kein Zeichen gegen die FDP, sondern ganz im Gegenteil, es ist ihr gelungen den Bedürfnissen ihrer Klientel in kürzester Zeit Nachdruck zu verleihen. Erschrocken sind eigentlich nur jene, welche sich der Illusion hingegeben haben, dass von rechts-konservativer Seite Erlösung (Lösungen für die gegenwärtigen Probleme der Gesellschaft) zu erwarten wäre.
So wird es auch noch viele Umfragen geben, bis zu den nächsten Wahlen und so hat die FDP genug Zeit ihr Unwesen weiter zu treiben. Möge sich der naive Geist auch noch so erregen und frohlocken über diesen Umfrage-Absturz, politisch ist es ohne Bedeutung! Dabei ist es eigentlich auch egal, ob 67% der Befragten diesen Absturz für gerechtfertigt halten, außer vermeidlicher Genugtuung kann dieses Ergebnis nichts bewirken.

Gesicht gewahrt, Paukenschlag mit der Triangel!

Gesicht gewahrt, Paukenschlag mit der Triangel!
Und nun ist die Welt wieder heil! Ja, das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, Hartz IV muss nachgebessert werden und das Sozialstaatsprinzip gilt es zu erhalten! Nun, zum Glück haben wir dieses Gericht, um Fehlleistungen des Parlamentarismus auszugleichen. Gloria, Gloria, welch Errungenschaft übergeordneter Politik-Gestaltung!
Heile Welt, schöne Welt, wenn es eine Institution gibt, welche politische Entscheidung korrigieren kann, und es hat ja auch lange genug gedauert! Und mal Ehrlich, ich kann nicht verstehen wie man so voller Euphorie sein kann, nur weil soziale Grausamkeiten in der Spitze etwas abgeschwächt, oder zumindest deren Abschwächung angemahnt wurde. Um dieses umzusetzen wird der Politik Zeit gegeben, immerhin sollte ja gerade so etwas nicht über den Daumen gebrochen werden. Nun ja, so ist Zeit vergangen (wie lange gibt es Hartz IV), bis das Gericht entschieden hat und nochmals wird Zeit vergehen, bis diese Entscheidung praktische Konsequenzen haben wird. Wichtig scheint der Erfolg an sich, die Tragweite spielt keine Rolle und am Hartz IV System wird sich dadurch grundlegend nichts ändern.
Das angeführte Beispiel mit dem Abschuss von entführten Flugzeugen, nun ja, könnte ja sein das ein Richter selbst drin sitzt, in so einem Flugzeug, von Hartz IV wird ein solcher eher nicht betroffen sein! So wurde das eine, berechtigterweise, im Vorfeld verhindert, dem anderen wird nur Korrektur im Nachhinein zugebilligt. So hat dieses Gericht das Gesicht des Systems gewahrt, in dem etwas Kosmetik verordnet wurde!

Der Aufschwung wird kommen, so die Spekulanten!

Der Aufschwung wird kommen, so die Spekulanten!
Nun kriselt es in der Wirtschaft, nicht nur GM will Geld vom Staat und tausende Mitarbeiter entlassen. Immerhin soll es weiter gehen und Profite müssen maximiert werden. Altbewährte Rezepte werden verschrieben, und um Kosten zu sparen, werden erst einmal Mitarbeiter entlassen, was wiederum bedeutet, dass die verbleibenden Mitarbeiter noch umfassender Ausgebeutet werden müssen, können, dürfen. Dem aber nicht genug, auch wird nach mehr Medizin (Geld) geschrien, dabei tritt der Patient selbst als Arzt auf und verlangt eine entsprechende Dosis, welche ihm mittels Apotheke (Staat), verabreicht werden soll. Die Wirtschaft frohlockt und jammert, wie es gerade passend scheint und mit Hilfe vom Staat wird dann noch kräftig sozialisiert. Ja, hier wird auch Solidarität groß geschrieben, aber nur wenn es um Unternehmensinteressen geht. Wenn das Gesundheitssystem so schon geschliffen wird, Heil und Kostenpläne für Banken und Industrie sind immer noch möglich, so das genügend Mittel zur Verfügung zu stehen. Das diese durchaus „erfolgreich“ für die Betroffenen eingesetzt werden, kann daran erkannt werden, dass die Investmentfondsbranche aufatmet! Ja, dank „harter“ Arbeit und Milliarden Steuergelder werden wieder Gewinne erwirtschaftet und die zu verwaltenden Geldmengen wachsen wieder an. Immerhin verlangen um-verteilte Mittel nach Anlage, soll sich ja vermehren das Geld! Die Finanzwirtschaft kann frohlocken, wird aber nicht umhinkommen, auf Grund sich weiter verringernder Wertschöpfung, sich der Spekulation im noch größerem Maße hinzugeben und noch mehr fiktives Kapital zu akkumulieren. Irgendwann soll aus diesem fiktiven Kapital wieder richtiges Geld werden, und platsch … wird die nächste Blase platzen! In wieweit die Staaten dann noch in der Lage sein werden, bei dieser Umwandlung helfend zur Seite zu stehen, ist fraglich, immerhin ist noch nicht einmal die letzte Mutation abgeschlossen, vom Abbau der damit verbundenen Schulden ganz zu schweigen. Dieses wäre auch nur mittels erhöhter Wertschöpfung möglich! Also, vergessen wir es!?
Das Wachstum mittels erhöhter Wertschöpfung, denn gerade die Rationalisierung in der Unternehmen verringert Wertschöpfung beständig. Dadurch sinkt zwar tendenziell auch die Profitrate, nur wem stört das schon, im Allmachtsglauben an den Markt und die Möglichkeiten fiktiver Akkumulation des Kapitals!

Begründete Absage an einen Aufruf!

Begründete Absage an einen Aufruf!
Hier geht es um den Ostermarsch, einen Aufruf und eine Reaktion. Interessantes Thema, zeigt es doch gerade auch verschiedene, links motivierte Vorgehensweisen. Eigentlich dürfte es gerade wenn es um Krieg und Frieden geht keine Tabus geben und im Besonderen geht es eben nicht nur um gegenwärtige Kriege, sondern auch um zukünftige, angedachte, geplante! Gerade auch, damit es zu diesen nicht kommt! Gegen gegenwärtige Kriege aufzustehen ist wichtig, damit diese ein Ende finden, noch wichtiger ist es aber gegen ein jegliches Waffengeklapper aufzustehen, um eine Ausweitung gegenwärtiger Kriege zu verhindern. Gegenwärtige Gefahren, gilt es zu begegnen, bevor ein Krieg draus wird und gerade auch aus diesem Grund gilt es diese anzusprechen und besonders die Kriegstreiber beim Namen zu nennen. Dem allgemeinem Geschrei, haltet dem Dieb, er hat mein Messer im Rücken, gilt es konsequent entgegen zu treten und das wird gerade auch mit dem verlinkten Beitrag getan, zu dem ich folgenden Kommentar geschrieben habe:

Nicht uninteressant und ich finde es ebenfalls wichtig auf die aktuell drohende Kriegsgefahr zu verweisen. Leider zeigt die Kriegshetze, das Scharfmachen seine Wirkung, welches leider auch bei Linken zu beobachten ist. Nur, was ist schon Links? Da können solche Aussagen dann auch nicht verwundern: „Es ist ja sehr ‘großzügig’, dass Sie gegen eine Bombardierung Israels sind - ABER, weil es für ‘die Bewohner und Nachbarn’ zu gefährlich sei. Ansonsten könne man dann Ihrer Logik folgend den Staat Israel ruhig beseitigen… „ Nun, was ist schon „der Staat“, wen nicht ein Organ zur Interessenvertretung? Und vor allem, was ist ein Staat, ohne Bewohner und Nachbarn, wenn nicht Gegenstandslos? Aber was kann man von einer Linken erwarten, für welche Weltanschauung oft ein Tabu ist und Ideologie ein Schimpfwort?
Gruß

Ja, wir haben Krieg!

Ja, wir haben Krieg!
“Bürgerkrieg, Afghanistan und Hartz IV”, eine Ansicht, welche nicht von der Hand zu weisen ist. Fernab kleinbürgerlicher Traumtänzerei werden Ross und Reiter benannt, sowie der Glaube an irgendeine parlamentarische Allmacht in Frage gestellt. Ja, wer Kriege führt und diese sogar ausweiten möchte, braucht ein Volk, welches dieses mit trägt. Nun sprechen sich laut Umfragen zwar die meisten Deutschen gegen den Afghanistankrieg aus, doch Konsequenzen hat das keine. Eher werden alle Register gezogen, um nicht nur die Menschen in ihrem Handeln und Denken zu lähmen, sondern auch in ihren Bekenntnissen. Und so tobt der Krieg gegen das eigene Volk schon lange und verschärft sich stetig. Hierbei handelt es sich um einen kalten Krieg, welcher in den verschiedensten Formen in Erscheinung tritt. Hartz IV ist eine davon, Repressionen werden verstärkt, Arbeitskraft wird dem Markt entrissen und versklavt. Zwangsarbeit nimmt zu, welche bei einem Mindestmaß an Existenzsicherung zu verrichten ist und Widerstand gibt es kaum. Hitler schuf den Reichsarbeitsdienst, mit Spaten bewaffnet wurden die Massen diszipliniert, in der Illusion aus der Krise hinaus zu marschieren. Aber nicht aus der Krise hinaus sind sie marschiert, sondern in den Krieg hinein. Die Kriegsherren hatten ihre Freude daran, zu sehen, wie Menschen hoffnungsschwer den verbreiteten Illusionen folgten und begannen Europa auszuplündern. Aus über 6 Millionen Arbeitslosen Deutschen, wurden über 6 Millionen Tote Deutsche und die Zerstörungen des zweiten Weltkrieges zeugten das westdeutsche Wirtschaftswunder! Es herrschte zeitweise Vollbeschäftigung und es wurde wieder begonnen, auf Kosten des eigenen und anderer Völker zu leben. In der DDR stand man auch aus Ruinen auf, aber setzte der Ausbeutung des eigenen Volkes, wie auch anderer Völker, ein Ende und die Solidarität mit anderen Völkern entgegen. Als der erste deutsche Friedensstaat Geschichte war, konnte der verbleibende seine Krallen wieder voll entfalten und zu alter Stärke und altem Einfluss zurückkehren. Nun gab es auch keine Schranken mehr, welche alte kriegerische Ambitionen an ihrem wieder erblühen hinderten. Seit dem werden wieder offen Kriege vorbereitet und geführt. Und wieder vermeint man die richtigen Verbündeten zu haben, nur das eigene Volk scheint noch nicht ganz so weit zu sein. So wird seit Jahren der Repressionapparat ausgebaut, demokratische und individuelle Rechte eingeschränkt und der Druck aufs Volk erhöht, wohl wissend, dass es gilt, den Gegendruck, welcher zwangsläufig entsteht, in die gewünschten Bahnen zu leiten. Ja, wir haben Krieg!

Faschisten Einhalt geboten!

Faschisten Einhalt geboten!
Nun ist es gelungen in Dresden den größten Aufmarsch von Faschisten in Europa zu verhindern. Unter dem Titel „Dresden nazifrei! Dank Massenblockaden!“ finden sich näheres zum Thema. Vorhergehende Einschüchterungsversuche der sächsischen Politik und Justiz waren erfolglos, ja, sie bewirkten sogar eine verstärkte Mobilisierung der verschiedensten antifaschistischen Kräfte. Widerstand ist nicht nur Notwendig und Möglich, er kann auch erfolgreich sein, wie in Dresden bewiesen wurde!

Sonntag, 7. Februar 2010

Pluralismus

Pluralismus (lat.): idealistische Weltanschauung, die – im Gegensatz zum Monismus – nicht die Einheit der Welt, sondern ihre Vielheit zur grundlegenden Bestimmung der Wirklichkeit erheben. Im weiteren Sinne ist Pluralismus eine bürgerliche politische und ideologische Konzeption, die sich gegen den Sozialismus und den Marxismus-Leninismus richtet.
Der philosophische Pluralismus leugnet die Einheit der Welt, in ihren inneren Zusammenhang und das Wirken allgemeiner Gesetzmäßigkeiten. Pluralistisch geprägte philosophische Richtungen sind z.B. der Pragmatismus, der Positivismus u. a. Der Pluralismus in seinen verschiedenen Erscheinungsformen ist den unterschiedlichen bürgerlichen, philosophischen, politischen und ökonomischen Richtung eigen. Er stellt den Versuch der imperialistischen Ideologie dar, die antagonistischen Widersprüche des staatsmonopolistischen Kapitalismus umzudeuten in das „Kräftespiel“ verschiedenartiger Interessen. Es ist Ausdruck des Unvermögens der imperialistischen Ideologen, die objektiv wirkenden Gesetzmäßigkeiten wissenschaftlich aufzudecken und zu erklären.
Im Kampf gegen den materialistischen Monismus und die marxistisch-leninistische Gesellschaftstheorie findet die bürgerliche Pluralismuskonzeption vielfältige Verwendung. Der politische Pluralismus von H. J. Laski auf die Staatstheorie angewandt – wird als theoretische Grundlage des bürgerlichen Demokratiebegriffs eingeführt. In der Ideologie von der pluralistischen Gesellschaft wird die Pluralismuskonzeption genutzt, um die gegensätzlichen Klasseninteressen in der kapitalistischen Gesellschaft zu verschleiern und im bürgerlichen Sinne zu deuten. Damit wird der Pluralismus zugleich zur Alternative gegenüber der Diktatur des Proletariats erhoben.
Einen besonders ausgeprägten Charakter besitzt der Pluralismus in der Ideologie sozialdemokratischer Parteien. Hier ist der ausdrücklich programmatisch fixierte weltanschauliche Pluralismus – so im Wertepluralismus – eng mit dem politischen Pluralismus – so in der Konzeption des „demokratischen Sozialismus“ oder der „mündigen Gesellschaft“ – verbunden. Im gegenwärtigen Revisionismus bildet die Pluralismuskonzeption in weltanschaulicher, politischer und ökonomischer Hinsicht ein konzeptionelles Zentrum der Verfälschung und Revision des Marxismus-Leninismus sowie des antikommunistischen Angriffs auf den Sozialismus. Die revisionistischen Auffassungen vom ideologischen, politischen und ökonomischen Pluralismus richten sich gegen die einheitliche Theorie des Marxismus-Leninismus, gegen die Einheit und Geschlossenheit der kommunistischen Weltbewegung, gegen die führende Rolle der Arbeiterklasse, gegen den demokratischen Zentralismus und die sozialistische Planwirtschaft.
 In den Naturwissenschaften und in den technischen Wissenschaften führt der Pluralismus, ähnlich wie der Objektivismus, zur Trennung von wissenschaftlichem Handeln und Erkennen einerseits und gesellschaftlicher Wirksamkeit und Verantwortung des Wissenschaftlers und Technikers andererseits. Damit wird wissenschaftliches Erkennen und Handeln beliebig manipulierbar im Sinne imperialistischer Politik und Strategie. Pluralismus als Trugbild „ideologischer Koexistenz“ und „Meinungsfreiheit“, mit der die Herrschaft imperialistischer Ideologie verschleiert wird, ist damit als Trennung gesellschaftlichen Verantwortungsbewusstseins auch des Wissenschaftlers und Technikers von der wissenschaftlichen Ideologie der Arbeiterklasse für den Erhalt der imperialistischen Ordnung ebenso praktisch wie als Mittel ideologischer Diversion gegen sozialistische Staaten.

 Aus: Wörterbuch Philosophie und Naturwissenschaften, zweite Auflage, Dietz Verlag Berlin 1983, Seiten 738/39.

Wirtschaftswachstum:

Kriterium der wirtschaftlichen Tätigkeit. Als Kennziffer des Wirtschaftswachstums dient zu meist der Zuwachs des … Bruttosozialprodukts. Es wird unterschieden zwischen dem absoluten Wirtschaftswachstum und dem relativen Wirtschaftswachstum. Das Wirtschaftswachstum wird von konkreten, historisch entstandenen und sich verändernden inneren und äußeren sowie natürlichen Bedingungen, von qualitativen und quantitativen Faktoren, von ökonomischen und außerökonomischen Einflüssen bestimmt. Entscheidend ist die effektive Nutzung der Wechselbeziehungen zwischen Produktivkräften, Produktionsverhältnissen und Überbau. Das Ziel des Wirtschaftswachstum ergibt sich aus dem ökonomischen Grundgesetzen der jeweiligen Produktionsweise. …
Bedingungen des Wirtschaftswachstum sind Leistungswachstum und hohe Effektivität, Proportionalität und Kontinuität. Enge Wechselbeziehungen bestehen zur Stabilität der wirtschaftlichen Entwicklung. Eine konstruktive Einstellung zum Wirtschaftswachstum ist nicht mit dem Wachstumsfetischismus oder der schonungslosen Ausbeutung der Naturressourcen zu verwechseln, wie er in den kapitalistischen Ländern anzutreffen ist. Eine konstruktive Einstellung zum Wirtschaftswachstum steht auch im Gegensatz zu den verschiedensten Theorien, die auf ein geringeres oder ein Nullwachstum hinauslaufen. Durch >>Minus-<< oder >>Nullwachstum<< kann kein ökonomisches oder soziales Problem auf Dauer gelöst werden. … Anzustreben ist ein solches Wirtschaftswachstum, welches auf eigener Leistung beruht, sich durch hohe Effektivität und sparsamsten Umgang mit den Naturressourcen auszeichnet. … In diesem Zusammenhang spielt die intensiv erweiterte Reproduktion, die Verbesserung der Aufwand-Ergebnis-Relationen in jedem Produktions- und Arbeitsprozess, sowie gesamtwirtschaftliche Planung, im Interesse der weiteren Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveau der Völker, eine entscheidende Rolle. Ein stabiles ökonomischen Wachstum ist für eine sich entwickelnde Gesellschaft unverzichtbar; denn die Bedürfnisse der Menschen, die Erfordernisse der Gesellschaft entwickeln sich weiter.

Angelehnt an Kleines Politisches Wörterbuch, sechste Auflage, Dietz Verlag, Berlin 1986, Seite 1075.

Instinkt:

in der früheren Verhaltenswissenschaft allgemein die Fähigkeit der Tiere und des Menschen (Humanethologie), bestimmte innere und äußere Reizkonstellationen aufgrund angeborener Handlungsbereitschaften und Handlungsprogrammen mit im Sinne der Systemerhaltung zweckmäßigem Verhalten zu beantworten. Derartige ererbte Verhaltensprogramme werden primär erfahrungslos und ohne Einsicht in den Zweck der Handlung vollzogen. Sie sind arttypisch und können wie anatomische und physiologische Merkmale zur Charakterisierung einer systematischen Einheit herangezogen werden. Nicht nur Bewegungsweisen, sondern auch Lagen und Stellungen bei Schlaf und Ruhe sowie mimische Äußerungen (speziell bei Säugetieren) können instinktive Verhaltenselemente sein.
Der Begriff tauchte wahrscheinlich zum ersten Mal bei den Stoikern auf, die den Antrieb als hormè (lat.:instinctus) bezeichneten. Bis zum Beginn objektiv exakter biologischer Forschung verselbstständigte sich der Begriff besonders in subjektiv-idealistischen philosophischen Richtungen, die ihn mit entelechalen und teleologischen Vorstellungen verbanden (Teleologie). Es wurde der Instinkt an sich betrachtet und in philosophische Vorstellungen eingebaut, ohne dass man seine naturwissenschaftliche Realität untersuchte. Damit war, abgesehen von einzelnen, sich auf Naturbeobachtungen stützende Darstellungen über die Instinkte, die schon heutigen Vorstellungen nahe kommende Gedanken enthielten, lange Zeit einem wissenschaftlichen Erfassen des Instinktproblems der Weg versperrt. Bis in unserer Zeit haben sich jedoch der hormischen Psychologie W. McDougalls und der Zweckpsychologie E. Tolmans entspringende subjektivistische Auffassungen erhalten (Bierens de Haan: Wir betrachten den Instinkt, aber wir erklären ihn nicht). Die objektive, auf kausaler biologischer Forschung beruhende Instinktforschung hat hingegen bewiesen, dass es einen Instinkt als solchen nicht gibt und die Komplexität tierischen und menschlichen Verhaltens eine weit differenziertere Terminologie erfordert, um zu einer kausalen Erklärung zu kommen. So gibt es zwar starre ererbte Verhaltensprogramme und innere Handlungsbereitschaften sowie auslösend wirkende spezifische Reize (Schlüsselreize), doch sind die Ursachen eines jeden Verhaltens so komplex, dass von einer generellen Disposition, wie sie der Instinktbegriff fordert, nicht gesprochen werden kann. In der modernen Verhaltenswissenschaft verzichtet man daher auf diesen Begriff weitestgehend.  

Bildung als Rettungsanker?!

Unter dem Titel „Geiz wird zum Bumerang“, findet sich in der Jungen Welt ein Beitrag zu den Folgekosten, welche entstehen, wenn nicht in Bildung investiert wird. Nun braucht man eigentlich keine großen Erhebungen zu machen um dieses zu erkennen, aber der Wind weht aus einer anderen Richtung. Auf der Suche nach Ursachen für die verschiedensten Probleme innerhalb dieses Systems, rückt in letzter Zeit die Bildung immer mehr in den Mittelpunkt. Ja, die Bildung ist schuld, so die Intention, wären die Menschen besser gebildet, so würden diese leichter Arbeit finden und die Wirtschaft schneller wachsen, genauso wie andere Probleme sich im Wohlgefallen neu errungener Weisheiten auflösen würden. Ein realistischer Blick ins nähere Umfeld ist in der Regel schon ausreichend, um festzustellen, dass dem nicht so ist. Dieses soll aber nicht heißen, dass aus diesem Grund nicht um bessere Bildung gerungen werden muss, und vor allen auch um gleichberechtigte Teilhabe an dieser.
Zum Text selbst habe ich folgenden Leserbrief geschrieben:
Bildung als Rettungsanker?!

Mehr Kindergeld, nur nicht dort ...

Mehr Kindergeld, nur nicht dort wo der Bedarf am größten ist. So wird Kindergeld mit den Bezügen aus ALG II verrechnet, und dieses trifft auch für die jüngste Kindergelderhöhung im Nachhinein und mit sofortiger Wirkung, zu! Wo es vor Jahren noch eine Übergangsregel gegeben hat, wird heute den Betroffenen gleich ins Portemonnaie gegriffen, also vermeidliche Überzahlung zurückgefordert. In einem Beitrag mit der Überschrift „Geldeintreiber des Tages: Agentur für Arbeit“ wird darüber berichtet. Erschreckender Weise treffen diese Forderungen für 2.2 Millionen Kinder zu, und das sind nur jene Bescheide, welche bis Ende letzten Jahres ergangen sind und in dieses Jahr hineinwirken, betroffen von der nicht Kindergelderhöhung sind mehr Kinder. Somit ergeben sich allein daraus für Januar Rückforderungen in Höhe von 44.000.000,-€.

Mondlandung, Jubiläum und Bedeutung!

Mondlandung, Jubiläum und Bedeutung!
Im letzten Jahr jährte sich die Mondlandung zum vierzigsten mal. Der erste Mensch auf dem Mond, worum ist es gegangen, was steckte dahinter und welche Bedeutung hatte dieses Ereignis? Hier finden sich einige interessante Gesichtspunkte zum Thema, unter Berücksichtigung der historischen Einordnung von begleitenden Ereignissen. Nun gilt es ein jedes Ereignis im Kontext der Zeit zu sehen und einzuordnen, in welches es stattgefunden hat. Dabei ist heutzutage leider oft eine idealistische, unter Umständen verklärende Herangehensweise zu beobachten, Verschwörungstheorien werden bemüht, wobei man sich oft nicht über deren verklärende Wirkung bewusst ist. Nicht so der Beitrag, ihm ist eine realistische Betrachtungsweise eigen, mit deren Hilfe die Mondlandung entsprechend in ihrer Zeit eingeordnet wird. Es hat Freude gemacht ihn zu lesen und folgenden Kommentar habe ich hinterlassen:
Nun ist der Beitrag schon etwas älter und das Jubeljahr Geschichte, was den Aussagen keinen Abbruch tut. Dabei ist der Aufhänger gut gewählt, denn wie an den Kommentaren zu sehen, scheinen wir in einer Zeit verschieden motivierter Interpretationen zu leben. Es kommt schon vor, das der Zweck die Mittel bestimmt, den eigentlichen Zusammenhängen und Ursachen wird dieses nur in den seltensten Fällen gerecht.

Hartz IV - Betrug, wie Betrogene zu Betrügern gestempelt werden sollen!

Hartz IV - Betrug, wie Betrogene zu Betrügern gestempelt werden sollen!

Zahlen lassen sich immer gut Instrumentalisieren, besonders wenn sie aus ihrem eigentlichen Zusammenhang gerissen und von ihrer Basis losgelöst betrachtet werden. Ein Beitrag in der Jungen Welt hat jüngste Zahlenspielereien solcher Art zum Gegenstand der Betrachtung. Auseinandergesetzt wird sich mit der Instrumentalisierung des Missbrauches von Hartz IV, welcher, wie aufgezeigt, nur Marginal ist. So müssen oft einige Wenige stellvertretend für viele stehen, um letztere Stigmatisieren zu können und von den eigentlichen Problemen abzulenken. Aber so ist es nun mal, wenn die eigentlich Betrogenen zu Betrügern gemacht werden sollen.

Einige Gedanken dazu:

Es wurde gedacht, der Toten, um mit ihnen Krieg und Unterdrückung zu rechtfertigen!

Es wurde gedacht, der Toten, um mit ihnen Krieg und Unterdrückung zu rechtfertigen!
Nun hat der oberste israelische Kriegsherr eine Rede im Bundestag gehalten und die Auschwitz-Befreiung zur „Verschleierung der Kriegsverbrechen des jüdischen Staates“ genutzt. Aber nicht nur dieses, auch auf zukünftige Kriege wurde eingestimmt. Hier findet sich unter dem Titel „Peres’ Holocaust-Rede“ ein interessanter und treffender Beitrag von Evelyn Hecht-Galinski.
Das dem Kriegshetzer nicht ungeteilter Beifall zu Teil wurde, war auch an anderer Stelle Gegenstand der Betrachtung. Erschreckend dabei, das es (sich links-nennende) Politiker gibt, welche in den Chor der Kriegshetzer mit einstimmen und mit Verweis auf die deutsche Vergangenheit, heutige Gräueltaten, Menschenrechtsversetzungen, Kriege gegen andere Völker, deren Unterdrückung, Chauvinismus, Rassismus und Apartheid, rechtfertigen! Für politische Funktionen in diesem System scheinen nur diejenigen tauglich zu sein und zugelassen, welche es verstehen mit den Wölfen zu heulen!

Haiti, Hilfe oder Okkupation?

Haiti, Hilfe oder Okkupation?
Während viele Nationen uneigennützig versuchen zu helfen, sind gerade die USA und ihre Verbündeten dabei die dortige Katastrophe in ihrem Interesse zu Instrumentalisieren. Nicht nur das dadurch die eigentliche und notwendige humanitäre Hilfe behindert wird, führt dieses Vorgehen auch zur Militarisierung innerhalb der Gesellschaft. Wie einem Beitrag unter der Überschrift „Europas Schutztruppe“ in der Jungen Welt zu entnehmen ist, sind die USA, als vielleicht zukünftige Kolonialmacht, in Haiti nicht die einzigen, welche vorrangig Truppen ins Land schicken, sondern auch aus Richtung Europa die ehemaligen Kolonialmächte ihre Truppen in Bewegung setzen.

Ein Aufruf!

Heute habe ich per E-Mail folgenden Aufruf erhalten, dem ich mich anschließen möchte und welchen ich gern weiterverbreite.

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Der Deutsche Freidenker-Verband unterstützt die Proteste von Friedens- und Antikriegsintitativen für ein Ende des Krieges in Afghanistan.

Freidenken, in Zügen weltanschaulichen Idealismus!?

Nun gibt es in der Mailliste der Freidenker ein freigeistiges Wort zum Sonntag, das Aktuelle ist hier Gegenstand folgender Betrachtung.

Freidenken, in Zügen weltanschaulichen Idealismus!?

Der große Mangel mancher Erkenntnis ist, dass sie nur von der oberflächlichen Erscheinung ausgeht und es vermeidet die eigentlichen Ursachen zu benennen. Dieses trifft besonders auch auf das besagte Problem der Umweltzerstörung zu, es wird zwar erkannt, dass der Mensch seine eigenen Lebensgrundlagen zerstört und dass dem Einhalt geboten werden muss um fort existieren zu können, aber warum er dieses tut, bleibt im Dunkeln. Auch ist es ein Irrtum, dass das Verhältnis zwischen Mensch und Natur durch dieses Problem in den Vordergrund rückt, da es immer schon im Vordergrund gestanden hat, es nur nicht als solches benannt wurde. Das Verhältnis Mensch - Natur ist ein beständig bestehendes und notwendiges Grundbedürfnis des menschlichen Seins selbst. Nur trifft für dieses Verhältnis zu, was für die Elementarbedürfnisse (Atmung, Nahrung, Schlaf, Sexualität) zutrifft, sie sind so selbstverständlich, dass man ihnen wenig Beachtung schenkt, solange sie kontinuierlich und im erforderlichem Maße befriedigt werden. Kommt aber dieser Austauschprozess ins stocken, wird gestört, droht gar zum erliegen zu kommen, so wird sich der Mensch dieses Zusammenhanges immer stärker bewusst und treibt damit die bürgerliche Ideologie in einen Strudel von Erklärungsnöten. Was immer Ideologie auch ist, sie hat ihre Aufgabe zu erfüllen! So wird zwar das Dilemma, in welches sich die Menschheit dank eigener bewusster Tat manövriert, erkannt, nur die eigentlichen Ursachen bleiben im Dunkel, ja, sie werden bewusst dort belassen. Dementsprechend sind auch die Lösungsvorschläge, mit deren Hilfe dieses Dilemma beseitigt werden soll! Eine neue Verfassung soll es richten, auf juristischem Wege soll die Welt gerettet werden, dass aber selbst juristische Strukturen objektive Ursachen haben und Mittel zu Zweck sind, bleibt im Nebel allgemeiner Verklärung verborgen. Juristisch ist diesem Problem nicht beizukommen, da die gegenwärtige Justiz auf dem selben Misthaufen erblüht, welcher diese Problem hervorgebracht hat. In diesem Zusammenhang wäre es durchaus von Interesse zu klären was Recht eigentlich ist und welche Ursachen es hat? Recht ist nämlich selbst eine menschliche Schöpfung, welche der herrschenden ökonomischen Struktur der Gesellschaft entspricht und zur Durchsetzung von Interessen und zwar gegen andere Interessen, dient. Und so wird Recht, genauso wenig im Interesse aller, auch nicht im Namen der Natur gesprochen, wie auch?  Ja, wie sollte ein neues Rechtsdenken die Welt verändern und welche Ursachen hat diese „ökologische Weltkrise“ überhaupt, ist sie nicht letztlich ein Bestandteil der allgemeinen Krise des Kapitalismus?

Freitag, 5. Februar 2010

Widerspruch

Beziehung zwischen Erscheinungen der objektiven Realität bzw. des Denkens, die sich ausschließlich und – im Falle des dialektischen Widerspruchs – zugleich bedingen. Man unterscheidet den logischen und den dialektischen Widerspruch. Der logische Widerspruch tritt nur im Denken auf; er ist eine Kontradiktion, d. h. eine Konjunktion, die aus einer Aussage und deren Negat besteht. Dialektische Widersprüche existieren in der objektiven Realität; sie können in dialektischen Widerspruch des Denkens widergespiegelt werden. Der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch – bereits von Aristoteles formuliert – fordert die Vermeidung logischer Widersprüche im Denken; er ist ein wichtiges Hilfsmittel des wissenschaftlichen Erkennens. Eine Theorie, die logische Widersprüche enthält, gewährleistet keine zutreffende Erfassung des von ihr abgebildeten Gegenstandes. Daher ist an wissenschaftliche Theorien die Forderung der (logischen) Widerspruchsfreiheit zu stellen.
Wörterbuch „Philosophie und Naturwissenschaften“ Dietz Verlag Berlin 1982, Seite 1004

Geld

besondere Ware, deren spezifischer Gebrauchswert darin besteht, allgemeines Äquivalent aller anderen Waren zu sein. Als von den Waren losgelöster und selbst als eine Ware neben ihnen existierender Ware ist Geld notwendiges Resultat der Entwicklung von Warenproduktion und Warenzirkulation. Im Reproduktionsprozess dient es dazu, die in den Waren enthaltene gesellschaftliche Arbeit, d. h. den Wert, zu messen und im Preis zum Ausdruck zu bringen. Hierbei tritt es nur ideell in Erscheinung. Zugleich vollzieht es in Form des Geldumlaufs eine eigene reale Bewegung mit dem Ziel, sowohl den Warenaustausch zu vermitteln als auch Distributionsprozesse zu vollziehen. Im Verlauf der historischen Entwicklung der Warenproduktion ging die Funktion des allgemeinen Äquivalents auf die Edelmetalle  und letztlich auf das Gold über. Heute üben Kredit-Geld und Staatspapier-Geld die Funktionen des Geldes aus. Als eine historisch entstandene Wertform stellt das Geld wie der Wert überhaupt eine besonders gegenständliche Form der Produktionsverhältnisse dar. Geld ist daher keine Sache, sondern drückt gesellschaftliche Verhältnisse aus.
Funktionen des Geldes sind:
a.) Maß der Werte und Maßstab der Preise zu sein, d. h., der Wert aller Waren wird mit Hilfe des Geldes gemessen und zum Ausdruck gebracht. Geldausdruck des Warenwertes ist der Preis. Dieser kann nur mit Hilfe einer Geldeinheit als Maßstab festgelegt werden;
b.) als Zirkulationsmittel zu fungieren, d. h. den Warenaustausch zu vermitteln. Diese Funktion umschließt den unmittelbaren Händewechsel von Ware und Geld;
c.) als Zahlungsmittel bei der Vergütung von Verbindlichkeiten zu dienen, wenn Kauf und Verkauf zeitlich getrennt sind, sowie von anderen Verpflichtungen, wie Steuern, Miete usw. In dieser Funktion wird das Geld Grundlage des Kredits;
d.) Akkumulationsmittel oder Mittel zur Schatzbildung zu sein. Als solches fällt es aus dem Zirkulationsprozess heraus und dient insbesondere als Voraussetzung für die Erweiterung der gesellschaftlichen Reproduktion. Geld ist auch notwendig als Reserve für die zirkulierende Geldmenge;
e.) als Weltgeld in den internationalen Ware-Geld-Beziehungen zu fungieren. …
In der kapitalistischen Warenproduktion vermittelt das Geld die grundlegenden gesellschaftlichen Beziehungen. Es verwandelt sich in Kapital und wird zum Ausdruck des kapitalistischen Reichtums.

Angelehnt an: Kleines politisches Wörterbuch, sechste Auflage, Dietz Verlag Berlin 1986 Seite: 291/92

Finanzkapital:

das miteinander verwachsene und verflochtene Kapital von Industrie- und Bankmonopolen. Das Finanzkapital ist ein wesentliches ökonomisches Merkmal des Imperialismus. >>Konzentration der Produktion, daraus erwachsende Monopole, Verschmelzung oder Verwachsen der Banken mit der Industrie – das ist die Entstehungsgeschichte des Finanzkapitals und der Inhalt dieses Begriffs.<< (Lenin, Band 22, Seite 230) Das Finanzkapital ist eine Weiterentwicklung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse und eine neue Stufe des Kapitalverhältnisses. Es ist die entwickelte Form des imperialistischen Monopols. Unter den Bedingungen des staatsmonopolistischen Kapitalismus wird das Finanzkapital in immer wenige Händen konzentriert; es zieht gewaltige Profite aus seiner Monopolstellung und aus der vom imperialistischen Staat praktizierten Umverteilung des Nationaleinkommens zugunsten der Monopole. Durch die wechselseitige Verflechtung der größten Monopole sind als Machtkonzentrationen Finanzgruppen entstanden. … Das Anwachsen der Macht der Monopole führt zu wachsender politischer Reaktion. Lenin bezeichnete daher den Imperialismus als die Epoche des Finanzkapital und der Monopole, die überallhin den Drang nach Herrschaft tragen. >>Reaktion auf der ganzen Linie, gleichviel unter welchem politischen System, äußerste Zuspitzung der Gegensätze auch auf diesem Gebiet – das ist das Ergebnis dieser Tendenzen.<< (Lenin, Bd. 22, Seite 302) Die Schaltzentren der Monopolbanken sind wichtige Macht- und Kontrollzentralen des Finanzkapital. In ihren Gremien und denen der Konzerne sitzen die Vertreter der einzelnen Kapitalgruppen. Diesen Personenkreis (in der BRD etwa 300 Familien), der das Finanzkapital repräsentiert und die Machtfunktionen ausübt, bezeichnete Lenin als Finanzoligarchie. Unter den Bedingungen des staatsmonopolistischen Kapitalismus erfolgt eine Verflechtung der Finanzoligarchie, insbesondere des Rüstungskapitals, mit der Militärhierarchie und der Staatsbürokratie zu einem militärisch-industriellen Komplex.
Quelle: Kleines Politisches Wörterbuch, sechste Auflage, Dietz Verlag, Berlin 1986, Seite 261.

Existenzialismus, Existenzphilosophie:

Existenzialismus, Existenzphilosophie: subjektiv-idealistische, irrationalistische Strömung der bürgerlichen Gegenwartsphilosophie, die das Krisenerlebnis kleinbürgerlicher Intellektueller im Imperialismus reflektiert; Angst, Einsamkeit, Schuld und Scheitern seien Grundelemente der menschlichen Existenz; Vertreter: K. Jaspers, M Heidegger, J. P. Sartre, G. Marcel.
Existenzialismus; eine Auffassung, welche vom extremen Subjektivismus und irrationalistischem Individualismus geprägt ist.

Entfremdung

auf dem Privateigentum an den Produktionsmitteln beruhende gesellschaftliches Verhältnis, durch das die von den Menschen geschaffene Produkte, Verhältnisse und Institutionen ihren als fremde, über ihnen stehende Mächte gegenübertreten; sie werden von diesen beherrscht, sie sind deren blindem bzw. willkürlichem Wirken unterworfen. Die Entfremdung existiert in allen vorsozialistischen Gesellschaftsordnungen und erreicht ihren Höhepunkt im Kapitalismus, in der kapitalistischen Warenproduktion (Warenfetischismus). K. Marx und F. Engels führten die Entfremdung auf ihre gesellschaftlichen Ursachen zurück und erkannten den historischen Charakter der Entfremdung. Grundlage der Entfremdung in den antagonistischen Gesellschaftsformationen ist im allgemeinsten Sinne die Spontaneität der gesellschaftlichen Entwicklung, die Tatsache, dass die Menschen den gesellschaftlichen Prozess auf Grund des Privateigentums an den Produktionsmitteln und der daraus folgenden Klassenantagonismen nicht bewusst und planmäßig regulieren können, dass sie nicht die Herren ihres Produkts und der Folgen ihrer eigenen gesellschaftlichen Tätigkeit sind, dass sie nicht die „Gesetze ihres eigenen gesellschaftlichen Tuns“, ihrer „Vergesellschaftung“ (Engels, MEW, Bd. 20, S. 264) beherrschen können, sondern von ihnen beherrscht werden.
Entscheidende Grundlage der Entfremdung sind die Verhältnisse der Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen in der Klassengesellschaft. Im Imperialismus nimmt die Entfremdung umfassende Formen an, indem das Monopolkapital und der staatsmonopolistischen Kapitalismus zu alles beherrschenden Mächten des gesellschaftlichen Lebens werden. Auf dem Gebiet der Politik zeigt sich das im Abbau der bürgerlichen Demokratie, in der Schaffung einer allmächtigen bürokratischen und militarisierten Staatsmaschine. Es vertieft sich der Zerfall sozialer Beziehungen, traditioneller bürgerlicher Werte, die Unberechenbarkeit der Politik kapitalistischer Regierungen nimmt zu, Existenzangst, Isolierung und Ohnmacht des Menschen sowie das Streben nach alternativen Lebensweisen verstärkt sich.
Die Arbeiterklasse  wendet sich in ihrem Kampf gegen die Ausbeutung auch gegen die Entfremdung. Die Grundlage zur Beseitigung der Entfremdung wird erst mit der sozialistischen Revolution, der Diktatur des Proletariats und im Prozess des Aufbaus der sozialistischen Gesellschaft geschaffen. Die Spontaneität der gesellschaftlichen Entwicklung wird durch die Bewusstheit und Planmäßigkeit abgelöst; an die Stelle des Privateigentums an den Produktionsmitteln und des ihm entsprechenden Klassenantagonismus tritt das sozialistischen Eigentum und, darauf beruhend, das enge Bündnis zwischen der Arbeiterklasse, der Klasse der Genossenschaftsbauern, der Intelligenz und den anderen Werktätigen. Die Aufhebung aller Formen der Ausbeutung und Unterdrückung ist begleitet von der Aufhebung der Entfremdung. Aber die Entfremdung verschwindet nicht automatisch. Für ihre Überwindung ist der bewusste Kampf der Volksmassen notwendig, die Verwandlung der Menschen der sozialistischen Gesellschaft in wirkliche Herren ihres eigenen Lebensprozesses, der gesellschaftlichen Entwicklung auf der Grundlage der ständige steigenden Teilnahme der Volksmassen an der Leitung der sozialistischen Wirtschaft und des sozialistischen Staates und die Überwindung des bürgerlichen Individualismus und Egoismus. Die bürgerlichen und revisionistischen Marx-Kritiker benutzen die Theorie der Entfremdung, um den Marxismus-Leninismus seines klassenmäßigen Inhalts, seiner Parteinahme für die Arbeiterklasse und ihrer historischen Mission zu berauben. Man versucht, die Frühschriften von Marx seinen nachfolgenden Werken entgegenzustellen und auf diese Weise die Entfremdungstheorie ohne die marxistische Analyse der bürgerlichen Gesellschaft und die Begründung der historischen Rolle des Proletariats zu interpretieren und auf diesem Wege den Marxismus zu verfälschen.