Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Denken sie an die deutschen Truppen an der Front!

Diesem Kredo folgt die MZ heute in ihrer Quedlinburger Ausgabe, berichtet wird über einen Söldner der Bundeswehr, welcher in Mali Vasallentruppen ausbildet und dort auch den Jahreswechsel verbringt. Nicht nur das mit den Waffen geklappert wird, selbst der Bundespräsident zum weltweiten militärischen Engagement aufruft, was nichts anderes als Krieg bedeutet, dieses Land befindet sich schon mitten im Krieg und ist an verschiedenen Kriegsschauplätzen mit Truppen präsent. Im Ablaufendem Jahr jährte sich der Ausbruch des ersten Weltkriegs zum 100 mal und die allgemeine Kriegsgefahr hat zugenommen. Und 2015 ist das Jahr, in dem der Befreiung vom Faschismus vor 70 Jahren gedacht wird“, zumindest gedacht werden sollte. So jedenfalls im Appell des Bundesverbands Arbeiterfotografie zum Jahreswechsel 2014/15.
Gegensätzlicher können Beiträge eigentlich nicht sein, sentimental wird auf der einen Seite das „Schicksal“, die berufliche Entscheidung eines Menschen als Kriegswerkzeug zu agieren, in den Mittelpunkt gestellt und auf der anderen Seite aufgerufen gegen gegenwärtige und zukünftige Kriegsgefahr anzutreten.
Übrigens finden sich in der MZ nicht unbedingt fachlich und sachlich richtige Beiträge, einmal davon abgesehen, dass dieses Medium seine Aufgabe hat und diese zumindest zu erfüllen versucht. So zum Beispiel intressenspezifisch die offizielle Regierungspolitik zu vertreten und zu rechtfertigen, was letztlich auch bedeutet gegenwärtigen Kriegen einen legitimen Anstrich zu geben und für zukünftige Kriege zu werben, sie hat aber auch einen Beitrag für die allgemeine Verdummung der Bevölkerung zu leisten. Und so gibt es heute einige Beiträge von Redakteuren des Blattes, darunter einen, welcher überschrieben ist mit: „Blutzoll – wofür?“, in diesem Beitrag geht es um ein Bild und den Standpunkt des Autors zu den Ereignissen in der Ukraine im ablaufenden Jahr. Das er diese Ereignisse mit denen zum Ende in der DDR vergleicht, möge seiner Aufgabe als Redakteur geschuldet sein, fraglich nur warum er in diesem Zusammenhang die Ukraine „als Land am östlichen Rand Europas“ bezeichnet. Ist es geographische Unkenntnis oder soll es politisch motiviert zeigen, wo das westliche, politische Europa endet? Dabei liegt in der Ukraine die geographische Mitte Europas, gegenwärtig wird diese Mitte auch als die politische Mitte angenommen, welche die Interessen der sogenannten westlichen Wertegemeinschaft denen eines selbstbewussten Russlands gegenüberstellt. Wer übrigens in Kiew geschossen hat und auf welcher Seite die meisten Toten zu beklagen waren, bleibt allerdings im dunkel. Auch wird nicht in Frage gestellt, warum die sogenannte westliche Wertegemeinschaft eine Regierung, welche sich an die Macht gepuscht hat und sich auch auf faschistische Gruppierungen stützt, ohne Umschweife als rechtmäßig anerkannt wird und jene, welche sich dagegen aussprechen und diese Regierung nicht anerkennen, als Separatisten bezeichnet und mittels Arme bekämpft werden?

Samstag, 20. Dezember 2014

Gedichte, einem Text entsprungen …

Disharmonie in Zeit und Raum menschlichen Seins

Und ich gebe zu,
wie oft hing ich heimlich der Illusion nach,
dass so manche meiner Einschätzungen 
falsch sein möge
und das Leben so schön und angenehm,
wie oft gepriesen.

Nein,
ich wollte nicht der Ketzer sein,
auch wenn ich ketzerisches Wort gesprochen,
nur war anderes mir nicht möglich,
ohne innerlich zerbrechen zu müssen.

Die Zeit sollt zeigen,
wie geschehen,
oft habe ich recht behalten,
doch bis dahin war`s unbequem,
ich wusste es zu gestalten!

Über Symptome können wir streiten, ...

In der Mailingliste der Freidenker fand ich einen Text, welcher sich mit gegenwärtigen Problemen beschäftigte und zum nachdenken anregen sollte. Auf den Text antwortet ich wie folgt:

Nun ich habe über Deinen Text nachgedacht und folgendes ist mit Hilfe einer Tastatur und der Kopierfunktion daraus geworden:
Interessen, Interessen, Interessen … alle Politiker in einen Sack und ab durch die Mitte, in den Wahlkessel und abgewählt? Der Feind wird ausgemacht und vorgegeben und da jene, welche uns regieren, auch nicht ganz „sauber“ sind, passt es schon wieder. Die Medien geben die Richtung vor, es wird opponiert, nicht negiert, … werfe den ersten Stein, wer ohne Sünde ist! Nur was ist Sünde, wer gibt vor was es zu sein hat? Im Glauben verhaftet übte Gott die Herrschaft aus und der Mensch erbte die Erbsünde, die Strafe folgte auf dem Fuße, die Vertreibung aus dem Paradies und die Mühsal der Ebene ebnete so manchen Berg, füllte so manches Tal. Und das alles nur weil ein Apfel vom Baum der Erkenntnis gegessen und der Angst vor ewigem Leben der Menschen nachgegeben wurde! Dieser Erfahrung eingedeckt begannen Menschen sich der Erfahrung zu verweigern, wie angenehme muss das Paradies doch sein, in Labsal der Endlichkeit in Unendlichkeit erwartend! Doch ein zurück gab es nicht und so drängten sich immer neue Erfahrungen auf, welche zu Erkenntnissen führten, die durchaus schmerzhaft sein konnten, aber Entwicklung generierten.
Wie Mensch sich gelegentlich schützend in die Haltung vor seiner Geburt begibt, aber es kein Zurück in den Mutterleib gibt, kann Mensch versuchen sich der Erkenntnis zu verweigern, die Erbsünde Emanzipation wird ihm nicht verziehen werden, ein zurück in das Paradies gibt es nicht, Mensch wird sein Leben lang mit Erkenntnisschmerzen leben müssen. Das Paradies hingegen gehört der Vergangenheit an, es steht für die Vergangenheit, in welche es kein Zurück mehr gibt!
Und ich gebe zu, wie oft hing ich heimlich der Illusion nach, dass so manche meiner Einschätzungen falsch sein möge und das Leben so schön und angenehm, wie oft gepriesen. Nein, ich wollte nicht der Ketzer sein, auch wenn ich ketzerisches Wort gesprochen, nur war anderes mir nicht möglich, ohne innerlich zerbrechen zu müssen. Wäre doch die Welt so schön, wie oft gepriesen, wäre die Erkenntnis vom Gegenteil doch nicht so real und drückend, wäre es doch nicht so schmerzhaft, sich der Lüge entgegenzustellen, wäre es doch nicht so süß sich der Illusionen in Hoffnung zu ergeben, wir würden um einiges freier leben! Doch frei allein kann Mensch nur sein, wenn Erkenntnis Tat geschuldet, Erkenntnis Taten zeugt, sich bewusst der Konsequenzen, wird vollbracht was als objektiv notwendig erkannt! Allein das Denken ist nicht frei, selbst wenn frei gedacht!
Über Symptome können wir streiten, über Folgen philosophieren, der Kampf kann ihnen gelten, wenn die Ursachen bleiben unberührt! So kann ewig nicht geschehen, was heute Notwendig ist, so werden wir immer alte Wege gehen, im Kreis den Illusionen folgen und hoffnungsschwer die alten Lieder angestimmt, werden wir der Zukunft grollen, weil wir in der Gegenwart gefangen sind!
So ist es nötig zu erkenne, wer wir eigentlich sind und dieses auch klar zu benennen, so kann werden, die Zukunft unser Kind! Sind wir das Volk, so in Gefolgschaft, oder sind wir in Interessen geeint, als Klasse in der Masse, nicht als verklärter Brei der Einigkeit in Spaltung!

Sonntag, 30. November 2014

Freidenker Nr. 3-14 - eine dialektische Geschichtsbetrachtung -

Jüngst wurde gejubelt und getrubelt, Anlas waren die Ereignisse am 09.11.1989 in diesem Land, insbesondere vom Osten ausgehend, also vom Gebiet der damaligen DDR. Staatsakte fanden statt und das Volk wurde in allgemeine Jubelstimmung versetzt, den Fall der Mauer zu feiern, welcher letztlich zur Aufhebung der Spaltung Deutschlands im Ergebnis des zweiten Weltkrieg führte und eine neue deutsche Einheit in Spaltung, unter westlicher Dominanz, installierte. Der Osten des Landes wurde deindustrialisiert, Menschen scharenweise vom Gebiet der ehemaligen DDR vertrieben und die verbliebenen zu Niedriglohnarbeiter disqualifiziert.
Beim Jubelfest war davon allerdings nicht die Rede, da ging es um Freiheit, Demokratie und anderen schwülstig verwendeten Begrifflichkeiten, welche ihrer eigentlichen Inhalte lägst beraubt und gern zur Unterdrückung des eigenen und fremder Völker gebraucht werden. Auch spielte keine Rolle, warum das Land und von wem im Ergebnis des zweiten Weltkrieges gespalten wurde. Letztlich hätte sich auch die Frage aufdrängen müssen, wie demokratisch und freiheitlich zum Beispiel die Gründung der BRD und der ihr vorausgehenden vorbereitenden Akte wie zum Beispiel die Währungsreform von 1948 gewesen ist.

Donnerstag, 13. November 2014

„Für die werbewirksame Manifestation des Elends und den Verkauf unserer Produkte!“

An einem Supermarkt entdeckte ich jüngst ein Plakat, welches sich indirekt für die Manifestierung des Elends ausspricht. Es geht darum, Einrichtungen wie die Tafeln zu unterstützen und nebenbei Werbung für das eigene Unternehmen und dessen Billigmarke zu machen. Mit „SOZIALER VERANTWORTUNG“ ist eine Tafel auf der Tafel für die Tafel überschrieben. Und so wird frei dem Motto, Brot und Spiele agiert, wobei es im speziellen Fall ums Brot geht, Fußballweltmeisterschaft zum Beispiel war gestern, andere sportliche Ereignisse sind nicht nur sporadisch präsent, sondern permanent. Die Ursachen warum Menschen gezwungen sind Angebote der Tafeln zu nutzen spielen keine Rolle, es sind die Almosen welche zählen!
Auf dem Plakat hätte ehrlicherweise stehen können, „Für die werbewirksame Manifestation des Elends und den Verkauf unserer Produkte!“ Neu ist dieses Beispiel für propagierten Kampf gegen die Symptome des Elends hierzulande allerdings nicht. Hat auch etwas mit Herrschaftssprache zu tun, mit dem Ziel negativen Folgen kapitalistischen Wirtschaftens wenigstens einen positiven Anstrich zu geben. Da kann es schon vorkommen, das zunehmende Bedürftigkeit als Erfolg verkauft wird, weil Tafeln funktionieren und Suppenküchen wachsenden Zuspruch erfahren. Also Wachstum wohin man schaut?
Und wo es Wachstum gibt, gibt es auch Geschäft, werden neue Geschäftsfelder erschlossen, neue Einnahmequellen generiert, die Almosenindustrie läuft auf Hochtouren, ihre Triebkraft ist zunehmendes Elend, wachsende Armut. Auf dem Plakat wird aufgerufen Spendentüten zu erwerben und damit etwas Gutes zu tun, eventuell sein Gewissen zu beruhigen? Nur wem wird in erster Linie etwas Gutes getan? Den Kunden der Tafeln, welche diese Tüten erhalten und sich an den enthaltenen Produkten laben können, oder dem Unternehmen, welches seine Lager geräumt bekommt und dank hilfsbereiter Kundschaft Umsätze generiert?

Mittwoch, 12. November 2014

Ehrenamt, es wird gebraucht, aber es wird auch missbraucht ...

Berufliches Sein, Arbeit, abhängige Beschäftigung, der Zwang seine Arbeitskraft verkaufen zu müssen nehmen verschiedene Formen an, aber es gibt auch noch das Ehrenamt! Eigentlich eine gemeinnützige Einrichtung, von gemeinnützigen Vereinen getragen und aus dem gesellschaftlichen Sein heutzutage nicht wegzudenken. Von Ehrenamt leistenden werden Aufgaben übernommen, welche zwar notwendig sind, nur für den Kapitalverwertungsprozess nicht tauglich. Aber auch die sogenannte öffentliche Hand zieht sich aus vielen Bereichen gesellschaftlichen Seins zurück, mit der Maßgabe sparen zu müssen. So ist es Bestreben entstehende Lücken zu schließen, in der Regel mit Ehrenamtlichen, was in diesem Zusammenhang eigentlich nur bedeutet, das diese Menschen nicht für Geld arbeiten gehen, sondern für die Ehre! Da Mensch nun aber nicht von der Ehre leben kann, sondern auch Essen und Wohnen muss, in unseren klimatischen Breiten sich auch kleiden, gibt es für manch Ehrenamt eine Aufwandsentschädigung. Diese allein kann die Existenz nicht sichern, allein ist sie oft eine kärgliche Zugabe zu staatlich gewährten Almosen wie sie mit Hartz IV zum Beispiel verbunden sind. Das es unter Umständen vorkommt, das ehrenamtliche Tätigkeit die verschiedensten Blüten treibt, ist einem Beitrag im Internet zu entnehmen, zu welchem ich folgenden Kommentar hinterlassen wollte:

Dienstag, 21. Oktober 2014

Rechtschreibung und gesellschaftlicher Fortschritt


Im Zusammenhang mit der neuen Rechtschreibung stellen sich einige Frage und das nicht nur die Schrift betreffend. Ich bin zugegebener Maßen kein Meister der Rechtschreibung, ob alt oder neu und erfreue mich somit der automatischen Rechtsschreibprüfung diverser Textverarbeitungsprogramme. Dabei sind eigene Kenntnisse durchaus Hilfreich, denn auch diese Programme sind nicht unfehlbar, auch wenn lernfähig, letzteres dem Nutzer allerdings obliegt.
Rechtschreibung hat viel mit Regeln zu tun, Regeln welche gelernt werden wollen und mittels deren Beherrschung das Leben vereinfacht und gesellschaftlicher Fortschritt generiert werden konnte und kann. Kann, aber nicht muss, denn manch eine Reform geht nach hinten los, gesellschaftlichen Rückschritt manifestierend. Vergleichbar mit dem metrischen System, welches durch andere Systeme (Systeme welche es einst ersetzte) ersetzt wird, so dass zum Bau eines Hauses, zum Beispiel ein jeder seine Elle als Maßgrundlage nutzt. Blödsinn? Sicherlich und keiner würde auf einen solchen Gedanken kommen, welcher zur Folge den Zusammenbruch weltweiter Wirtschaftsbeziehungen hätte. Die Schriftsprache betreffend wird hierzulande allerdings nicht so zimperlich damit umgegangen, da werden historische Errungenschaften schon mal negiert und anstatt vereinfacht, alles etwas komplizierter gestaltet, Einheitlichkeit negierend. Die Sprache wird als ein Mittel der Kommunikation genutzt um Herrschaft zu manifestieren und Erkenntnis für viele Menschen zu negieren. Mittels Beliebigkeit wird getrennt und unterschieden, eine Herrschaftssprache geschaffen, welche allgemein unverständlich, in dem sie verkompliziert wird und um Verstanden zu werden ein Bildungsprivileg benötigt. Um Macht zu sichern wird nicht nur im Gebrauch der Schriftsprache in längs vergangene vorreformatorischer Zeiten herrschaftlicher Sprachregulierung zurückgegangen. Dem Volke aufs Maul geschaut, um sich dem Volke verständlich zu machen, das war einmal, dem Volke aufs Maul geschaut und Einfaches unverständlich verkompliziert, das soll sein. Der Mythos Schriftsprache, einst im Aufstieg entthront, wird im Niedergang gebraucht um die Macht, welche einst auch mittels der verschiedensten Sprachreformen errungen wurde, zu erhalten.

Sonntag, 14. September 2014

Ein Roman wurde mir empfohlen, ...


Ein Roman wurde mir empfohlen, „Der Luther-Roman“ „Feuer“ von Waltraut Lewin und der Empfehlung folgend, nahm ich diesen Roman mit in den Urlaub. Dort hatte ich ihn allerdings für meine Verhältnisse ziemlich schnell ausgelesen, obwohl diese Literatur nur fürs Quartier gedacht war, unterwegs begleitete mich der Band 179 aus „Reclams Universal-Bibliothek“, die 21. Auflage. Historisch ist die Handlung im Band ca. 100 Jahre nach Luther angesiedelt und spielt in Italien. Auch wenn es viele Parallelen gibt, letzteres soll hier nicht Gegenstand sein, genauso wenig wie das dritte Buch, welches ich in Angriff genommen habe, durchaus zu den zwei Büchern passt, allerdings in der Gegenwart spielt.
Bildung und Erkenntnis sind ein Thema, welches die verschiedensten Jahrhunderte durchzieht, eigentlich die gesamte Menschheitsgeschichte begleitet, ja die Entwicklung der Menschen entscheidend beeinflusst.

Dienstag, 5. August 2014

Der Zwang seine Arbeitskraft verkaufen zu müssen.


„Wir leben heute unter der Herrschaft der kapitalistischen Produktion, wo eine große und stets wachsende Klasse der Bevölkerung nur leben kann, wenn sie für die Besitzer der Produktionsmittel – der Werkzeuge, Maschinen, Rohstoffe und Lebensmittel – gegen Arbeitslohn arbeitet.“ An dieser Aussage hat sich seit 1891 nichts geändert, als Friedrich Engels dieses in der Einleitung zur deutschen Ausgabe von „Lohnarbeit und Kapital“ niederschrieb.
Ich bin wieder einmal bestrebt meine Arbeitskraft verkaufen zu müssen, ein jüngst abgeschlossener Lehrgang soll eine Grundlage bilden. Der sporadische Verkauf der Arbeitskraft bringt nicht viel, das Tagelöhnerdasein mit Stundenweiser Beschäftigung reicht nicht um den Lebensunterhalt zu bestreiten, davon konnte ich mich in der Vergangenheit schon überzeugen. Bevor ich das Arbeitsamt, welches sich neuzeitlich Agentur nennt, aufsuchte, hatte ich ein freiwilliges soziales Jahr für Erwachsene (Bundesfreiwilligendienst) absolviert, was den Anspruch auf Arbeitslosengeld nicht gerade mehrte, aber als sozialversicherungspflichtige Beschäftigung galt. Nach kurzer Unterbrechung meines Daseins in den Herscharren der beim Arbeitsamt gemeldeten, erinnerte ich mich, dass ich ja einen praktischen Beruf in der Industrie erlernt hatte und darauf aufbauend weitere Qualifizierungen möglich wären. Nach Rücksprache im Amt welches heute Agentur heißt wurde mein Profil entsprechend geändert und eine Qualifikationsmaßnahme in Angriff genommen.
Diese habe ich zwischenzeitlich mit Prüfung abgeschlossen und verfüge nun über einige Fähig- und Fertigkeiten welche ich vordem nicht mein Eigen nennen konnte. Vom Amt, welches sich Agentur nennt, erhielt ich einige Vermittlungsvorschläge, alles ausschließlich für eine Beschäftigung bei Zeitarbeitsfirmen. Da diese Vermittlungsvorschläge auch an die entsprechenden Unternehmen gehen, ist es schon vorgekommen, dass ich von einigen angerufen wurde, bevor ich selbst Kontakt aufnehmen konnte. Andere versuchte ich zu kontaktieren, landete unter Nutzung der angegebenen Telefonnummer aber unter Umständen in einem anderen Unternehmen, welches sich als die Mutter der Zeitarbeitsfirma herausstelle. Die Mutter gab mir die Telefonnummer der Tochter, welche ich allerdings bis heute nicht erreichen konnte. Bei letztgenanntem Unternehmen handelt es sich um eine Zeitarbeitsfirma mit Sitz in Quedlinburg, wobei solche Firmen den Vermittlungsvorschlägen entsprechend gehäuft in Wernigerode anzutreffen sind. So auch die von mir jüngst besuchte.
Beachtenswert ist, dass die meisten dieser Firmen für ein und dieselbe Firma Arbeitskräfte suchen. Scheint ein hart umkämpfter Markt zu sein, der Handel mit fremder Arbeitskraft!

Mittwoch, 30. Juli 2014

Gedanken zu einem anonymen Brief ans Bürgerforum Quedlinburg


Ein anonymer Schreiberling hat einen Brief geschrieben, an das Bürgerforum in Quedlinburg, in welchen er die gängigsten Kleesches bedient, welche im allgemeinem als Alternativlos für Privatisierung kommunalen oder anderem gemeinschaftlichen Eigentums genutzt werden. Der Brief ist auf der Seite des Bürgerforums im Rahmen einer Antwort hinterlegt. Warum der Brief allerdings nur an die „Herren vom Bürgerforum“ gerichtet ist, … wird wohl der Anonymität und der Zustellform geschuldet sein. Anlas für den Brief werden die jüngsten Bestrebungen des Bürgerforum im Zusammenhang mit der Privatisierung des Kurzentrums Bad Suderode sein, von welchen auch in der MZ zu lesen war. Gegen die Bestrebungen des Bürgerforums formierte sich im Rat der Stadt eine "ganz große Koalition" aus „SPD, CDU, Die Linke und Grüne/QfW.“
Aber zurück zum Brief, der anonyme Schreiberling scheint seine Bildung aus der Bild (oder ähnlich gearteter Publikationen) zu haben, so dass er nachplappert, was in den meisten Medien vorgeplappert wird. Die Kosten, welche die Privatisierung des Kurzentrums bis jetzt schon verursacht hat, von weitreichenden Folgen nicht nur für die kleinteilige Wirtschaft in Bad Suderode ganz zu schweigen, spielen keine Rolle. Das dabei das Ende der Fahnenstange lange noch nicht erreicht ist, sollte zumindest jedem frei denkenden und politisch engagierten Menschen bewusst sein. Leider sind diese im Rat der Stadt eine Ausnahmeerscheinung, die Ratsmehrheit betet in der Regel die neoliberalen Wirtschaftsdogmen nach, welche permanent gepredigt werden und in der Gesellschaft eine weite Verbreitung gefunden haben. Allgemeine ökonomische Zusammenhänge werden so mancher vorgeblichen Alternativlosigkeit geopfert, ohne ernsthaft über diese Zusammenhänge und Alternativen nachzudenken. Glaube an wirtschaftliche Zusammenhänge wird gepflegt und ersetzt das Wissen darüber. Wissen über solche Zusammenhänge wird zweckentsprechend ignoriert und sogar bekämpft.
Dabei wäre es unter Umständen ausreichend den gesunden Menschenverstand zu bemühen, wobei die Praxis ökonomischen Seins die besten Beweise für die Folgen derartiger Privatisierungen liefert. Das offensichtlichste Beispiel sind die Folgen der weitestgehenden Deindustrialisierung, mittels Privatisierung der wirtschaftlichen Substanz, des Ostens dieses Landes nach 1989. Der allgemeine Bevölkerungsrückgang spricht Bände und führt bei den Verantwortlichen zu anhaltendem Klagen, meist wird allerdings der demographische Wandel als Ursache und nicht als Folge wirtschaftlicher Veränderungen gesehen. Aber auch andere Beispiele sind zu finden, so im Reich des Thalenser Bürgermeisters, wo vor Jahren eine Therme errichtet wurde, welche der Stadt 30 Jahre lang ca. ½ Millionen pro Jahr kostet und das garantiert. Die so genannte öffentliche Hand, (Land, Bund, EU, Kommune etc.) förderte das Vorhaben mit 50% Zuschuss zu den Erstellungskosten. Eigentlich gehört dieses Objekt in öffentliches Eigentum, aber hier wurde a priori privatisiert! Und was haben die Bürger davon? Sie können planschen gehen, der zu entrichtende Obolus ist allerdings nicht gerade als Preiswert anzusehen. In diesem Zusammenhang sei aber auch daran erinnert, dass der jetzige Ministerpräsident im Zuge damaliger Diskussionen schon verkündet hat, dass das Land eine Privatisierung des Kurzentrums in Bad Suderode unterstützen wird. In jedem Fall hat das Land im Zuge der Gebietreform die Voraussetzungen für eine Privatisierung des Kurzentrums geschaffen, in dem die Verantwortung der Stadt Quedlinburg übertragen wurde. Dabei waren die mit dem Kurzentrum verbundenen Kosten nicht die einzige Last, welche von der Stadt Quedlinburg im Zuge der Gebietsreform übernommen werden musste. Dafür hatte die Stadt in Folge aber wieder einen Oberbürgermeister!  

Dienstag, 29. Juli 2014

Freidenker Nr. 2-14 Juli 2014

Vor einigen Tagen habe ich den neuen Freidenker, das Verbandsorgan des Deutschen Freidenker-Verbandes e.V. erhalten. Das Hauptthema ist Sprache, es geht in diesem Zusammenhang um Erkenntnis – Kommunikation – Herrschaft.
„Sprache aus den Bedürfnissen des gesellschaftlichen Lebens, insbesondere der Produktionstätigkeit, hervorgegangenes und sich ständig entwickelndes System verbaler Zeichen, das der Formierung der Gedanken, dem Denken, im Prozess der Erkenntnis der objektiven Realität durch die Menschen dient und den Austausch ihrer Gedanken und emotionalen Erlebnisse sowie die Fixierung und Aufbewahrung des erworbenen Wissens ermöglicht. …“ So der Beginn eines Textes zur Sprache in einem Wörterbuch.
Dieses Thema ist hoch aktuelle und das nicht nur im Zusammenhang mit den gegenwärtigen Ereignissen in der Ukraine und der Berichterstattung darüber, sondern auch das Leben in diesem Land betreffend. 

Eine Ergänzung passend zum Thema:

Mittwoch, 23. Juli 2014

... zur Ansiedlung eines dm Marktes in der Steinbrücke ...

Gestern am 22.07.14 fand sich in der MZ, Quedlinburger Teil, ein kurzer Beitrag, welcher sich mit einer Aussage eines Maklers zur Ansiedlung eines dm Marktes in der Steinbrücke und die damit verbundenen Umbauten, beschäftigt. Die Aussagen des Maklers bezogen sich auf die Vermarktung des Objektes und er kam zu der Feststellung, dass es durchaus Ketten gibt, welche solche Märkte in kleineren Objekten betreiben. Unter Umständen hätte es vielleicht auch andere Interessenten gegeben, befindet sich das Objekt doch in einer der meist frequentierten Geschäftsstrasse Quedlinburgs.
Heute bin ich am Objekt vorbeigekommen, wie eigentlich fast an jedem Tag und konnte feststellen, dass die Räumlichkeiten immer noch zu mieten sind, so jedenfalls am Schaufenstern zu lesen. Was ist nun? Ein Gericht hat entschieden und einen entsprechenden Ratsbeschluss, sowie behördliche Entscheidungen einfach kassiert. Damit nicht nur gezeigt, wie es ums demokratische Sein in diesem Land bestellt ist, sondern dementsprechend privatwirtschaftliche Interessen über die Interessen der Gemeinschaft gestellt. Welterbestatus hin und her, er zählt in diesem Zusammenhang nicht.

Montag, 21. Juli 2014

An Aktualität hat dieses Interview nichts verloren, ...


Nicht nur „der Gegner ist der Freund in anderer Gastalt“, ist zu erfahren, wenn sich ein Interview auf youtube anschaut wird. Es liegt schon einige Zeit zurück und wurde bei 3sat ausgestrahlt. Aufmerksam wurde in der Mailingliste der Freidenker darauf, im Folgenden der begleitende Text:

Liebe Freidenker (m/w),
Auf http://www.youtube.com/watch?v=omKWzGqBvSE macht Bazon Brock klar,
-> dass es auch im Merkelland noch Leute gibt, die ihr Hirn eingeschaltet haben,
-> und wie leicht es doch ist, dann zu nicht-trivialen wahren Aussagen zu gelangen.

Als die Moderatorin begriff, dass hier jemand ist, bei dem ihre Tricksereien nichts nuetzen, beendete sie sehr schnell das Gespraech, und Bazon Brock war geistesgegenwaertig genug, das auch mitzuteilen: das passende Schlusswort.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Gedanken zum Tag – nachts ein kühles Lüftchen -

07.07.14 – Am Wochenende war es warm, nachts ein kühles Lüftchen, welches allerdings nur mäßig für Abkühlung sorgte. Heute ist es etwas kühler, sieht nach Regen aus, auf jeden Fall nicht so schweißtreibend wie in den letzten Tagen. Samstag hatte ich in der MZ gelesen, dass der dm Markt nun in der Steinbrücke einziehen kann, da kein Widerspruch gegen ein entsprechendes Urteil eingelegt wurde. Nun kann erweitert werden und die Verkaufsfläche vergrößert. Nicht das es sonderlich interessant wäre, oder allgemein berührend, wenn in den Hofraum reingebaut wird, selbst wenn es der Gestaltungssatzung der Stadt nicht entspricht. Den meisten Quedlinburgern wird dieser Vorgang sonst wo vorbei gehen, ohnehin werden diese es nur mittels Zeitung erfahren, wenn sie diese den lesen. Bezeichnend ist dieser Vorgang in einem ganz anderen Sinne, denn hier wird gezeigt, wie es um oben genannte Satzungen und andren Regeln in diesem Land bestellt ist.
Gravierender allerdings die Folgen fürs demokratische Sein und dessen Beschränktheit in diesem Lande. (Eigentlich nicht die Folgen fürs demokratische Sein, sondern es handelt sich eher um eine Offenbarung, demokratischem Seins betreffend.) Schon Kindern in der Schule wird die praktizierte Demokratie als das Nonplusultra gepredigt. Als die Form, in welcher Menschen ihre Interessen artikulieren sollen, als das Werkzeug um ihre Interessen durchzusetzen. Ein System hohen politischen Seins, mit welchem die westliche Welt am liebsten den gesamten Rest der Welt beglücken will. Dafür werden sogar Kriege geführt und Menschen getötet. Nur was ist das für eine Demokratie?

Donnerstag, 10. Juli 2014

Gedanken zum Tag 03/04.07.


03.07.14 – Zeit vergeht und gestern war drehen angesagt, den ganzen Tag und heute Nachmittag habe ich ein Vorstellungsgespräch, bei einer Zeitarbeitsfirma in Halberstadt. Eigentlich wollte ich Bewerbungsunterlagen per E-Mail senden, habe es aber irgendwie vergessen, wie so manches in letzter Zeit.
Es gibt Menschen, welche dermaßen Motiviert sind, deren hohe Motivation allerdings nicht in Erscheinung tritt. Bei anderen wiederum strahlt die Motivation dermaßen aus, das diese eigentlich ansteckend sein müsste, nur wer möchte sich schon anstecken?
04.07.14 – Gestern habe ich die meiste Zeit des Arbeitstages an einer Maschine verbracht, heute kann ich noch nicht sagen, was ich genau machen werde, die Maschinen sind gut belegt und zu viel soll ja bekanntlich den Sack zerreißen. Es macht wenig Sinn mit mehr als 2 Mann an einer Maschine zu stehen.
Gestern hatte ich noch ein Bewerbungsgespräch in Halberstadt, bei einer Zeitarbeitsfirma. Arbeitskräfte suchte diese übrigens für dasselbe Unternehmen wie die Wernigeröder Zeitarbeitsfirma, bei welcher ich am 23.06. einen Termin hatte. Von letzterem Unternehmen fand ich heute übrigens einen Brief im Briefkasten, welcher mit „Ihre Zukunft – unser Ziel!“ überschrieben ist und welchem ich entnehmen kann, das sich irgendein wir in diesem Unternehmen freuen würde, mich „am Montag, den 14.07.14 um 10:00Uhr … begrüßen zu dürfen.“ Das hingegen meine Zukunft, das Ziel dieses Unternehmens ist, kann berechtigterweise bezweifelt werden. Zum einen kann kein Mensch sagen, was in Zukunft sein wird, letztlich sind wir nur in der Lage die Gegenwart zu gestalten. Aber selbst im Falle letzterem gibt es einige grundlegende Unterschiede motivierten Treibens dieses Unternehmens und meiner Person. So bin ich gezwungen meine Arbeitskraft zu verkaufen, zum einen ist dieses die einzige Ware, über welche ich frei verfüge kann. Zum anderen ist die Ware Arbeitskraft, eine Ware, welche Unternehmen am Markt vorfinden müssen. Ohne diese freiverfügbare Ware würde dieses System nicht funktionieren! Gegenwärtig ist es aber so, dass Menschen nach wie vor über diese Ware verfügen, es jedoch Unternehmen gibt, befördert durch gesetzliche Regelungen, welche mit dem Handel fremder Arbeitskraft ihr Geld verdienen. Umgangssprachlich werden diese als Leiharbeitsfirmen bezeichnet. Da diese Unternehmen mit dem Handel fremder Arbeitskraft Geld verdienen, muss der Preis der Arbeitskraft um die Gewinnmage gegenüber des Arbeitskraft nutzenden Unternehmens erhöht, oder gegenüber den Arbeitskraft verkaufenden gesenkt werden. Ein lukratives Geschäft für die Leiharbeitsfirmen, ein lukratives Geschäft für die Arbeitskraftleihenden, welche gesetzliche Regelungen umgehen können, die für Stammbelegschaften gelten. Allerdings kein lukratives Geschäft für die Arbeitskraft verkaufen müssenden, diese haben die Kosten dieses Zwischenhandels zu tragen, in der Regel mit Einkommensverlusten!  

Samstag, 5. Juli 2014

Vorgeschobenes Bürgerinteresse gegen demokratisches Sein!

Das Interesse von Bürgern muss für vieles herhalten, es wird missbraucht, instrumentalisiert und gegen sich selbst gewendet, meistens um es egozentrischem Sein unterzuordnen und das auf Kosten der Bürger.
Gestorben sind Menschen in Quedlinburg nicht, weil es im Zentrum bis jetzt keinen Drogeriemarkt mehr gegeben hat. Auch ist mir kein Fall bekannt, dass jemand an Entzug von Drogerieartikeln leiden musste. Diese gibt es nach wie vor in der Innenstadt, so zum Beispiel im Nahkauf in der Breiten Straße, oder in der Nähe der Steinbrücke, in einem Mc Geiz genanntem Geschäft. Sicher nicht in der Auswahl eines Drogeriemarktes, aber fürs Leben notwendig erachtete Drogerieartikel sind dort durchaus erhältlich.
Darum ist es auch nicht gegangen, im Streit, in welchen eine undemokratische Behörde Beschlüsse demokratischer Organe kassierte, aber auch Anordnungen anderer Behörden negierte. Widerspruch wurde gegen das Urteil nicht eingelegt, es ist davon auszugehen, dass dieses Problem einfach nur ausgesessen werden sollte, letztlich funktioniert die Ausrede, dass es einfach vergessen wurde, gelegentlich ganz gut. Motto, wir hätten ja, aber wir haben es leider versäumt, wobei ein Grund leicht zu finden ist, immerhin fanden zwischenzeitlich Wahlen zu den Kommunal- und Kreisparlamenten statt. Da gibt es nun wahrlich andere Probleme! Oder?  

Freitag, 4. Juli 2014

Gedanken zum Tag, 30.06. und folgende


30.06.14 – Der letzte Tag des Monats, morgen beginnt ein neuer Monat und in diesem werde ich die Qualifikationsmaßnahme in welcher ich mich befinde abschließen. Heute Nachmittag geht es übrigens nach Halberstadt, werde dort drei Stunden am Kinder- und Jugendtelefon verbringen. Mal sehen wie viele Kinder und Jugendliche mit Problemen die entsprechende Nummer wählen.
Letzte Woche stellte sich auf einer Veranstaltung des Bürgerforums Quedlinburg ein potenzieller Kandidat für die Wahl zum Oberbürgermeister im nächsten Jahr vor. Ein Kandidat, welcher von den verschiedensten Fraktionen unterstützt werden soll und als Gegengewicht zu einem Kandidaten der CDU aufgebaut wird. Der Herr selbst ist studierter Verwaltungsfachmann und ein Fachmann soll es richten. Dabei sollte es eigentlich weniger ums Verwalten, als vielmehr ums Gestalten der Geschicke einer Stadt gehen. Vorgeschlagen wurde er von der SPD, in deren Reihen er als Parteisoldat Dienst tut, um einen Ausgangspunkt für sein berufliches Sein zu haben. Dabei wird er sich sicher auf den verschiedensten Verwaltungsebenen auskenne und Erfahrungen als Führungskraft gesammelt haben. Sicher wird er auch in der Lage sein, die Verwaltung der Stadt Quedlinburg zu organisieren, reorganisieren, umzugestalten, sich selbst zu verwalten und was nicht noch alles mit, in, durch und um eine Verwaltung geschehen kann. Er ist eben ein Verwaltungsspezialist, ein studierter und somit kann davon ausgegangen werden, das er diese Arbeit gut machen wird. Gut machen ja, nur für wen?
Aber wie schon geschrieben, in einer Stadt wie Quedlinburg geht es um die Gestaltung gegenwärtigen und zukünftigen gesellschaftlichen Seins und dieses bedarf bestimmter Grundlagen. Und einer der wichtigsten Grundlagen gesellschaftlichen Seins ist wirtschaftliche Substanz und da zu allererst die eigene. Speziell zeigt sich die Stellung zur eigenen Wirtschaftssubstanz in einer Kommune, wie sich zur Privatisierung kommunalen Eigentums verhalten wird. Aktuelles Thema in Quedlinburg ist die Privatisierung des Kurzentrums in Bad Suderode und den Kandidaten darauf angesprochen, konnte ich feststellen, dass der potenzielle Kandidat vieler Parteien und Organisationen in diesem Fall nicht über seinen liberal, konservativen Schatten springen konnte oder wollte. Letzteres ließe hoffen, erstes wäre nicht gut für die Stadt, Privatisierungsapologeten gibt es in Quedlinburg leider zur Genüge.       
01.07.14 – Die letzten Wochen des Lehrganges haben begonnen, im Moment sind beide Maschinen besetzt, so dass ich mich entschlossen habe fachtheoretische Fragen zu lernen, besser geschrieben, die Antworten zu diesen. 

Dienstag, 1. Juli 2014

Gedanken zum Tag, 27.06.14.


27.06.14 – Gleich ist Mittagspause und bis jetzt war ich an einer Maschine, an einer Fräsmaschine. Konturen programmieren und abarbeiten, nicht uninteressant und langsam aber sicher prägen sich die Funktionen der verschiedenen Tasten ein. Alles braucht seine Zeit, das Schreiben der Kontur ist nicht das Problem. Und bis zur Prüfung ist ja noch etwas Zeit. Was anschließend wird, kann ich nicht sagen, in jedem Fall ist es durchaus erniedrigend, wenn ein freier Geist sich technologischen Abläufen unterordnen muss, welche sich nach einer bestimmten Zeit erschöpft haben. Letzteres wird der Fall sein, denn das menschliche Denken ist nach wie vor in der Lage Prozesse im Nachgang schnell zu erfassen und sich damit ergebene Möglichkeiten zu nutzen. Wenn allerdings der Vorgang sich erschöpft, kehr in der Regel Langeweile ein. Zwar sind Menschen durchaus in der Lage, stoisch bestimmte Tätigkeiten auszuüben, die damit einhergehende Erniedrigung menschlichen Seins hingegen ist für viele Menschen heute so selbstverständliche, dass sie als solche nicht mehr empfunden wird.  
Nun ist die Mittagspause vorbei und ich konnte wiederholt feststellen, dass Autofahrer in Thale ein Problem mit Kreisverkehr und Fußgänger haben. Mittags gehen eine Kollege und ich meisten einen Kaffee trinken, zu diesem Zweck geht es von der Ausbildungsstätte an einem Kreisverkehr vorbei, einen Parkplatz querend, in eine Bäckerei, welche sich in der Karl Marx Straße befindet. Am Kreisverkehr angekommen, ist es als Fußgänger besser sicheren Abstand zu halten, also den Bürgersteig nicht zu verlassen, solange sich ein Auto im Kreisverkehr befindet. Diese verlassen und befahren diesen in der Regel ungebremst und Fußgänger nicht beachtend. Gelegentlich gibt es Ausnahmen, was überrascht, allein handelt es sich bei diesen Ausnahmen um Fahrzeuge, welche kein HZ oder QLB im Kennzeichen haben. Da ist es durchaus sicherer in Quedlinburg an einem Kreisverkehr eine Straße zu überqueren, als in Thale.

Freitag, 27. Juni 2014

GzT 25/26.06.14

25.06.14 – Es regnet! Vergangene Nacht hatte es geregnet, unterschiedlich stark, ohne vom Wind verstärkt zu werden. Leicht ist mein Schlaf gewesen, so dass ich mitbekam wann der Regen stärker wurde. Gedanklich beschäftigte ich mich mit dem Weg zur Arbeit, würde ich mit dem Zug oder mit dem Fahrrad fahren, aber da noch Zeit war und der Regen ja auch nachlassen konnte, musste diese Entscheidung nicht gleich gefällt werden. Irgendwann klingelte das Handy und es war Zeit aufzustehen, noch einmal kurz umdrehen und die Wiederholung des Weckrufes abgewartet, dann aufstehen, ab ins Bad, Morgentoilette, anziehen, Kaffee kochen, Scheibe Brot in den Toaster. Zeitung habe ich heute früh nicht hoch geholt, hatte auch keine Lust etwas zu lesen. Nach dem ich das Brot gegessen und den Kaffee getrunken, schaute ich auf den Balkon und konnte feststellen, dass es nur noch leicht nieselte. Also anziehen, Rucksack gepackt und auf den Rücken, nachdem ich sicherheitshalber eine Regenjacke angezogen hatte. Dann ging es runter, Fahrrad auf die Straße schieben, aufgesessen und ab ging es. Die Goldstraße bis zur Schmalen Straße, Richtung Markt weiter, den Marktplatz, auf welchem die ersten Händler ihre Stände aufbauten, querend, ging es in die Steinbrücke, die Ritterstraße, durch den Wordgarten, zum Schiffsbleck und über den Kreisverkehr in den Brühl. Es nieselte immer noch leicht, bis zu diesem Zeitpunkt hätte ich noch Richtung Bahnhof abbiegen können und den Zug nehmen. Als ich an der Schafsbrücke angekommen war, war es dafür allerdings zu spät, auch war der Regen etwas kräftiger. Ich überquerte die Brücke und fuhr Richtung Neinstedter Feldweg, auf diesen einbiegend, ging es Richtung Neinstedt. Der Regen war heftiger geworden und ich spielte mit dem Gedanken umzukehren, wies diesem aber von mir, der Mensch ist nicht aus Zucker und auch ich würde sicher nicht aufweichen. Früher bin ich öfter mit dem Fahrrad gefahren, bei jedem Wetter eigentlich, damals bin ich allerdings noch zur Schule gegangen und das ist einige Jahre her. Dieses Jahr werden es 35 Jahre, das ich die POS verlassen habe, um anschließend einen Beruf zu erlernen, welcher heute die Grundlage für meine gegenwärtige Qualifikationsmaßnahme ist. Letztlich hatte ich diesen Beruf allerdings nur erlernt, da im ausbildenden Betrieb zurzeit meines Lehrabschlusses Lackierer gebraucht wurden, habe ich als ein solcher angefangen und gearbeitet bis ich zur Armee eingezogen wurde.
Wie in der DDR üblich wurde sich in der 9 Klasse mit der zukünftigen Ausbildung beschäftigt, Bewerbungen geschrieben und Lehrverhältnisse vorbereitet. Damals wusste ich noch nicht einmal was ich werden wollte, ich hatte keine konkreten Vorstellungen und eigentlich hätte ich lieber Abitur gemacht, was aber auf Grund des Durchschnitts meiner Zensuren nicht möglich war. So suchte ich ein Berufsberatungszentrum auf und informierte mich, auf die Frage was ich den werden wolle, hatte ich erst einmal keine Antwort, dann besann ich mich darauf, eine Reportage über Baumaschinisten gesehen zu haben und so entschloss ich mich Baumaschinist zu werden. Die Berufsberaterin hatte somit einen Ansatz, wobei sie mir mittelte, dass dieser Beruf auf Grund meiner schlechten Note in Chemie für mich nicht in Frage kommt. Daraufhin verabschiedete ich mich, mit der Beratung nicht unbedingt zufrieden. Überhaupt musste ich feststellen, dass „Berater“ unter Umständen Spezialisten im Ausreden und Umlenken waren, aber mit Menschen wie mich ihre Schwierigkeiten hatten. Mit diesem Problem wurde ich später ebenfalls während der Musterung konfrontiert, das ist aber ein anderes Thema.
Da nun in der DDR kein junger Mensch ohne Ausbildung blieb, also eine Lehrstelle erhielt, war das auch bei mir der Fall. Eines Tages wurde uns die Möglichkeit geboten, der Vorstellung eines Unternehmens aus Dessau beizuwohnen. Diese Möglichkeit nutzte ich gemeinsam mit einigen anderen Mitschülern und Schülerinnen.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Gedanken zum Tag – 19.06. usw.


19.06.14 - Habe ich heute früh Zeitung gelesen? Ja, aber nicht die aktuelle sondern die von Gestern. Jedenfalls einen Artikel. Die aktuelle Zeitung steckt noch im Briefkasten, hatte keine Lust runter zu laufen und diese zu holen, war heute Morgen etwas spät dran. Passiert, gestern war ein etwas längerer Arbeitstag, früh ging es wie üblich nach Thale, Nachmittags zurück, kurze Pause und weiter ging es bis ca. 18:00Uhr, anschließend etwas Pause und um 20:30Uhr ging es noch einmal für zwei Stunden durch die Stadt.
Ansonsten sind es viele Gedanken, welche gegenwärtig mein Hirn durchstreifen, gedacht werden wollen, sich auseinandersetzen mit Problemen, Ansichten, Ereignissen.
Nun ist die Zeit vorangeschritten, einiges wurde getan und in meinem Kopf formen sich die Gedanken nicht mehr so, wie es heute früh der Fall gewesen ist. Die Pflicht kommt zuerst und dann die Kür, nur was sind es für Pflichten, welche den Menschen heutzutage treiben? Verschieden werden sie sein und oft nicht seinen eigenen direkten Bedürfnissen geschuldet. Was ist Freiheit, die Einsicht in die Notwendigkeit und entsprechendes Handeln? Sicher, nur welche Einsicht in welche Notwendigkeit und was ist Notwendig, was wird als Notwendigkeit im heutigem gesellschaftlichen Sein definiert und was ist objektiv Notwendig, weil Gesetzmäßig? Die Definitionshoheit über Notwendigkeit, wer hat diese, oder ist diese letztlich nicht objektiv, im gesellschaftlichem Sein, sich ergebend aus dem Handeln der Menschen? So ist es im System des Kapitals Notwendig, dass es Menschen gibt, welche ihre Arbeitskraft verkaufen müssen, ohne die Ware Arbeitskraft würde das ganze System nicht bestehen können. Mit Freiheit hat dieses nur insofern zu tun, das die Erkenntnis dieser Tatsache die Einsicht in die Notwendigkeit fördert, die Nutzung allgemeiner objektiver Gesetzmäßigkeit im eigenen Interesse möglich macht und den Tod so mancher Illusion bedeutet.

20.06.14 - Zeitung habe ich heue wieder gelesen, nicht ganz, zumindest die Überschriften und da auch nicht alle. In den Randspalten war zu erfahren, dass Blutspende möglich ist, in einer Schule in Quedlinburg und dass ein Wanderverein als Ziel den alten Falkenstein anstrebt, interessierte Mitwanderer sind erwünscht. Im August soll mit dem Kreisverkehr unterhalb des Münzenberges begonnen werden und zu diesem Zweck wird die Straße komplett gesperrt, zur Weihnachtszeit soll dann alles wieder befahrbar sein.

Sonntag, 22. Juni 2014

Gedanken zum Tag – 12.06.2014 usw. –


12.06.14 - Nun ist es schon Mittag, im Gegensatz zu gestern scheint die Sonne, es ist leicht bewölkt und der Regen der letzten Tage hat für etwas Abkühlung gesorgt. Trotzdem ist der morgendliche Fahrradexkurs etwas schweißtreibend, nachdem Hemdsärmlich am Anfang etwas kühl erscheint.
Zum Frühstück habe ich wie üblich in der MZ geblättert, beginnend mit dem regionalen Teil. Ein Geldautomat wurde gesprengt, war zu lesen und dieser befand sich an einer Tankstelle. Anscheint eine Modeerscheinung, wurde doch erst eine Woche zuvor der Automat in der Quedlinburger Post gesprengt. Wie viel Geld entwendet wurde konnte noch nicht gesagt werden, allerdings ist vor einem Jahr ein solcher Versuch am selben Ort gescheitert, damals gelangten die Täter nicht an die 90.000,-€, welche sich im Automaten befunden haben sollen. Also doch eine ganze Menge Geld, welches als Lohn für die Zerstörung des Automaten winkt. Ja dafür muss eine alte Frau lange sticken und so mancher Hartz-IV-Geschädigte, prekär Beschäftigte und vom sozialen System gegeißelter, wäre schon froh nicht von Sanktionen bedroht und ein paar Euro mehr im Monat zu haben.

16.06.14 - Die neue Woche hat begonnen, mit dem Rad nach Thale und erst einmal etwas abkühlen, wie es den Anschein hat kann es ein warmer Tag werden, könnte aber auch regnen, einige Wolken sind am Himmel zu sehen. Die Zeitung heute Morgen habe ich nicht einmal richtig überflogen, wobei es im hinteren Teil einen Beitrag über die Saatzucht in Quedlinburg gibt. Diesen werde ich interessehalber lesen, die historischen Beiträge sind nicht schlecht und ich muss zugeben, dass ich die meisten bis jetzt gern gelesen habe.
Maschinen- und Anlagenmonteur hatte ich einst gelernt, lange ist es her, als Lackierer habe ich gearbeitet, auf einem Schiff war ich während meiner Armeezeit Motgast, anschließend wieder Lackierer, bis ich einen Lehrgang besuchte, welcher damit endete, dass ich Assistent in einem Lehrstuhl für Philosophie wurde. Während dieser Zeit besuchte ich die Volkshochschule in Quedlinburg und legte 1989 das Abitur ab. Mit dem Studium wurde es nichts mehr, 1990 sollte es beginnen aber die gesellschaftliche Wende strich nicht nur diesen Studiengang. So arbeitete ich kurze Zeit wieder als Lackierer, anschließend fast zwei Jahre als Gastwirt und dann fing ich bei einer Versicherungsgesellschaft an. Wer nichts wird, wird Wirt, begrüßte mich ein ehemaliger Arbeitskollege an meiner Wohnungstür, als ich noch Wirt war und er für einen Strukturvertrieb tätig. Nach dem er meinen stutzend, fragenden Blick bemerkte, ergänzte er seine Aussage mit: und ist Dir das auch nicht gelungen, so machen in Versicherungen! Zwar war meine Tätigkeit als Gastwirt nicht unbedingt Erfolglos, aber das Objekt in welchem sich die Gaststätte befand gehörte der Treuhand, oder wurde zumindest von ihr verwaltet und vermarktet. So sollte der ursprüngliche Mietvertrag durch einen anderen ersetzet werden, welcher eine dreimonatige Kündigungsfrist enthielt.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Gedanken zum Tag -10/11.06.14-

10.06.14 - Pfingsten ist vorbei und damit auch der Kaiserfrühling in Quedlinburg, letzteres ist heute Thema in der MZ, im regionalen Teil. Gelesen habe ich den Beitrag nicht, einzig die Überschrift und das Bild waren Gegenstand der Betrachtung. Am Wochenende war schönes Wetter, eher etwas warm und damit ein guter Anlass um Baden zu gehen. Das Mittelalterfest habe ich links liegen gelassen, dieser mittelalterliche Trubel interessiert mich eigentlich nicht mehr, er hat ohnehin nur wenig mit Geschichte zu tun und wenn, dann mit Verklärung der Selbigen. Was allerdings in diesem Jahr neu war, waren die mit dem Eintritt verbundenen Leistungen, so konnten die Gäste, nach Zahlung ihres Eintritts, nicht nur den mittelalterlichen Markt besuchen und sich wiederholt das Historienspektakel reinziehen, sondern auch die Stiftskirche und das Schlossmuseum. In der Stiftskirche blieben allerdings Krypta und Teppichausstellung berechtigterweise geschlossen.
Aber wie schon geschrieben, das Wetter eignete sich besser zum baden, als zum Schlendern über einen Mittelaltermarkt. Letztlich überholen sich solche Veranstaltungen meines Erachtens mit der Zeit und gelegentlich sind es dann noch die harten Mittelalterfans, welche sich die Hand reichen. Jedenfalls was die „Eingeborenen" hier betrifft, bei den Touristen ist es unter Umständen etwas anders, sofern sie dieses Spektakel noch nicht erlebt haben.
Vieles hatte ich in der MZ nicht gelesen, von den meisten Artikeln nur die Überschriften, welche animierten diese Beiträge nicht zu lesen. Zu erfahren war am Rande, dass einem Touristen aus seinem Auto heraus, mitten in der Nacht, eine Spiegelreflexkamera entwendet wurde. Die Täter hatten versucht eine Scheibe der vorderen Türen einzuschlagen, was aber nicht gelang, bei den hinteren Scheiben hatten sie allerdings Glück und die Kamera war weg. Eine Anwohnerin will in der Nacht drei mit Skimasken bekleidete beobachtet haben, welche sich am Auto zu schaffen machten. Dabei liegt der Verdacht nahe, dass Gelegenheit Diebe macht und eigentlich Fahrlässig vom Eigner des Fahrzeuges, seine Kamera im Fahrzeug liegen zu lassen. Allerdings hätte, wenn und aber, alles nur Gelaber, wahrscheinlich wäre dieser Schaden zu vermeiden gewesen. Warum die Täter allerdings Skimasken trugen, erschließt sich nicht so einfach, wenn diese Tat der Gelegenheit geschuldet war. Oder wussten die Täter was sie erwartet und hatten die Gelegenheit von langer Hand vorbereitet? Vielleicht ist die Erklärung auch einfacher, was gegen Kälte gut ist, soll ja auch gegen Hitze helfen, oder war das Ziel etwa ein anderes? Wie dem auch sein möge, die Scheibe am Auto ist kaputt und die Kamera weg.
Jetzt ist aber auch die Frühstückspause vorbei und ich werde mich wieder an die Maschine begeben.

11.06.14 - Hat nicht unbedingt optimal begonnen der Tag, bin heute mit dem Fahrrad losgefahren und kurz hinter Quedlinburg war der Hinterreifen kaputt. Nach kurzem Überlegen entschloss ich mich weiter zu laufen. Also bin ich heute nach Thale gelaufen, aber nicht nur gelaufen, sondern habe mein Fahrrad nebenher geschoben. Das führte allerdings dazu, dass ich nicht pünktlich war. Nachher werde ich bei einem Fahrradgeschäft in Thale vorbei schauen, es werden wohl ein neuer Schlauch und eine neue Decke sein müssen.

Freitag, 6. Juni 2014

Gedanken zum Tag - 06.06.12 -


06.06.14 - Ist schon interessant, was nicht alles gelernt werden kann, wenn Zeitung gelesen wird! So möge ich meinen, dass die eine oder andere Tat nicht erfolgen würde, wenn die Medien nicht mit entsprechenden Informationen, welche durchaus als Anleitungen gesehen werden können, hilfreich zur Seite stehen. So zum Beispiel beim Sprengen von Bankautomaten, oder wie heute wieder im regionalem Blatt berichtet, der Diebstall ganzer Tresore, unter zur Hilfenahme von Technik wie Bagger, Radlader oder ähnliches. Interessanterweise konnte dem Beitrag entnommen werden, dass es Zweitschlüssel für derlei Technik übers Internet zu bestellen gibt.
Ja die Medien berichten und animieren, wer nicht weiß wie Geldautomaten gesprengt werden können, erfährt es spätestens wenn eine solche Tat durchgeführt wurde. Die Medien vermitteln in Sensations- haschender Manier dieses Wissen!
Und mal ehrlich, wer wusste Ende der 1990iger Jahre, das ein Golf 3 mittel Tennisball zu öffnen ist? Eigentlich doch nur einige Wenige, welche diese „Sicherheitslücke" vielleicht zufällig entdeckt hatten. Nach dem diese Öffnungsmöglichkeit des Autos durch die Medien gegangen war, gab es sicher den Einen oder die Andere, welche verschieden motiviert ausprobieren wollten, ob es auch wirklich funktioniert.
Und war es nicht gestern, als in der MZ zu lesen war, dass Sachsen-Anhalt wieder einmal Spitze ist und zwar in der Verbrechensstatistik! Die Kriminalitätsrate also in diesem Land höher als in anderen Bundesländern. Das Böse ist eben immer und überall, wobei die Medien ihm Hilfreich zur Seite stehen. Wie Menschen allerdings höhere Löhne erkämpfen, einer prekären Beschäftigungssituation entrinnen und solche zivilisatorischen Errungenschaften wie die Hartz Gesetze negiert werden können, erfahren die Menschen aus den einschlägigen Medien allerdings nicht. Aber immerhin, wenn Mensch keinen Ausweg mehr weiß und auf der Suchen nach Möglichkeiten zur Existenzsicherung sind, stehen die Medien helfend zur Seite, greifen jede Gelegenheit auf, publizieren Beispielhafte Alternativen und liefern das erforderliche Wissen zur erfolgreichen Umsetzung. Und machen wir uns doch nichts vor, das ist direkte Wirtschaftsförderung, denn desto größer die eingesetzte Technik, desto gewaltiger der Knall, desto größer der Schaden, selbst wenn er kollateral daher kommt. Zwar wird über die Schäden gejammert, letztlich müssen diese aber beseitigt werden, muss abhanden gekommenes Ersetzt und somit werden durch die Täter noch ganz andere Bedürfnisse befriedigt. Wenn solcherlei Zerstörung allerdings staatlich gefördert daherkommt, wird es im Allgemeinen Krieg genannt! Und gegen die dort entstehenden Zerstörungen sind Tresorraub mittel Radlader, Bagger oder anderem Gerät, sowie die Sprengung von Geldautomaten mittels Gasgemisch geradezu harmlos.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Gedanken zum Tag – Sammelsorium – aus der Vergangenheit - Teil 2. -

14.04.14 – Montag, Wochenbeginn und am Wochenende ist Ostern, also eine kurze Woche. Morgen werde ich etwas früher gehen müssen, habe einen Termin, welcher nicht zu versäumen ist. Jedenfalls, nicht versäumt werden sollte.
Das Wochenende war nicht uninteressant, am Freitag eine Lesung im Festsaal des Quedlinburger Rathauses, Samstagvormittag eine Führung durch Quedlinburg und die Stiftskirche, in Vorbereitung auf eine Nachmittagsveranstaltung zum Thema Religionsgeschichte Mitteldeutschlands. Die Nachmittagsveranstaltung war interessant, gut besucht und es wurde durchaus kontrovers diskutiert. Nach dieser Veranstaltung ging es zum Kaffeetrinken und anschließend weiter diskutiert, allerdings andere Themen, welche bewegten und gegenwärtiges politisches Sein auf den verschiedensten Ebenen spiegelten. So spielten die aktuellen Entwicklungen in Venezuela genauso eine Rolle, wie die in der Ukraine.
Wenn ich heute die Zeitung aufschlage, wird von letzteren berichtet und es ist zu erfahren, dass die ukrainische „Regierung“ gewaltsam gegen „prorussische Separatisten“ im Osten des Landes vorgeht, wobei es Tote und Verletzte gegeben hat. Die Wortwahl in den Medien der Hofberichterstattung ist bezeichnend und zeigt in wessen Interesse geschrieben wird. Anders wie im Internet, oder auch in der Jungen Welt, ist allerdings nicht über die Hatz auf Andersdenkende, vor allem Kommunisten in der Ukraine zu erfahren und das nicht überwiegend im Osten des Landes. Dabei ist die Haltung vieler Menschen im Osten der Ukraine durchaus verständliche, im Westen des Landes, in den Jahren nach der orangenen „Revolution“ in Annährung an den Westen seiner Industrie beraubt, formierten sich faschistische Gruppierungen, welche ihren Einfluss in den gegenwärtigen Kiewer Machtpoker weiter ausprägen und die Politik entscheidend mitbestimmen. Diese Gruppierungen hatten vor dem Machtwechsel schon kundgetan was sie vorhaben. Neben der Annäherung an die EU und Ukrainisch als einzige Amtssprache im Land, wurden weitere Ziele ausgemacht, zu den betroffenen Zielgruppen gehören Russen und Menschen deren Religion und/oder Überzeugungen den Faschisten nicht passen. Wie nach der Machtübernahme der deutschen Faschisten 1933, werden als erstes die konsequentesten politischen Gegner verfolgt, das waren damals wie heute die Kommunisten. Dem Kommunisten folgten viele Sozialdemokraten und humanistisch orientierte bürgerliche Kräfte. Die Vorgänge in der Ukraine sprechen für sich, wobei die Sprache in den Medien hierzulande viel verrät. Dass die jetzige Regierung in Kiew mittels Putsch an die Macht gekommen ist, spielt keine Rolle, ganz im Gegenteil, die Gegner der Putschisten werden unter anderem als Separatisten verunglimpft. Der Volksentscheid auf der Krim wird verurteilt und als anzuzweifeln gebrandmarkt, die Putschregierung aber ohne Wenn und Aber anerkannt.  
Auch regional gibt es das eine und andere in der Zeitung zu lesen, so dass sich der Bürgermeister von Thale für den Erhalt der Grundschule in Friedrichsbrunn ausspricht. Ob das allerdings ehrlich und ernst gemeint ist, oder nur dem Kommunalwahlkampf geschuldet, ist schwerlich zu sagen, immerhin gehört er der Partei an, welche im Landtag die entsprechenden Beschlüsse gefällt hat. Ist durchaus interessant, wie Parteien im Wahlkampf zur eigenen Opposition mutieren. In diesem Zusammenhang ist bezeichnend, dass er ein Gesetz anspricht, welches es in Sachsen gibt, aber nicht in Sachsen-Anhalt. Zu lesen …
15.04.14 - Heute ist wieder etwas zur Grundschulschließung zu lesen, speziell zum Standort Friedrichsbrunn und der Landrat bekräftigt, dass am Schulentwicklungsplan festgehalten wird. Ja der Schulentwicklungsplan, eher wohl ein Schulabwicklungsplan, es wird geplant und andererseits gejammert das immer mehr Menschen der Region den Rücken kehren. Die Perspektive für Kinder in diesem Land wird immer schlechter, da stellt die Harzregion keine Ausnahme da. Gejammert wird, dass es heute Ausbildungsplätze gibt, für welche sich entweder kein Lehrling interessiert, die Voraussetzungen von jungen Menschen nicht erfüllt werden, oder einfach nicht genügend Schulabgänger vorhanden sind. Die Situation wird sich in Zukunft nicht verbessern, letztlich sind die Geburtenzahlen nicht gerade gestiegen. Das allerdings das Bildungssystem die Voraussetzungen schaffen muss, das für zukünftige Anforderungen im Berufsleben genügend geeignete junge Menschen zur Verfügung stehen und das Bildung als ein gesamtgesellschaftliches Problem zu sehen ist, scheinen die Verantwortungsträger nicht zu verstehen.      
17.04.14 – Im Mai finden in Sachsen-Anhalt Kommunalwahlen statt. Parteien, Bürgerbewegungen und –initiativen stellen ihre Kandidaten auf und ziehen in den Wahlkampf. Wohl der Partei, welche ein kräftiges Zugpferd hat, das in der Lage ist, den ansonsten schwachen Karren zu ziehen. Eigentlich sollten Scheinkandidaturen ausgeschlossen werden und so wurde die Unvereinbarkeit von Amt und Mandat festgelegt. Dem Kandidaten obliegt die Entscheidung, ob er das Amt behält oder die Wahl annimmt. Diese Entscheidung kann im Nachhinein aber auch noch korrigiert werden. So heute der MZ auf Seite 7, Quedlinburger Harz Bote zu entnehmen. Im Beitrag geht es um die Kandidatur des Bürgermeisters von Thale, welcher allerdings schon im Vorfeld erklärt, dass er das Mandat nicht annehmen wird, sondern Bürgermeister bleibt. Begründet wird dieses allerdings scheinheilig mit einer Bestätigung der eigenen Person, an deren Habitus in letzter Zeit etwas gekratzt wurde, ins besondere im Zusammenhang mit dem Gewerbe/Industriegebiet in Warnstedt und des damit verbundenen Vorwurfs des Subventionsbetruges, welcher allerdings jüngst von einem Gericht negiert wurde. Eigentlich geht es aber weniger um Selbstbestätigung, sondern darum um möglichst viele Stimmen für die eigene Partei zu holen und dadurch die Abgeordnetenzahl selbiger im zukünftigen Stadtrat möglichst hoch zu halten. Jede Stimme zählt, egal für wen sie abgegeben wurde, andere Kandidaten können davon profitieren. Zwar spielen die Stimmen der einzelnen Kandidaten eine Rolle, aber mit entsprechendem Zugpferd können auch Kandidaten der Partei in den Stadtrat einziehen, welche nur wenige Stimmen auf sich vereinen konnten.  Daran wird oft nicht gedacht, wenn die Stimme abgegeben wird. Vernünftig wäre, wenn Kandidaten, wie der Bürgermeister von Thale, keine Stimme erhalten würden, da sie ohnehin nicht in den Rat zu wählen sind, oder wenn sie gewählt wurden ihr Mandat nicht antreten. Eher sollten sich auf jene Kandidaten konzentriert werden, welche auch in den Rat der Stadt einziehen wollen und dort ihre Arbeit leisten. Luftnummern sind nicht notwendig und sollten vermieden werden.  Ehrlicher als der Bürgermeister von Thale ist da schon der von Querfurt, er sagt direkt worum es ihm geht, nämlich um möglichst viele Stimmen für seine Partei und deren Kandidaten.   

Samstag, 31. Mai 2014

Jugendfeier in Braunschweig


Am  26.04.2014 fand die diesjährige Jugendfeier in Braunschweig statt, wir hatten 31 Teilnehmer und über 300 Gäste. Im Jahr 2013 waren es 15 Teilnehmer, nachdem es keine Jugendfeier im Jahr 2012 in Braunschweig gegeben hatte. In Vorbereitung auf die Veranstaltung im letzten Jahr konnten wir die Naturfreundejugend Braunschweig als Partner gewinnen und so an eine über 100järige Tradition der Braunschweiger Freidenker anknüpfen. An der Vorbereitung und Durchführung der diesjährigen Veranstaltung beteiligte sich der Jugendverband des HVD als neuer Partner.
Im Herbst letzten Jahres fand eine Vorbereitungsveranstaltung mit Interessenten und Eltern statt. Weitere Veranstaltungen gab es Ende November, Anfang Januar, im März und Anfang April. Im November, Januar und Anfang April gestalteten wir die Veranstaltungen in Objekten der Naturfreunde im Harz. Es standen am ersten Wochenende Themen wie Homophobie, Diskriminierung, Anderssein, und Courage nicht nur auf dem Plan. Des Weiteren spielten weltliche Jugendfeiern, ihre Ursprünge und Traditionen eine Rolle. Das ganze wurde abgerundet durch Unterhaltung, Spiel und eine Wanderung durch den verschneiten Winterwald. Ja am ersten Wochenende (erster Advent) im Harz lag Schnee, nicht gerade wenig und so war selbst eine Schneeballschlacht möglich.
Am zweiten Wochenende waren die Hauptthemen Philosophie und Ökonomie/Geschichte. Den zweiten Part hatte ich übernommen, somit konnte ich leider an der Philosophieveranstaltung nicht teilnehmen, da die Veranstaltungen parallel liefen. Schade, hätte mich schon interessiert, habe ich mich doch vor vielen Jahren selbst einmal etwas intensiver mit diesem Thema beschäftigt. Zum Kernpunkt der Veranstaltung Geschichte und Ökonomie machte ich den ersten Weltkrieg, dessen Ausbruch vor 100 Jahren, sowie die Ursachen desselben. In die Veranstaltung wurde der Freidenker Nr. 4-13 mit einbezogen. Die meisten Teilnehmer hatten den ersten Weltkrieg in der Schule noch nicht behandelt, ob dieses ein Vorteil oder Nachteil war, kann ich nicht sagen, aber Parallelen in die Gegenwart ziehend, kam in beiden Gruppen eine interessante Diskussion zustande. An dem Wochenende wurde sich weiter auf die Festveranstaltung vorbereite, wobei die Jugendlichen in mehrere Gruppen mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen aufgeteilt waren. Eine Gruppe bereitete kurze Reden vor, eine zweite übte ein Musikstück ein und eine dritte Gruppe arbeitete an einen kurzen Film über die Teilnehmer. Abgerundet wurde das Wochenende durch Spiel und Spaß, Schnee hat leider keiner gelegen und so ist die geplante Rodelpartie ausgefallen.
Die Märzveranstaltung fand in der Gedenkstätte der Salzgitter AG (ehemals Herman Göring Werke) statt, es war eine Tagesveranstaltung, welche zum Hauptthema die Zeit des Faschismus in Deutschland hatte und wo anhand des Lebens von Zwangsarbeitern das Menschenverachtende System des Faschismus und der dahinter stehenden Gruppierungen entlarvt werden konnte. Gerade in der Gegenwart ist es wichtig junge Menschen mit dieser Zeit zu konfrontieren, wobei sich mir der Anschein aufdrängt, das mit der Aufarbeitung dieses Kapitels deutscher Geschichte in Unternehmen in den alten Bundesländern erst in den 1990iger Jahren begonnen wurde. Die Gedenkstädte in Salzgitter wurde nach langem Kampf, wie ich von einem Freidenker aus Salzgitter erfahren konnte, in den 1990iger Jahren erst eingerichtet, also zu einer Zeit, als die Nachkriegsordnung in Deutschland, mit dem Untergang der DDR, erhebliche Veränderungen erfahren hatte. In der DDR wurde mit der Aufarbeitung dieser Geschichte in Betrieben nicht solange gewartet. Wie der bleibende Eindruck der Teilnehmer sein wird, kann ich nicht sagen, aber als wir die Gedenkstädte verlassen haben, waren sie etwas ruhiger als sonst und nachdenklich.
Am letzten Vorbereitungswochenende standen Ablauf und Gestaltung der Feierstunde im Vordergrund. Es wurde an den einzelnen Projekten weitergearbeitet, wobei Ergebnis und Engagement sehr unterschiedlich waren. Während eine Gruppe ihrer Aufgabe in Vorbereitung der Feierstunde nachging, konnten die anderen Gruppen entweder Kistenklettern und Messerwerfen, oder den Umgang mit Feil und Bogen üben, wobei sich letzteres besonderer Beliebtheit erfreute.

Atheismus, eine Erbkrankheit?


Auf heise.de findet sich ein Artikel, welcher mit: „Sterben die Atheisten aus?“ überschrieben ist. In der Mailingliste der Freidenker wurde auf diesen Beitrag verwiesen, was mich veranlasste folgenden Kommentar in der Liste zu hinterlassen:
Ist ja nicht uninteressant der Beitrag, wie das Pferd aber auch immer aufgezäumt werden kann, wenn es nach hinten austritt ist ein Treffer schmerzvoll für den Menschen, welcher sich dem Pferde von hinten genähert hat! Wobei das Kummet erst um 1000 nach Europa gekommen ist, in China gab es dieses allerdings schon 500 vor Chr. Also die Araber haben es nicht erfunden, allerdings kam es durch diese nach Europa. Aber erst um 1400 verdrängte das Pferd wegen seiner höheren Rentabilität das Rind als Zugtier, eine Krise in der Landwirtschaft beschleunigte diesen Vorgang. Da mit Hilfe dieser Erfindung das Pferd als Zugtier genutzt werden konnte, was nicht nur das Rind als solches ablöste, sondern auch die Produktivität in der Landwirtschaft steigern half, erhöhte sich die Arbeitsproduktivität nicht unerheblich, allerdings nicht ohne Folgen für die Produzenten. Der im 4 Jahrhundert erfundene Radpflug konnte mittels Kummet und Pferd effizienter gezogen werden, wobei noch eine wesentliche Verbesserung durch die Eisenschar erzielt wurde.
Was hat das aber mit Religion zu tun?

Freitag, 30. Mai 2014

Gedanken zum Tag – Sammelsorium – aus der Vergangenheit - Teil 1. -

Gedanken zum Tag, hatte ich vor einiger Zeit einen Beitrag überschrieben, die Gedanken selbst hatte ich auf einem anderen Computer geschrieben, ausgedruckt und abgetippt, was nicht ohne Mühe ist. Nun habe ich weitere Gedanken speichern können und so bleibt das mühevolle Abtippen erspart. Die Reihenfolge stimmt, wobei die jüngsten Gedanken hier schon veröffentlicht wurden.
14.02.14 – Heute habe ich im Zeitungsgeschäft im Quedlinburger Bahnhof die Zeitung bekommen, nach welcher ich in der Woche vergeblich gesucht hatte. Die Verkäuferin sprach ich wiederholt darauf an und sie versprach heute anzurufen, dass die Zeitung an jedem Tag der Woche zu haben sein wird. Ich werde mich überraschen lassen, vielleicht klappt es ja. Übrigens bin ich vor einigen Jahren jeden Tag nach Halle gefahren und damals konnte ich diese Zeitung täglich an diesem Kiosk kaufen. Schade eigentlich, da es eine Zeitung ist, welche nicht den Medien der Hofberichterstattung und Sensationsdudelei zuzurechnen ist.
Nun ist an mein Ohr gedrungen, dass heute Valentinstag ist, ein Tag der Liebe soll es wohl sein, an dem man seiner Lieben gedenken und beschenken kann. Genaueres weiß ich nicht, in jedem Fall ein Beispiel, wie christliche Heilige zum Zwecke des Konsums vereinnahmt werden. So gräbt die, uns als modern verkaufte, aber den Tatsachen entsprechend rückschrittliche Gesellschaft, manch alten Heiligen wieder aus und instrumentalisiert diesen im Interesse der Kapitalakkumulation. Dabei beschränken sich diese Bemühungen nicht nur auf christliche Geschichte mit ihren Heiligen und Ritualen, sondern alles was geeignet erscheint die Kapitalakkumulation am Laufen zu halten, findet Verwendung. 
17.02.14 – Heute hatte der Zug Verspätung, der Gegenzug ist ganz ausgefallen, hat wohl einen Unfall gegeben, genaueres kann eventuelle der morgigen regionalen Presse entnommen werden. Apropos Presse und deren Erzeugnisse, wie üblich fand ich die von mir gesuchte Zeitung im Zeitschriftengeschäft im Bahnhof nicht, aber auch die von mir ansonsten gewählte Alternative war nicht zu bekommen.
Da ich ab 20. Januar regelmäßig nach Thale fahre, übriges eine relativ trostlose Stadt, muss ich mir in drei Tagen eine neue Monatskarte holen.    
18.02.14 – Heute war ich etwas spät am Zug, so dass ich es nicht mehr geschafft habe am Zeitungsladen vorbei zu schauen. Im Zug habe ich in der Mitteldeutschen Zeitung gelesen und es war ein Artikel, welcher sich mit dem Gewerbegebiet in Warnstedt auseinandersetzte. Dieser Streit dauert nun schon eine ganze Weile und die Wellen sind heftig, so dass die Folgen durchaus sichtbar. Letztlich ist es Bestreben des Bürgermeisters von Thale ein weiteres Industriegebiet zu erschließen. In diesem Fall wieder auf Kosten der Landwirtschaft, obwohl es in Thale durchaus stattliche Industriebrachen gibt.
Überhaupt ist Thale eine Stadt, welche gern über den grünen Klee gelobt wird, gibt es dort doch noch einiges an Industrie, wobei dem Bürgermeister oft Lob für seine Politik zu Teil wird. Bei genauerer Betrachtung betreibt er allerdings einen Ausverkauf der Stadt und von den gepriesenen Industriebetrieben scheint die Stadt selbst auch nicht viel zu haben, das wird Augenscheinlich wenn mehr als nur das Bodethal besucht wird. Die Stadt macht im Allgemeinen einen recht trostlosen Eindruck.

Himmelfahrt, Herrentag, Männertag, Vatertag oder wie auch immer ...

In der Mailingliste der Freidenker, gab es einen kurzen Text zum gestrigen Feiertag, Himmelfahrt, Herrentag, Männertag, Vatertag oder wie auch immer er bezeichnet wird, deuten die verschiedensten Namen auf durchaus unterschiedliche Rituale hin. Heute ist dieser Tag Feiertag und so hat er sich zu einem Familientag entwickelt. In der DDR war dieses einmal anders und so schrieb ich zum Beitrag:
Nun hat sich seit der politischen Wende hierzulande, also im Osten, da wo die Sonne als erstes ihre Strahlen über das Land verteilt, einiges am Ritual verändert, ein Familienfest ist es geworden, da dieser Tag ein Feiertag! Vordem zogen, von der Arbeit frei genommen, Männer, die es wollten sein, mit dem Fahrrad, Pferdewagen, auch ein Handwagen konnte es sein, per Pedes durch die Landschaft mancher Landen, oft sich vom eigenen Verstand, mittels Komatrinken befreiend, ihrem Gott so nah zu sein, waren sie auch zu finden, in Straßengräben, ihren Rausch verschnarchend und nach erwachen, kehrten sie in die nächste Kneipe ein, anschließend ging es heim!
Schöne Feiertagsgrüße

Diesem Text voran, stellte ich folgendes Gedicht:

Mittwoch, 28. Mai 2014

Auf ein Neues! – Gedanken zum Tag –

28.05.14 - Am letzten Wochenende waren Wahlen, in Sachsen-Anhalt wurde nicht nur zum Europaparlament, welches ohnehin nur eine demokratische Institution ohne Bedeutung ist, gewählt, sondern auch in den Kreisen und Kommunen. Trotz anders lautender Verkündigungen, stellen die größte Fraktion die Nichtwähler, in Quedlinburg waren es über 60%, in Halberstadt sollen es sogar über 79% gewesen sein. Im Harzkreis insgesamt blieben ca. 60% der Wahlberechtigten der Wahl fern, also muss es durchaus „Wahlhochburgen“ geben. Dabei sind die Nichtwähler bescheiden, sie feiern ihren Sieg nicht wie es jene Parteien tun, welchen es gelungen ist, in die Parlamente einzuziehen. Am meisten bejubelt wohl die CDU ihren Sieg, von den Abgegebenen Stimmen hat sie einen großen Teil für sich einheimsen können, letztlich repräsentieren diese aber nur eine Minderheit. Das stört im demokratischen Gefüge unserer Zeit allerdings nicht, selbst wenn nur 10 Wähler ihre Stimme abgegeben hätten, würde der Sieger jubeln und seinen Sieg verkünden, egal wie weit sich von oft gepriesener demokratischer Legitimation entfernt wird.
Im Wahlsystem in der DDR, welches oft kritisiert wurde, in welchen Parteien und Organisationen aber einen festen Platz hatten, also garantiert Vertreter in die Parlamente entsenden konnten, war es bestreben möglichst viele Menschen an die Wahlurnen zu bekommen. Das dieses unter Umständen kuriose Formen annahm, sollte über das Grundanliegen allerdings nicht hinwegtäuschen. Auch ohne die verschiedensten Maßnahmen war die Wahlbeteiligung höher, als es sie heute ist. Auf die Auswahl der Kandidaten im Vorfeld der Wahl hatten die Wähler nicht unbedingt mehr Einfluss als es heute der Fall ist.
Aber genug der Wahl der Qual, heute habe ich mir auf dem Bahnhof eine Zeitung gekauft, da die Junge Welt am Kiosk nicht zu haben war, griff ich zum Neues Deutschland. Auf Seite 7 findet sich ein Beitrag, welcher mit „Von keinem Zweifel geplagt" überschrieben ist und daran erinnert, dass Erich Honecker vor 20 Jahren verstorben ist. Im Zusammenhang mit dem Prozess, welcher gegen Erich Honecker geführt wurde und welcher im Artikel Erwähnung findet, werden einige Aussagen Honeckers zitiert. So ist zu lesen: „Honecker selbst waren keine Zweifel an der eigenen wie an der historischen Mission der Arbeiterklasse anzumerken. Der wachsende zeitliche Abstand werde die Bilanz der DDR in anderem Licht erscheinen lassen, sagte er vor Gericht. „Immer mehr >0ssis< werden erkennen, dass die Lebensbedingungen in der DDR sie weniger deformiert haben, als die >Wessis< durch die >soziale< Marktwirtschaft deformiert worden sind." Kranke, so prophezeite Honecker, „werden erkennen, dass sie in dem Gesundheitssystem der DDR trotz technischer Rückstände Patienten und nicht kommerzielle Objekte für das Marketing von Ärzten waren. Künstler werden begreifen, dass die angebliche oder wirkliche DDR-Zensur nicht so kunstfeindliche war wie die Zensur des Marktes. Staatsbürger werden spüren, dass die DDR-Bürokratie plus der Jagd auf knappe Waren nicht so viel Freizeit erforderte, wie die Bürokratie der BRD ... Sie werden erkennen, dass sie im täglichen Leben, insbesondere auf ihrer Arbeitsstelle, in der DDR ein ungleich höheres Maß an Freiheit hatten, als sie es jetzt haben."" Und so im Nachhinein betrachtet und die Erfahrungen der letzten 25 Jahre zugrunde legend, kann festgestellt werden, dass diese Aussagen stimmen, sich bewahrheitet haben.