Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

Donnerstag, 31. Januar 2013

Angepasst so an das Leben,


Angepasst so an das Leben,
an die Umstände,
wie sie gegeben,
doch woher sind sie gegeben?
Ach ..., Mensch will doch nur leben!

So macht Mensch sich oft zur Kugel,
welche rollt um viele Ecken,
möglichst ohne anzuecken,
igelt er sich ein,
schlecht wie manches Stachelschwein!

Doch so hinter manchen Ecken,
wird er Wach,
denn zum Verstecken,
taugen nur sehr wenige Ecken,
zwar passiv Schutz die Kugel gibt,
doch engt Mensch ein, in seinem Sein!

So muss er wütend oft entdecken,
das so hinter vielen Ecken,
wartet mancher eklig Schrecken,
doch so ohne anzuecken,
bleibt erhalten,
der ganze Schrecken!

Nur wenn Mensch hat selber Ecken,
welche nicht in Kugeln stecken,
wird er meistens nur anecken,
ja zerstören viele Ecken,
frühzeitig erkennen manchen Schrecken,
welcher wartet hinter Ecken!

Sonntag, 27. Januar 2013

WIE MAN MIT "DEMOKRATIE" - DEMOKRATIE UNTERLÄUFT

Folgender Text stammt von Axel Popp und ich habe ihm der Mailingliste der Freidenker entnommen:

WIE MAN MIT "DEMOKRATIE" - DEMOKRATIE UNTERLÄUFT

Hallo,
man lernt ja auch in den Kommunen und gewählten Gremien dazu.
Es ist ungeschickt, wenn man offen gegen bzw. ohne Beachtung der Interessen der Masse der kleinen Leute in Stadtverwaltungen u.ä. Agiert.
Da organisiert man Bürgerforen, Bürgerhaushalte, Büros für Bürgerbeteiligung, öffentliche Entscheidungsverfahren usw. Die "Demokratie" feiert Triumphe. Man lässt sich gebührend in den Medien würdigen.
ABER im Hintergrund werden die Geschäfte gemacht. (Nägel mit Köpfen) Verhandlungen mit Investoren, Immobilien - Käufe / Verkäufe, Verträge .... Jetzt kommt der spannende / kreative Teil, wie schafft man es diese Geschäfte " demokratisch" erscheinen zu lassen?
Einmal in dem man Entscheidungen in Fachgremien (Architektenkammer, Haushaltausschüsse u.ä.) verlagert. Dort haben, nun ja, "Fachleute" das Wort.
Dann muss man sich "Regeln" unterwerfen, Geheimhaltung, Wettbewerbsrecht ....
Und die gewählten Abgeordneten, die demokratischen Organe?
Drastisch meinte jemand: 1/3 sind irgendwie in die Immobiliengeschäfte verwickelt; 1/3 sind Angestellte der Stadt (also befangen) und 1/3 hat keine Ahnung (hat keine und bemüht sich auch nicht um Sachkenntnis).
Die oben genannten" basis- demokratischen" Institutionen z.B. ein Büro für Bürgerbeteiligung wird total "demokratisch" in der Besetzung durch neue Bürger besetzt. (Auswahlverfahren durch Zufallslos).
So werden die engagierten Bürger, die etwas mehr Einblick in die o.g. Geschäfte der Stadt hat, ganz "demokratisch" vor die Tür gesetzt.
Leider sind so durch das Auswahlverfahren andere, neue Bürger in die Gremien gewählt worden, die das etwas "anders" sehen.

Samstag, 26. Januar 2013

Macht der Spontanität?

Die Macht der Spontanität, ist letztlich nur Ausdruck für die Ohnmacht der Spontanen!

Gelegentlich ist von Macht die Rede, da solle es eine Macht der Kerzen geben, oder zumindest gegeben haben, als sich die Verhältnisse in der DDR wendeten und heute ist oft die Rede von der Macht der Spontanität! Aber was ist eigentlich Macht und kann diese überhaupt spontan sein, sich gar in Gegenständen wie Kerzen manifestieren? Ja die Macht, ist schon nicht so einfach mit dieser, einfacher verhält es sich da schon mit der Machtlosigkeit, welche wesentlich allgemeiner, meistens individuell und unorganisiert daherkommt. Wenn sich dann unorganisiert entschlossen wird, weil weitestgehende Interessenübereinstimmung festgestellt, kommt es oft zur spontanen Entfaltung diverser Kräfte, deren Aktionen in der Regel die Qualität von Strohfeuern erreichen, sie brennen schnell und sehr hell, erlöschen in der Regel aber genauso schnell, wie sie entflammt sind.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Gedanken zu Aktionen und Aktionismus

An anderer Stelle wurde angemerkt, dass zwar einiges geschrieben wird, sich mit Problemen auseinandergesetzt, nur wie sieht es mit konkreten Aktionen aus, wurde gefragt. Oder bei aller Auseinandersetzung mit den verschiedensten Themen sollten diese doch auch zu Aktionen führen, konkret und praktisch! Aber einmal davon abgesehen, dass solche Auseinandersetzungen durchaus schon Aktion sind, vor allen wenn sie in der Öffentlichkeit geführt werden und sei es auch bloß die Internetöffentlichkeit, sollte einer Aktion zumindest die Beschäftigung mit dem Gegenstand voraus gehen. Ausgangspunkt einer öffentlichen Aktion sind Interessen, welche mittels dieser Aktion durchgesetzt werden sollen, sie sollten nicht dem Selbstzweck dienen, sondern immer eine konkretes und erreichbares Ziel habe. So kann ich mich zum Beispiel mit einem Problem auseinandersetzen und bestimmte Notwendigkeiten daraus ableiten, wie zum Beispiel im Falle der geplanten und beschlossenen Privatisierung des Kurzentrums in Bad Suderode, nur wenn die direkt Betroffenen die Tragweite und die Konsequenzen dieses Vorhaben nicht erkennen und verstehen, wird es auch keine entsprechend organisierte Aktion dagegen geben. Anders war es im Falle der geplanten Privatisierung der Quedlinburger Stadtwerke vor einigen Jahren, diese konnte erfolgreich verhindert werden. Es war nicht einfach, aber es haben sich Menschen gefunden, welche sich mit dem Thema auseinandersetzten und prüften was unternommen werden konnte um die Privatisierung zu verhindern. Es wurde eine Strategie entwickelt, sich organisiert und mehre Aktionen durchgeführt, dieses führt dazu, dass es zu einem Bürgerentscheid kam und der Verkauf verhindert wurde. Grundsätzlich können Aktionen nicht implantiert werden, sie müssen, um erfolgreich zu sein, von den Betroffenen selbst ausgehen. Ohne das die direkt Betroffenen sich beteiligen, ohne das diese die Notwendigkeit und das Ziel einer Aktion in ihrem Interesse erkennen, ist eine jede Aktion in dieser Richtung zum scheitern verurteilt. Was aber möglich ist, ist Aufklärend zu wirken, nicht belehrend, sondern nachvollziehend, Zusammenhänge und Konsequenzen aufzeigend und begründend, zur Erkenntnis führend. Eine Notwendigkeit muss von den Betroffenen selbst erkannt werden, sie sollten sich der Konsequenzen bewusst sein und wenn dieses der Fall ist, es zu einer entsprechenden Aktion kommt, so sind Bündnispartner eine durchaus hilfreiche und notwendige Sache. 
 
Dem Anmerkenden schrieb ich folgendes:
Aktion, Aktionen, Aktionen und so tut jeder was er kann, formieren, marschieren, protestieren, reklamieren, fordern, versammeln, Forderungen stammeln, sie hinausschreien, ihnen Nachdruck verleihen, durch Masse, durch Aktion! Präsenz zeigen, wir sind noch da, oder schon wieder, und immer noch, mit uns müsst ihr rechen, wir sind dagegen, wollen etwas bewegen, dagegen, am besten zurück, ein ganzes Stücke, in eine Zeit, da die Welt noch heil und in Ordnung war! Wir stehen vor dem Abgrund, das Kapital steuert immer schneller auf diesen zu, lasst uns bremsen, diesen Irrsinn Aufhalten, mit Aktionen uns diesem Irrsinn entgegenstellen, bündelt eure Kräfte und drängt das Kapital zurück! Gegen Hartz IV, gegen prekäre Beschäftigung, gegen Ausbeutung, gegen, gegen, gegen … und wofür? Für sichere Arbeitsplätze, für anständige Bezahlung, für ein ruhigeres Leben, sozial sicher und geborgen! … Hatten wir doch schon, jedenfalls einige der hier schreibenden und lesenden und da einige es hatten, konnten die anderen ebenfalls Nutzen daraus ziehen. Nur wollten es die Menschen nicht mehr, … nein so kann man es nicht sagen, sie wollten es schon, waren sich des Wertes aber nicht bewusst, strebten nach anderen Werten, hatten Arbeit, hatten Einkommen, nur konnten sie mit diesem nicht viel anfangen, zu selbstverständlich, zu normal und da gab es eine Welt, deren Reichtum uns in der Warenfülle entgegentritt, wie Marx einst schon feststellte. Diesen Reichtum galt es zu erwerben, ergänzend zu dem was da war und lange schon als selbstverständlich galt. Es wurde suggeriert, im Kampfe, welchen es angeblich nicht mehr gab, dass das Eine, ohne es genau zu benennen, sinnvoll durch das Andere, dem Reichtum an Waren, ergänzt werden könnte. Mit dieser Idee konnten Massen in Bewegung gesetzt werden, Illusionen fielen auf fruchtbaren Boden und Glaube wurde geboren, da Wissen auf Grund von Erfahrung diesen Massen verwehrt war. Praktische Erkenntnisse wurden zur Theorie, weil sie der Praxis entfremdet! So gab es Aktionen, gezielt angestoßen und initiiert, von Kräften welchen es nicht um die sinnvolle Kombination von sozialer Sicherheit und inbrünstigem Gebet in den Tempeln des Konsum gegangen ist, sonder um das dauerhafte Gebet in den Tempeln des Konsums, welches als Grundlage soziale Unsicherheit, Existenzängste und materielle, wie auch geistige Armut braucht.
Worum ist es gegangen?

Mittwoch, 23. Januar 2013

Ein Beispiel für Folgen von Privatisierungen für die Arbeitenden

Auf der Seite Kritische Massen findet sich ein kurzer Beitrag unter dem Titel: „"Privatisierung" bedeutet Hundeleben für die Arbeitenden“ welcher auf einen Artikel verweist, in welchem sich mit konkreten Folgen für die Mitarbeiter der Post nach erfolgter Privatisierung beschäftigt. Ein gutes Beispiel, welches zeigt, dass Privatisierungen letztendlich immer auf Kosten der Allgemeinheit und insbesondere zu Lasten der Arbeitenden erfolgen. Das ist im Großen wie im Kleinen so, egal auf welcher Ebene Eigentum privatisiert wird. Ein Investor ist immer bestrebt Gewinne zu erzielen und zu maximieren. Alles andere ist Illusion und gehört ins Reich der Mythen, was alle jene schon erkennen mussten, welche in Unternehmen arbeiten, welche schon privatisiert wurden und was all jene noch erfahren werden, welche in Unternehmen arbeiten, die zur Privatisierung vorgesehen sind. Zum Beitrag selbst habe ich folgenden Kommentar geschrieben: 

Dienstag, 22. Januar 2013

Liebe Leute geht doch wählen!

Wahlen, die hohe Form der Demokratie, in welcher sich diese meistens auch erschöpft. Den Menschen wird eingeredet, sie könnten mittels Wahlen Einfluss auf die jeweilige Politik im Lande nehmen. Dabei haben sie sich gefälligst auch auf diese Möglichkeit zu beschränken. Alle vier, fünf Jahre wird diese Illusion verbreitet und die Menschen an die Wahlurnen beordert, damit sie abstimmen und vermeidlicher Weise Einfluss nehmen auf ihr eigenes Geschick. Nur wer und was steht zur Wahl? Parteien und Kandidaten dieser, auf deren Nominierung der Wähler allerdings keinen Einfluss hat.

Liebe Leute geht doch wählen!

Liebe Leute geht doch wählen,
man möchte eure Stimmen zählen,
und jede Stimme zählt,
egal was ihr gewählt!

Egal was ihr wählt,
und welche Sorge euch auch quält,
quält euch nicht mit der Wahl,
das Ergebnis ist egal!

Doch liebe Leute geht nur wählen,
man möchte eure Stimmen zählen,
denn wenn ihr nicht wählen geht,
habt ihr eine Stimme die nicht zählt!

Egal was ihr gewählt,
wichtig ist die Stimme zählt,
Nichtwähler sind ohnehin zu viele,
verderben demokratisch Spiel!

So liebe Leute geht doch wählen,
sonst kann keiner eure Stimmen zählen,
vergebt euch somit jede Chance,
zerstört die löbliche Balance!

Egal was ihr auch wählt,
jede Stimme zählt,
Politiker bringt so in Wandel,
Politik hingegen bleibt besteht!

Damit Stimmen sind zum Zählen,
liebe Leute geht doch wählen,
bestätigt alles wie gehabt,
macht nicht auf halben Wege schlapp!

Egal wie ihr auch wählt,
jede Stimme zählt,
Wahlen erhalten das System,
darum müsst ihr wählen gehen!

Gestrichener Kommentar


Kommentare zu Beiträgen sind im Internet durchaus üblich und erwünscht, sind sie doch ein sichtbares Zeichen, dass auf den entsprechenden Seiten nicht nur gelesen, sondern sich auch mit dem Geschriebenen auseinandergesetzt wird. Das dabei die Meinungen nicht immer übereinstimmen, liegt in der Natur der Sache selbst, es ist sogar oft so, dass kommentiert, was kritisiert wird. In jedem Fall sollten Kommentare substanziell sein, sich mit dem kommentierten Text befassen und nicht mittels Floskel- oder Schlagwortanalytik daherkommen. Nun hatte ich jüngst einen Kommentar geschrieben und auch zum gegenständlichen Text, zugegebenermaßen nur einen Teil des Textes betreffend, veröffentlicht. Als ich einige Zeit später nach dem Kommentar schaute, war er nicht mehr vorhanden. Ist nicht der erste Kommentar welcher im Nirwana endet, wobei ich es in diesem Fall nicht erwartet hatte und so ist folgendes Gedicht zustande gekommen:

Gestrichener Kommentar

Es war einmal ein Kommentar,
er wurde geschrieben,
er wurde gelesen,
nun ist er gewesen!

Was war an ihm unangenehm?
War der Spiegel zu sehr zu sehen?
Wurde verneint das Widerwort?
Ist Kritik unerwünscht an diesem Ort?

Eines steht fest,
nun ist er fort,
ist nicht mehr,
am veröffentlichtem Ort!

Doch spricht die Tat,
allein für sich,
es wird viel gemeint,
doch anderer Meinung verträgt man nicht!

Montag, 21. Januar 2013

Wahlen sind dazu da die bestehenden Verhältnisse zu legitimieren und sie nicht in Frage zu stellen!

Nun wurde in Niedersachsen gewählt und das Ergebnis war denkbar eng oder knapp, wenn nicht noch enger, trotzdem hat es für einen Wechsel an der Regierungsspitze gereicht. Die „großen“ Alternativen haben es nicht geschafft, ob es daran lag, dass sie sich in den letzten Jahren nicht gerade als Alternative mittels praktischer Tat empfohlen haben und in diesem Punkt an Ungläubigkeit gewonnen, oder einfach nur ihre Wähler zuhause geblieben sind, kann ich nicht sagen. In jedem Fall bietet das Ergebnis Grund zur Diskussion, zu lesen ist einiges, sogar das die Kanzlerin ihre Fälle davon schwimmen sieht und der Kanzlerkandidat der SPD könnte dafür Morgenluft wittern. Nur was hat sich wirklich verändert? Kann mittels Wahlen in diesem Land überhaupt etwas verändert werden, was weiter geht als kosmetische Korrekturen an der Politik der Vorgänger?
Ja, die Wähler haben gewählt, wie viel nicht gewählt haben müsste ich nachschauen, erfahrungsgemäß könnten es einige gewesen sein. Hat sich doch gerade die Fraktion der Nichtwähler in den letzten Jahren gut stabilisiert. Das die Medien dem Wahlspektakel besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen, verwundert nicht, gelten Wahlen doch als der Inbegriff für Demokratie in diesem Lande, das demokratische Möglichkeiten sich damit weitestgehend erschöpft haben, sei einmal dahingestellt.
Und so werden die Ergebnisse von Wahlen von verschiedenster Seite gewertet, interpretiert und ausgewertet. Oft schwingt in diesem Zusammenhang die Illusion mit, dass gesellschaftliche Verhältnisse mittels Wahlen zu verändern seien.
Auf der Seite von Barth-Engelbart findet sich ein Beitrag zum Thema Wahl in Niedersachsen und mehr, lyrisch kommt er daher und so fiel mir folgendes dazu ein:

Jagen wir die Illusionen,
wo die Illusionen wohnen,
sind verbreite bergauf, bergab,
auch in der Ebene,
gedeihen sie bei Eis und Schnee.

Wie Wahlergebnisse auch sind,
wer immer auch die Wahl gewinnt,
ob regierend oder opportun,
könnte nicht viel anderes Tun,
als ohnehin getan,
angeprangert und bejammert!

Über den Verlust der „Alternative“ wird geklagt,
warum sie nun verlustig ging,
spielt hingegen keine Rolle,
nur die Illusion,
die solle bleiben,
lässt es so sich besser leiden?

Oder ist es opportun,
als Opposition nur so zu tun,
als sei man opportun,
und dann doch etwas anderes tun?

Ist es das Spiel der ehren Kräfte,
welches so vom Zaum gebrochen,
den Kampf zum Scheine simuliert,
damit der Wähler Politik kapiert?

Wie knapp auch das Ergebnis ist,
vom Kampf gezeichnet,
die Probanden,
es jubeln die Einen,
die Anderen nicht wanken!

Sie werden sich formieren,
und wie gehabt marschieren,
auch wenn an der Spitze ein anderer steht,
die Opposition nicht vergeht,
wir werden es sehen!

Und da ist oft es opportun,
sich streiten um des Kaisers Bart,
der lange schon nicht mehr harrt,
nur um die Illusion zu wecken,
in Volkes Interesse,
würde man sich nach der Decke strecken!


Sonntag, 20. Januar 2013

Eine Meinung, meine Meinung zur Wahl oder auch zu Wahlen!


Demokratie, was immer sie ist und allgemeinem Verständnis folgend, hat diese etwas mit Wahlen zu tun. Nur haben wir die Wahl, oder wählen wir um die Wahl zu haben und was wählen wir, ja was können wir wählen? Dieses Jahr soll ja wieder viel gewählt werden, Landtagswahlen, sogar eine Bundestagswahl stehen an und so gibt es Initiativen, welche „Wahlprüfsteine“ herausgeben, auf deren Basis es Wahlempfehlungen geben soll. Seiten im Internet beschäftigen sich damit, wie es gelingen kann, die Kandidaten herauszufinden, welche am besten geeignet sind, oder sein sollen, Volkes Interessen zu vertreten. Einfluss auf die Kandidatenauswahl haben diese Seiten aber nicht und oft werden auch nur die Kandidaten welche über einen entsprechenden Bekanntheitsgrat verfügen berücksichtigt. Die Kür der Kandidaten an sich bleibt davon unberührt, genauso wie die Ergebnisse der Wahlen, welche gern in prozentualen Anteilen ausgedrückt werden. 
Es ist die Wahl der Qual, oder war es die Qual der Wahl? Egal, wählen darf der „mündige“ Bürger, entscheiden darf er nicht! Dabei wird ihm suggeriert, er würde entscheiden, wenn er denn wählen würde. Letztlich bleibt ihm aber nur die Wahl zwischen den verschiedenen Bettelsuppen, welche ihm vorgesetzt werden. In der Regel wählt er die Bettelsuppe, welche für ihn am besten duftet (der Schein kann trügen), deren Kessel sichtbar (präsent in den Medien z. B.) gut aufgestellt ist und nicht Gefahr läuft vom präsentiertem Buffet zufallen (5%Hürde z. B.)!
Menschen welche sich nun entschieden haben keine der dargebotenen und möglichen Bettelsuppen zu schlucken, sind aus diesem Grund lange noch nicht unpolitisch, wie oft und gern unterstellt, sondern engagieren sich oft mittels praktischer Tat für ihre Interessen auf den verschiedensten Ebenen. Politik ist letztlich auch nicht der Zirkus (Parlamentarismus), welcher uns von Politikern als solche verkauft wird. Das Wachstum der Partei der Nichtwähler ist kein Zeichen für Politikmüdigkeit, sondern für die zunehmende Zerstörung der Illusion, mittels Wahlen könnten gesellschaftliche Verhältnisse verändert werden! Das eine solche Erkenntnis unter Umständen resignierend daherkommt, ist oft der ergebnislosen Suche nach Alternativen geschuldet. Aus diesem Grund ist es notwendig alternative Möglichkeiten zu nutzen, ihre Wirksam- oder Unwirksamkeit zu erfahren und diese Erfahrungen zu propagieren. „Mehr Demokratie wagen“, möge sich gut anhören, allein sind es die gesellschaftlichen Verhältnisse welche die Möglichkeiten vorgeben, den Rahmen abstecken und zeigen, dass Demokratie eine „Form der Machtausübung“ und keine selig machende Institution allgemeinen Interessenausgleichs ist. … einiges würde mir noch einfallen, aber ich muss jetzt los, die Arbeit ruft, oder die Beschäftigung … nun ja, …!

Samstag, 19. Januar 2013

Die Anwendung antiker Mythologie ...

Zu diesem Beitrag an anderer Stelle erhielt ich einen Kommentar, auf welchem ich wie folgt antwortete:
Die Anwendung antiker Mythologie auf gegenwärtige Verhältnisse, in ihrer verklärten Form, möge zwar lustig sein, aber nicht konstruktiv!
Und wieder einmal kommt Zappelhustra daher und verkündet die Weisheiten der „Rettungsökonomie“ eines Gesell! Was soll es, eine jede Religion ist Mittel zum Zweck und so kann diese zweckentsprechend eingesetzt und angewendet werden. Historische Entwicklung wird dabei bewusst auf vermeidliche Geldentwicklung, oder die Entwicklung und Veränderung der Rolle des Geldes im Laufe der Zeit beschränkt. Wobei diese als Ursache und nicht als Folge gesellschaftlicher Entwicklung gesehen wird. Dass aber auch Geld in erster Linie Mittel zum Zweck ist wird gern vergessen. Lieber werden das alte und neue Testament genommen und Ereignisse aus diesen „kapitalisiert“. Dabei konnte zur Zeit der Entstehung besagter Testamente von einem kapitalistischen System noch keine Rede sein. Aber gut, so wie der Mensch mit dem Geld umgegangen, was fälschlicherweise mit Kapital gleichgesetzt wird, so hat er sich entwickelt, der Umgang ist eine Folge der Entwicklung.
Flucht aus der Sklaverei als die Aufgabe der Planwirtschaft? Wobei der ägyptische Pharao sicher mit den Sklaven geplant hat, ob die Sklaven die Wirtschaft geplant haben ist fraglich. In jedem Fall soll mit der Sklaverei auch die Planwirtschaft verlassen worden sein, um sich der Marktwirtschaft zuzuwenden. Das ist schlichtweg falsch und Unfug! Das Ziel einer solchen Aussage, die Verneinung von Planwirtschaft als Alternative zur Anarchie kapitalistischen Wirtschaftens, hingegen durchaus erkennbar.
Ohne hier nun die Frage aufzuwerfen woher die Menschen kamen, bevor sie Sklaven wurden, gingen sie nach ihrer Flucht erst einmal auf die Wanderschaft und zogen, wie zu dieser Zeit durchaus noch üblich, in Stammesverbänden umher. Sie waren auf der Suche nach dem gelobten Land, welches der Herr, ihr Gott, ihnen versprochen hatte. Dieses Land Unvermeidlicherweise gefunden, die dort lebenden verdrängt oder assimiliert, wurde das Volk sesshaft und begann neben der Viehzucht auch Ackerbau zu betreiben. Dass damit der Handel ebenfalls eine neue Qualität bekam, muss sicher nicht gesondert erwähnt werden, kapitalistisch war dieses System deshalb lange noch nicht. Zeit verging, die Entwicklung ging weiter, Höhen und Tiefen sind auch für diese Geschichte kennzeichnend. Irgendwann kamen die Römer und besetzten das ganze Land. Für das Volk bedeutete dieses neue Lasten zu den alten dazuzubekommen, da ihre alten Herren nicht unbedingt geneigt waren auf ihre Forderungen zu verzichten. Wem wundert es da, dass die Sehnsucht nach einem Messias an Bedeutung gewann. Und wo nach Lösungen gesucht wird, werden solche auch gefunden und da alles was die Menschen in Bewegung setzt, durch ihren Kopf hindurch muss, Propheten aus der Mode gekommen waren und Reformatoren noch nicht erfunden, gab es Menschen wie Christus, welche durchs Land zogen, bestrebt ihren Glauben an die neuen Verhältnisse anzupassen. Das diese Herren (gedacht sei an die Rolle der Frau zu jener Zeit) Erfolge verzeichnen konnten, kann an den folgenden Entwicklungen abgelesen werden. Mit Kapitalismus allerdings hatte das nichts zu tun. Eher war es der Versuch eine Religion, welche ihre Wurzeln in der nomadisierenden Stammeskultur hat, an die sich veränderten Verhältnisse anzupassen. Dazu wurde die Religion nach außen geöffnet, in dem nicht mehr die Geburt, sondern die Taufe zum Maßstab für die Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft erhoben wurde. Dass dieses nicht gerade auf Gegenliebe bei der Priesterschaft gestoßen ist, verwundert eigentlich nicht, wurde die Religion doch ihrer Meinung nach in ihren Grundfesten (Fundament) erschüttert.

Dienstag, 15. Januar 2013

Lobbyismus, gesellschaftliche Alternativen und eine Meinung

In der Mailingliste der Freidenker wurde ein Beitrag veröffentlicht, welcher sich mit Lobbyismus beschäftigte, wozu es sicher verschiedene Meinung gibt. Lobbyismus ist eigentlich eine heute schon überholte Form der Einflussnahme auf die Politik von Politikern, heutige Einflussnahme ist wesentlich direkter und erfolgt oft über den Verwaltungsapparat. Zum Beitrag gab es einen Kommentar, welcher auf einen Beitrag im Internet verweist. Die Seite selbst ist mir schon öfter empfohlen worden, so habe ich dort gelesen und meine Meinung zur Seite kundgetan. Zum empfohlenen Beitrag habe ich folgendes als Kommentar in der Mailingliste hinterlassen:

Hallo …,
ja, die Wissensmanufaktur, ich hatte an anderer Stelle meine Meinung zur Seite niedergeschrieben. Zu den ersten zwei drei Absätzen des Beitrags, welchen ich komplett gelesen habe, hier meine Meinung:
Nun, was nicht so alles unter Freiheit verstanden werden kann, das Freiheit hingegen „eine Frage des richtigen Geldsystems“ ist, war mir nicht so neu. Die Überschrift zeigt aber auch wohin die Reise geht, nicht das gesellschaftliche System, nicht das Wirtschaftssystem, sondern das Geldsystem ist entscheidend. Das der Autor sehr oberflächliche und klischeebeladene Vorstellung von Freiheit hat, kann dem Text entnommen werden. Bezeichnend auch, dass zu Beginn erst einmal gegen die einzige Alternative zum Kapitalismus, den Sozialismus, geschossen wird. Immerhin wollten die Menschen in Leipzig „Freiheit statt Sozialismus“. (Wollten sie das?) Da diese Forderung Naiv war, wurden sie mit „Kapitalismus statt Freiheit“ bestraft. Aber was soll es, wenn die Freiheit im Geldsystem zu finden ist, werden sie irgendwann mit dem Monetarismus belohnt.
Nun bin ich in der DDR groß geworden und ehrlich gesagt partizipiere ich heute noch von der Freiheit, welche ich in der DDR erfahren konnte und auch wenn ein System, in welchem „man frei von Existenzängsten ist“, freier ist, als in einem System wo dieses nicht der Fall ist, wurde Freiheit nicht so definiert wie behauptet. Eher wurde gelehrt, dass Freiheit keine Frage der Definition, sondern eine des praktischen Lebens der Menschen ist.

Im Felde unbesiegt

Ein weiteres Gedicht von Hannelore Fleiß, welches ich aus der Mailingliste der Freidenker übernehme. 





 



Im Felde unbesiegt

     "Wir brauchen außerdem realistische Ziele
     und nicht zuviel menschenrechtlichen Überschwang
     bei der Entscheidung, Soldaten in ein anderes Land
     zu schicken."
     (Thomas de Maiziere, Bundesminister für Verteidigung)

Die alten Preußen wären mächtig neidisch,
so forsch war nicht einmal der Alte Fritz.
Heut heißt es wieder Mann sein und nicht weibisch,
drum ran ans deutsche Patriot-Geschütz!

Lasst Hinterbacken knallen wie die Fürze,
reiss dich zusamm', Mann, es geht wieder los,
das gibt dem deutschen Krieger echte Würze!
Mensch, Männer, ihr zieht hier das Große Los!

Afghanistan ist fast schon abgehakt,
gen Syrien liegen wir schon auf der Lauer.
Aus Mali hat man heuer angefragt,
das wird ein schöner Krieg von längrer Dauer.

Rauf auf die Kerle wie einst Wilhelms Hunnen!
Was denkt sich denn die schwarze Läusebrut?!
Ein deutscher Landser baut doch keine Brunnen,
das macht im Schlaf der schäbigste Rekrut.

Nein, Leute, diesmal heißt es zuzuschlagen!
Das Pack da unten soll mal blutig spüren,
wer Herr im Hause ist seit Wilhelms Tagen,
wir wer'n die Moslems tüchtig massakrieren!

Und dass mir keiner nasse Hosen kriegt,
wenn euch so'n Muttchen vor die Flinte springt!
Der Deutsche bleibt im Felde unbesiegt,
egal, was an Verlusten das auch bringt!

Im Namen unsrer neuen deutschen Macht
kommt jetzt das letzte, noch ein Wort zum Schluss:
Und nieder mit des Franzmanns Niedertracht!
Dass alles kommt, so wie es kommen muss!


Zum Krieg in Mali ...

Zum Krieg in Mali findet sich ein interessanter Beitrag mit weiteren Verweisen auf der Seite Kritische Massen, welchen ich gern übernehme: 
 

Mali wird gerettet, aber schön langsam

Wird der neue Krieg in Mali geführt, weil wieder einmal die Menschenrechte und die armen Zivilisten gerettet werden müssen? Diese edlen Motive bleiben im Moment im Hintergrund. Herr Westerwelle brabbelt etwas von "humanitärer Hilfe" - zur Unterstützung der französischen Intervention. Aber man muss ja den eigenen Altruismus nicht in den Mittelpunkt stellen. Das wäre unbescheiden. Was aber sonst treibt die französische Fremdenlegion nach Mali? - Es geht um den Bestand des malischen Staates heisst es, um die "Sicherheit" der ganzen Region, gegen die Ausbreitung des "islamischen Fundamentalismus", Al Kaida, gegen den Teufel schlechthin also. Auch edel.
Um die malischen Bodenschätze geht es nicht, wie die Linken reflexhaft behaupten, sobald irgendwo ein neuer Krieg angefangen wird. Das beweist die FAZ in diesem Artikel: link. Zwar ist das ganze Land in Prospekte aufgeteilt, in denen die verschiedenen internationalen Konzerne nach Bodenschätzen suchen. Auch holt man jetzt schon jährlich um die 50 Tonnen Gold aus der malischen Erde. Uran soll es auch geben. Das wäre für Frankreich ein schönes zweites Standbein neben Niger, von wo man die saubere Energie bis jetzt in die französischen Atomkraftwerke holt. Eine Kleinigkeit ist da noch: Mali wickelt 25 % seines Aussenhandels mit China ab. Was haben denn diese Chinesen in französischen Schutzgebieten zu suchen?
Interessant sind die Verlautbarungen von deutscher Seite. Westerwelle sagt, eine deutsche Beteiligung an der Intervention komme nicht in Frage. Man könne allenfalls logistisch, mit medizinischem Personal und humanitär helfen. De Maiziere sagt, das könne man tun und ausserdem malisches Militär ausbilden. Niebel war kürzlich in Mali. Westerwelle war im November dort. Quattara, der derzeitige Vorsitzende der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten Ecowas und von Frankreich eingesetzte Präsident der Elfenbeinküste, ist morgen, Mittwoch, in Berlin. Frankreich bombt. Deutschland zieht an den diplomatischen Strippen. Das Problem ist nämlich: Was haben die Deutschen in französischen Schutzgebieten zu suchen?
Die FAZ schreibt von "Hollandes Alleingang" ( link ). - "Innerhalb weniger Stunden hat sich Hollande vom Zauderer in einen Kriegsherren verwandelt." Nicht einmal mit den Volksvertretern habe er Rücksprache genommen. Lies: Nicht einmal Berlin hat er gefragt. Dafür kommt der von Frankreich eingesetzte Quattara - nach Berlin. Was will er da? "Deutsche Transall-Maschinen", weiss die FAZ, für den Transport von Ecowas-Truppen nach Mali. Die sollten erst im Herbst in Mali stationiert werden, aber jetzt pressiert es. Die französische Intervention nämlich, so die FAZ, "erinnert mehr an klassische Einsätze der Kolonialmacht in ihrem afrikanischen Hinterhof als an das von Hollande beschworene Vorgehen "im strengen Rahmen der UN-Resolution"". Die höflich vorgetragenen Ermahnungen, Frankreich möge sich doch nicht aufführen wie immer, wenn es um den Claim seiner ehemaligen Kolonien geht, sondern, wie es die modernen Zeiten erfordern, die Wilden kollektiv-imperialistisch, d.h. unter deutscher Beteiligung, befrieden, lassen nur eine Entschuldigung zu: Frankreich habe vielleicht müssen, weil sich andernfalls das Problem der Rettung der malischen Regierung wegen deren Abhandenkommens von selbst erledigt hätte.
Aber beim französischen Alleingang bleiben darf es nicht. Das finden wohl auch die USA, die sich diskret im Hintergrund halten, die französischen Legionäre mit Luftaufklärung unterstützen und vorerst die Kanadier und Dänen dazu auserkoren haben, möglicherweise ein paar Truppen zu schicken. Hinter der USamerikanischen wie der deutschen "Zurückhaltung" steht unausgesprochen: Die Franzosen können es ja auf die Dauer eh nicht allein. Wenn es zu einem ernsthaften Krieg kommt, werden sie den Rest der Demokratie-Exporteure nicht von der postkolonialen, d. h. neokolonialen Betreuung der Region ausschliessen können, weil sie allein dafür schon zu schwach sind. Die "Kriegherren"-Herrlichkeit eines Hollande wird nicht anhalten. Angekrochen wird er kommen, weil er um Hilfe bitten muss. Er wird die Beute schon teilen müssen, wenn er sie haben will.

Sonntag, 13. Januar 2013

Der Faulpelz

Der Faulpelz
Bist Du nun ein dienstbar Geist,
So unterstellt man Dir, auch Fleiß,
Doch verweigerst Du,
Und mit Erfolg den Dienst,
Wirst als Faulpelz Du gepriesen.


Machst den Buckel Du recht krumm,
Hast wenig nur zu sagen,
Duldest fleißig und bleibst stumm,
Und verkneifst Dir manche Fragen!
Gibst kein Anlass Du zum klagen,
Wird man Dich auch loben,
Und nur gutes von Dir sagen.


Gehst Du Aufrecht,
Bist nicht stumm.
Neigst zum Hinterfragen,
Stellst Dich selber auch nicht Dumm,
Gibst Du Grund zum klagen!
Stehst Du so, auf Augenhöhe,
Hast auch selber was zu sagen,
Wirst Du Opfer mancher Klagen.


Lob wird Dir gewiss da sein,
Wenn Du treu ergeben,
Unterordnest Dich allein,
So dem fremden Streben.


Doch zeigst eignen Willen Du,
Ignorierst das fremde Streben,
Bist ein Bösewicht in nun,
Machst Dir selber schwer Dein Leben!


Wenn vor Scham,
Du senkst das Haupt,
Egal aus welchem Grunde,
Man wird Dich Loben, mit Verlaub,
Verbreiten frohe Kunde.


Doch wenn Du, aufrecht stehst,
Und mit der Frage schwanger gehst,
So bist Du schon verloren,
Festzustellen ist geschwind,
Als Faulpelz, wurdest Du geboren!




Arbeitslos²

In der Mailingliste der Freidenker fand sich folgendes Gedicht von Hannelore Fleiß.  

Arbeitslos

Uff, wüsst ick bloß, wie et jetzt weiterjeht
mit dir und mir und allet det Jebimse.
Man sitzt wie'n Vogel uff't Jesimse,
und eener nimmt den andern in't Jebet.

Wie soll det weiterjehn, det frag ick dir.
So ohne Aussicht, ohne Jeld und Jott?
Nu stehn wir alle beede vorm Bankrott.
Kiek mir nich an so wie een wilder Stier!

Wat kommt, is jetzt schon nischt als Härtetest.
Uff'm Amt die und ihr Schönjetue!
Die lassen uns janz cool im Rejen stehn.

Uff'n Teller Karo Einfach, dass det weeßt.
Die Jören brauchen wieda neue Schuhe.
Na, allet Weitre wer'n ma denn ja sehn.

Bis dann
Hannelore

Obiges Gedicht, treffend und emotional, schildert das persönliche Problem Arbeitslosigkeit und die damit verbundenen Folgen. Was mich animierte allgemeiner über dieses Problem nachzudenken. Letztlich wäre in diesem Zusammenhang zu klären, was Arbeit eigentlich ist und welche Bedeutung sie für den Menschen hat. Und so formulierte ich folgendes Gedicht und veröffentlichte es in der Liste:

Es ist das Elend,
was Du besingst,
welches Arbeit heute mit sich bringt!
Der Mensch ist nicht die Arbeit los,
eher ist die Arbeit sein großes Los,
Es ist die Arbeit,
sie lässt ihn Sein!

Arbeitslos? … (allgemeine Gedanken)

Freitag, 11. Januar 2013

... ein Ausflug ist triviale.

Sinnsprüche sind eigentlich Sinnlos, oder? Früher wurden sie auf Stoff gestickt, mit Blümchenmuster oder ähnlichen kitschig verziert, in Küchen, Hausfluren, Wohnzimmern, Bädern, Toiletten usw. aufgehängt. Ging der Blick zum Herd, so prangte gelegentlich neben diesem ein Sprüchlein wie „eigener Herd ist Goldes wert“ oder „trautes Heim, Glück allein“, ob die
Menschen dadurch glücklicher waren, kann ich nicht sagen. Gelegentlich wurden Sinnsprüche aber auch in Holz geritzt oder gebrannt, manches Brettchen wurde auch kunstvoll bemalt, zum nutzen des Ansehens und sich des drauf befindlichen Spruches zu erfreuen. Manchen Sinnspruch findet man heute auch noch auf Fußmatten, aber die meisten Sinnsprüche sind unserer Zeit entsprechend im Internet zu finden, insbesondere in sozialen Netzwerken wie Facebook. Dabei kann ich mich nicht des Eindrucks erwehren, dass Frauen solchen Sprüchen eher zugetan sind, als Männer, wobei auch diese solche Sprüche teilen und so mitteilen welchem Sinn sie folgen. Ohnehin sind solche Netzwerke in mehrfacher Hinsicht Märkte, nicht nur so mancher Eitelkeit, sondern auch so mancher Trivialitäten. Von konkret und differenziert platzierter Werbung einmal abgesehen.
Sinnsprüche sind Sprüche, welche dem Leben einen Sinn geben sollen, oder den Sinn des Lebens der Nutzer verkünden. Auch stellen sie eine Art der Auseinandersetzung da, mit sich, dem Umfeld und besonders mit anderen Menschen. Und so könnte der passende Sinnspruch lauten, „fasse Dein Leben, kurz und zum Schluss, weil einmal Schluss sein muss!“ So sei hier Schluss, den Sinn des Beitrags versuche ich nicht zu erklären, nur ohne Sinn hätte ich ihn nicht geschrieben. So sei es ein Ausflug ist triviale.

Dienstag, 8. Januar 2013

Wenn die Schere im Kopf nicht funktioniert

Folgendes Gedicht stammt nicht von mir, sondern von Hannelore Fleiß, es ist das Ergebnis einer Diskussion, welche die Präsens im Internet auf nicht selbst betriebenen Seiten zum Gegenstand hatte. Speziell ging es um das Sperren von Forennutzern nach Äußerung unliebsamer Meinung. Es war nicht uninteressant sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, handelt es sich in solchen Fällen um direkte Zensur, betrieben von den Betreibern der Seiten oder Foren. Eine Zensur welche es eigentlich und oft verkündeter weise nicht geben sollte, welche aber durchaus und das nicht nur im Internet, präsent ist. Dabei muss dieses Mittel oft nicht einmal eingesetzt werden, da bei vielen Menschen die Schere im Kopf funktioniert und sie sich selbst disziplinieren, oder auch disziplinieren lassen und sich anpassen. Glücklicherweise wächst die Zahl derer, welche sich weigern sich in fremden Interesse zu disziplinieren, sich anzupassen und das gegen die eigenen Überzeugungen, was allerdings meistens nicht ohne Konsequenzen bleibt. Bevor ich den Inhalt der Diskussion aufarbeite, hier das Gedicht:

Dem Nonkonformisten

Du, halt die freche Schnauze, pass dich an!
Dir wird bestimmt dann Gutes nur passieren.
Mach's einfach so wie jeder brave Mann,
den kann auf lange Sicht doch nichts genieren.
Vielleicht begreifst du dann noch irgendwann,
nur so kann man im Leben reüssieren.
Doch bist du weiter klüger als die Pferde,
zerstampft dich bald die angepasste Herde.

Sonntag, 6. Januar 2013

Der Schrei nach Entschleunigung!

Initiative unterstützen,
nur was wird in Frage gestellt?
Rennt, rennt, rennt, rennt,
lasst euch nur nicht aufhalten,
lauft, lauft, lauft,
schaut aber nicht nach unten,
sonst würdet ihr erkennen,
dass ihr auf einem Laufband euch müht,
dessen Geschwindigkeit zunimmt!
Also lauft schneller,
noch schneller
und noch schneller,
denn wenn ihr stehen bleibt,
bleibt das Band nicht stehen,
lauft, lauft, lauft,
euer Ziel immer vor Augen,
es ist nah
und manchmal näher
und wenn es näher kommt,
läuft das Band schneller,
ein Verschnaufen nicht möglich,
das Band läuft,
läuft und läuft,
es hält nicht an,
es bringt das Ziel nicht näher,
lauft, lauft, lauft,
wie die Gertiebenen von Angst zerfressen,
der Hoffnung folgend,
lauft, lauft, lauft!
Die totale Kolonialisierung der Welt gilt es zu bekämpfen,
sie steht vor dem Laufband,
und euer Blick ist drauf gerichtet,
starr,
keine Ablenkung zulassend,
das Elend treibt zum Laufen,
die Welt gilt es zu retten,
vor der Kolonisierung durch das Kapital.
Lauft, lauft, lauft,
vergesst alles,
legt ab was euch das Laufen erschwert,
lauft, lauft, lauft,
das Ziel vor den Augen!
Wenn ihr die Schwerkraft negiert,
könnt ihr euer Ziel erreichen?
Doch selbst wenn ihr euch aller Lasten entledigt,
nackt auf dem Laufband lauft,
ihr werden schwitzen
und Pfunde verlieren,
ihr lauft, lauf, lauft,
das Ziel vor den Augen,
am Ende des Laufbandes.
Leicht wie Federn,
mehr schwebend als laufend,
den Bodenkontakt minimierend,
dem Ziel entgegenschwebend,
werdet ihr fallen,
entkräfte,
auf das Laufband,
dessen Geschwindigkeit unvermindert zugenommen hat,
so das die gefallenen vom Ziele weg,
vom Laufband geschleudert werden,
… also lauft lauf, lauft!
Doch zerschmettert die Knochen,
am Ende die Kraft,
das Ziel nicht erreicht,
liegt es in weiter Ferne,
ihr seid erschlafft!
Die Probleme haben sich verschärft,
obwohl ihr gelaufen seid,
und alles gegeben habt,
was ihr geben konntet,
nur eines habt ihr nicht getan,
… das Laufband zu zerstören!

geschrieben 06.01.2013 im alten Blog

Und so erhielt ich folgende Antwort: ...

Nun hatte ich eine relativ kurze Antwort geschrieben, einen Aufruf betreffend und meine Meinung zu diesen Aufruf mittels Gedicht kundgetan. Das eine jede solche Situation einen erfreuen kann, passiert doch wenigstens was, ist durchaus verständlich, besonders wenn populäre Persönlichkeiten diese gezeichnet haben und ihn gar mit entsprechenden ergänzenden Schreiben konkretisieren und hofieren. Und so erhielt ich folgende Antwort:

Hallo Thomas,

sei doch froh, dass sich einige Leute regen und – wenn auch sehr allgemein – den Schleier ein Stück weit lüften. Dass ich mir größere Klarheit gewünscht hätte, habe ich angedeutet. Diese Klarheit betreffend habe ich viele Texte geschrieben, doch sie werden von linken Medien blockiert.

Schade aber, dass Du Dich anscheinend überhaupt nicht mit dem Aufruf identifizierst, nicht mal mit Mikis Theodorakis und Jean Ziegler. Da hast Du sicherlich zu kurz gedacht. Soll das proletarisch sein? Sei doch froh, wenn Intellektuelle und Künstler wenigstens ein Stück weiter denken.

Mit freundlichen Grüßen
...

Daraufhin formulierte ich diese Antwort:
Hallo ...,
vielleicht hast Du ja Recht, aber sich mit einem Aufruf zu identifizieren, unter welchen „große“ Namen stehen, ist mir dann doch etwas zu wenig. Letztlich habe ich mir die Geschichte durchgelesen und allein weil etwas gemacht wird, bin ich lange noch nicht froh, da meines Erachtens hier kein Schleier gelüftet wird, sondern eher auf eine falsche Fährte gelockt. Das Problem ist nicht die Globalisierung, sondern der Zweck, welchen die praktizierte Globalisierung zu dienen hat, also ihre Ursachen. Diese spielen keine Rolle, eher geht es darum die Spitze des Eisberges etwas zu stutzen, den „Turbokapitalismus“ etwas abzubremsen. Interessant auch die Biographie der Initiatoren und speziell ihre Funktionen, welche sie einmal ausübten. Und dann noch die Überschrift, ist mir erst beim zweiten Lesen aufgefallen. „Gemeinsamer Appell für die Rettung der Völker Europas“, und was ist mit den anderen Völkern, denen in Afrika, Asien, Lateinamerika usw.? In diesem Zusammenhang ist es vielleicht sogar ganz gut, dass ich es nie weiter gebracht habe als zum Proleten und meinen Gehirnwindungen all zu kompliziertes Denken fremd ist. (Was allerdings relativ zu betrachten ist und sehr davon abhängig, welcher Maßstab angelegt wird.) Da ich nun Prolet bin, braucht sich auch keiner zu wundern, dass ich wie ein Prolet denke! Nein, was da appelliert wird, ist so nicht in meinem Interesse!
Aber gehen wir ans Eingemachte, so ist zu lesen: „Die Politik der Regierungen und Banken ist gescheitert.“ Ist sie das? Oder haben Regierungen und Banken nicht nur ihre Hausaufgaben gemacht? Welcher Illusion wird da Zucker gegeben? Können Regierungen und Banken überhaupt anders, unter den bestehenden gesellschaftlichen Verhältnissen? Aber was soll es, sie sind gescheiter und „das hat die Finanzkrise verursacht.“ Logisch, hätten ja auch gegen die Interessen des Kapitals entscheiden können, sind doch frei und stehen über den Dingen! So ist die Lösung einfach, lasst uns die Regierungen austauschen und die Banken demokratisieren und die Welt wird in Ordnung sein! Da dem aber nicht so ist, geht es weiter und „die Kürzungspolitik treibt viele Menschen in die Armut.“ Was sicher stimmt und “eine ökonomische Alternative ist unerlässlich“, es wird Zucker gestreut und die Illusion geweckt, dass diese darin bestehen kann, das kapitalistische System zu reformieren und den Hebel von Neoliberalismus z. B. auf die Lehren eines Johann Silvio Gesell umzulegen. Ob damit „die Existenz der Bürger zu schützen“ ist, … nun ja, fraglich, hat doch selbst die Theorie von Gesell ihre Untauglichkeit zur Lösung der Probleme des kapitalistischen Systems praktischer Weise schon bewiesen.
Wie nun die Feststellungen, so auch das verlangen an die Regierungen, welche:
1. der Kürzungspolitik und Privatisierung Einhalt gebieten;“ was sich an sich ja nicht schlecht anhört, nur wie steht es um die Möglichkeiten, dass die Regierungen, welche bis jetzt gekürzt und privatisiert haben, denn Hebel auf einmal umlegen? Die Frage ob Regierungspolitiker dazu überhaupt in der Lage sind, möchte ich erst gar nicht stellen. Aber es gibt noch weitere Forderungen an die Regierungen, so „2. Millionäre und Grosskonzerne besteuern;“ was in dieser allgemeinen Formulierung die Frage aufwirft, ob diese gegenwärtig gar keine Steuern zahlen und die Art und Weise der Besteuerung, genauso wie die Quellen ihres Reichtums, erst einmal außer Acht lässt. Über reine Umverteilung gesellschaftlichen Reichtums kommt dieser Ansatz nicht hinaus, die Verteilung des selbigen spielt ohnehin keine Rolle. Da nun bekannter Weise Reichtum Armut bedingt, ist es logisch, „3. Einen Schuldenschnitt durch(zu)führen und die Banken unter demokratische Kontrolle (zu)stellen;“ Dabei wäre ein Schuldenschnitt durchaus realistisch, nur gegenwärtig unwahrscheinlich, da es noch genügend gesellschaftliches Eigentum umzuverteilen gibt und auch noch genügend fiktives Kapital darauf wartet, mit Hilfe des Staates in reales verwandelt zu werden. Was nichts anderes heißt, dass Staaten wie Griechenland erst der Staatsbankrott genehmigt wird, wenn absolut nichts mehr zu hohlen ist und die Schulden als Instrument zur Umverteilung europäischen Volksvermögens nicht mehr taugen. Da wäre dann noch die demokratische Kontrolle der Banken, welche sich an allgemeinen demokratischen Maßstäben messen ließe und Banken somit maximal in dem Maße kontrolliert werden könnten, wie heute Regierungen kontrolliert werden können. Dabei sagt Kontrolle so nichts über ihre Wirkung aus, eine Verstaatlichung der Banken wird nicht einmal ins Auge gefasst, genauso wenig wie Verstaatlichung von Unternehmen der Daseinsvorsorge, wie Energiekonzerne, Wasserwirtschaft, etc. Und „4. In Arbeitsplätze, Gemeinwesen und Ökologie investieren." Was sicher nicht schlecht wäre, nur warum? Dem allgemeinen Wachstumsfetisch folgend, wobei diese Forderung eher zur Beruhigung der Volksseele taugt, als praktisch die Verringerung oder gar Aufhebung des Raubbaus an Mensch und Natur zu fordern. Diese Forderungen sind weit entfernt von den Ursachen gesellschaftlicher Probleme, sie sollen maximal Linderung und einer Fraktion des Kapitals wieder mehr Geltung verschaffen, deren Interessen in den letzten Jahren, Jahrzehnten immer schlechter vertreten wurden.

Samstag, 5. Januar 2013

Gedanken zu einem Appell - Der Schrei nach Entschleunigung!


Auf einen gemeinsamen „Appell für die Rettung der Völker Europas“ wurde ich per E-Mail aufmerksam gemacht. Sicher nicht uninteressant, meine Gedanken und so begann ich mit dem Lesen, gerade auch, weil die Internetseite, auf welche verwiesen wurde, mit Koalition des Widerstandes überschrieben ist. Nach lesen des Appells schickte sich ein Antwort, wobei mir da die Beschränktheit der Überschrift noch nicht so richtig bewusst war. Vielleicht auch darum, weil ein ganzer Teil Prominenter den Appell schon unterschrieben hatte. Doch was bedeutet diese Überschrift, ein Appell „für die Rettung der Völker Europas“? Was ist mit den anderen Völkern, haben diese nicht dieselben Probleme, oder gar noch wesentlich größere? Sind es die Europäer, welche am stärksten von den Folgen imperialer Globalisierung betroffen sind? Viele Fragen kamen mir beim lesen des Appells in den Sinn und irgendwie musste ich auch an Don Quijote denken, wie dieser gegen die „Riesen“ angeritten ist. Und auch wenn der Appell oder die Petition mit den Unterschriften einiger Prominenter glänzen kann, konnte ich nicht entdecken, an wem sie gerichtet ist. Oder ist sie gerichtet an das Wir und die notwendige mächtige Widerstandsfront?    
Im folgendem meine Antwort auf die E-Mail und ein Gedicht zum Thema:  

Hallo …,
nichts für ungut, aber wer da angesprochen wird steht fest, ich erkenne mich nicht, bin ich doch weder Intellektueller noch Künstler, auch sind spontane Bewegungen so nicht mein Ding, spontan kann sich etwas entzünden, es kann auch nachgeholfen werden, nur so spontan die Entzündung, so spontan der Vorgang und so spontan das Ende, es fehlt mangels Substanz die Energie. Und was heißt schon die Bedeutung der Lage zu erkennen? Welche Lage, wessen Lage und liegt man gelegentlich nicht sogar schief? „Wir müssen eine mächtige Widerstandsfront gegen das nahende »totalitäre Empire der Globalisierung« aufstellen. Bevor es zu spät ist! Jeder kann diese Initiative unterstützen."“ Globalisierung als die Ursache gegenwärtiger Probleme? Nur was sind die Ursachen für die Globalisierung, welche in der Kritik steht? Und haben die Regierungen versagt, oder haben sie nicht genau das getan, was von ihnen erwartet wurde? Und wird nicht mit einem erneutem „New Deal“ nur in die Mottenkiste gegriffen und ein Instrument gewählt, welches schon einmal bei der Lösung anstehender Probleme versagt hat, den Aufgeschoben ist nicht aufgehoben?

Der Schrei nach Entschleunigung!

Freitag, 4. Januar 2013

Verfassung hin, Grundgesetz her, ein jedes Gesetzeswerk hat Interessen zu dienen, auch die Auseinandersetzung mit diesen!

- Auf Facebook wurde ein Kommentar geschrieben und das zu einem Text, welcher ein Video zum Gegenstand hatte, in dem ein Teil eines Vortrags aufgezeichnet ist. Im Video ging es um Recht und Gesetz, im verweisenden Kommentar speziell um Verfassung und Grundgesetz und deren Gültigkeit. Eine entsprechende Folge des in mehrere Videos aufgezeichneten Vortrages, welche übrigens auf entsprechenden Plattformen im Internet zu finden sind, wurde ausgewählt. (Den Pfad habe ich mir leider nicht gemerkt und die Seite mit Kommentar ist nicht mehr zu finden.) Tenor ist, dass ja eigentlich noch die Verfassung von 1871 gültig ist, genauso wie das bürgerliche Gesetzbuch vom Ende des 19 Jahrhunderts. Letzteres ist wohl richtig, erstes hingegen nicht. Nur was wird mit solchen Behauptungen bezweckt? Welcher ausgewachsene Geschichtsrevisionismus, welcher Nationalismus, welche faschistische Ambition steckt dahinter? Denn um anderes geht es eigentlich nicht. Dabei geht es weniger um Gesetzeswerke, oder gar um die Verfassung, wie vorgegeben, sondern eher um den Geltungsbereich der letzteren. 1871, Deutsch – Französischer Krieg, die Krönung eines Deutschen Kaisers im Spiegelsaal von Versailles (Symbol des Absolutismus) und damit der Abschluss der Überwindung der deutschen Kleinstaaterei, das zweite Reich manifestierte sich. Dieses Reich, mittels Kriegen geschaffen, ging mit dem ersten Weltkrieg unter und musste einige Federn lassen. Die entstehende Weimarer Republik hatte zwar eine eigene Verfassung, diese scheint dem Schreiber des Kommentars aber nicht auszureichen, nein sein Revisionismus reicht nicht nur in die Zeit vor 1937 zurück wie sonst oft üblich, sondern noch in die gute alte Zeit des Kaiserreiches, als es noch unversehrt bestand hatte. Das in solchen Zusammenhang die Verfassungsdiskussion weniger des Inhalts wegen geführt wird liegt auf der Hand, im Vordergrund steht der Geltungsbereich. Nicht Deutschland in den Grenzen von heute oder von vor 1937, sondern von 1871 ist somit die Losung.

Was eine Verfassung ist, welche Aufgabe sie hat, ihre Hintergründe und die Bedingtheit der durchaus unterschiedlichen Inhalte, spielt keine Rolle oder nur eine Untergeordnete. Das in diesem Zusammenhang der Lissabonvertrag eine Rolle spielt, als Instrument der Entmündigung nicht nur des deutschen Volkes, versteht sich von selbst, dabei werden als treibende Kräfte aber die EU als politische Struktur angeprangert und nicht die hinter diesen Kräften stehenden Interessen, welche zuvorderst mittels deutscher Politik durchgesetzt werden. So wie es gegenwärtig aussieht, ist die EU in erster Linie ein Instrument zur Durchsetzung deutscher Kapitalinteressen. Somit ist die derzeit praktizierte Politik von deutscher Seite wesentlich weiter im praktischem Negieren der Ergebnisse des zweiten Weltkrieges als die revisionistischen Schattenboxer, welche eine kaiserliche Verfassung wieder haben wollen. … Ziel derartiger Beschäftigung ist meines Erachtens nur, Menschen von wirkliche Alternativen zum gegenwärtigen gesellschaftlichem System abzubringen, eine Alternative in längst vergangenen und heute oft verklärten gesellschaftliche Verhältnissen zu suchen und gegenwärtige expansive Ambitionen zu stärken und zu verteidigen. 1871, das war noch eine Zeit, so das Credo, kriegerische Erfolge wurden durch wirtschaftliche Erfolge ergänzt, das Reich entwickelte sich bis zum ersten Weltkrieg zu einer der mächtigsten Industrienationen und prägte seine imperialen Bedürfnisse immer stärker aus. Der erste Weltkrieg war zwangsläufig und Endete mit enormer Produktivkraftvernichtung. Mit dem Versailler Vertrag wurde von den Siegermächten eigentlich schon die Grundlage für den zweiten Weltkrieg gelegt, die deutsche Wirtschaft erstarkte wieder, gewann verlorene Positionen zurück und rief ein drittes Reich ins Leben. Der zweite Weltkrieg generierte enorme Gewinne für die Monopole, welche die Völker zu zahlen hatten. Im Ergebnis des zweiten Weltkrieges gab es zwei deutsche Staaten, wovon einer 1989/90 die Bühne wieder verließ. Dieser Staat hatte allerdings, im Gegensatz zur BRD, eine Verfassung, welche breit diskutiert und sogar mittels Volksabstimmung beschlossen wurde. Diese Verfassung allerdings ist nicht Bestandteil den Diskussionen, welche im Zusammenhang mit der Gültigkeit oder Nichtgültigkeit des Grundgesetzes geführt werden. Wie auch, war der Geltungsbereich dieser Verfassung, wenn auch vom Volk beschlossen, noch kleiner als die der anderen deutschen Verfassungen oder des Grundgesetzes.