Zitat:

Es setzt sich nur so viel Wahrheit durch, als wir durchsetzen; der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein. - Bertold Brecht, „Leben des Galilei“

Zitat:

Bedrohlich ist das Volk für die Herrschenden, wenn es ohne Furcht ist.“ -Tacitus (römischer Historiker)

Zitat:

Die Furcht vor Übervölkerung tritt stets in Perioden auf, in denen der bestehende Sozialzustand im Zerfall begriffen ist. August Bebel

Sonntag, 30. November 2014

Freidenker Nr. 3-14 - eine dialektische Geschichtsbetrachtung -

Jüngst wurde gejubelt und getrubelt, Anlas waren die Ereignisse am 09.11.1989 in diesem Land, insbesondere vom Osten ausgehend, also vom Gebiet der damaligen DDR. Staatsakte fanden statt und das Volk wurde in allgemeine Jubelstimmung versetzt, den Fall der Mauer zu feiern, welcher letztlich zur Aufhebung der Spaltung Deutschlands im Ergebnis des zweiten Weltkrieg führte und eine neue deutsche Einheit in Spaltung, unter westlicher Dominanz, installierte. Der Osten des Landes wurde deindustrialisiert, Menschen scharenweise vom Gebiet der ehemaligen DDR vertrieben und die verbliebenen zu Niedriglohnarbeiter disqualifiziert.
Beim Jubelfest war davon allerdings nicht die Rede, da ging es um Freiheit, Demokratie und anderen schwülstig verwendeten Begrifflichkeiten, welche ihrer eigentlichen Inhalte lägst beraubt und gern zur Unterdrückung des eigenen und fremder Völker gebraucht werden. Auch spielte keine Rolle, warum das Land und von wem im Ergebnis des zweiten Weltkrieges gespalten wurde. Letztlich hätte sich auch die Frage aufdrängen müssen, wie demokratisch und freiheitlich zum Beispiel die Gründung der BRD und der ihr vorausgehenden vorbereitenden Akte wie zum Beispiel die Währungsreform von 1948 gewesen ist.

Donnerstag, 13. November 2014

„Für die werbewirksame Manifestation des Elends und den Verkauf unserer Produkte!“

An einem Supermarkt entdeckte ich jüngst ein Plakat, welches sich indirekt für die Manifestierung des Elends ausspricht. Es geht darum, Einrichtungen wie die Tafeln zu unterstützen und nebenbei Werbung für das eigene Unternehmen und dessen Billigmarke zu machen. Mit „SOZIALER VERANTWORTUNG“ ist eine Tafel auf der Tafel für die Tafel überschrieben. Und so wird frei dem Motto, Brot und Spiele agiert, wobei es im speziellen Fall ums Brot geht, Fußballweltmeisterschaft zum Beispiel war gestern, andere sportliche Ereignisse sind nicht nur sporadisch präsent, sondern permanent. Die Ursachen warum Menschen gezwungen sind Angebote der Tafeln zu nutzen spielen keine Rolle, es sind die Almosen welche zählen!
Auf dem Plakat hätte ehrlicherweise stehen können, „Für die werbewirksame Manifestation des Elends und den Verkauf unserer Produkte!“ Neu ist dieses Beispiel für propagierten Kampf gegen die Symptome des Elends hierzulande allerdings nicht. Hat auch etwas mit Herrschaftssprache zu tun, mit dem Ziel negativen Folgen kapitalistischen Wirtschaftens wenigstens einen positiven Anstrich zu geben. Da kann es schon vorkommen, das zunehmende Bedürftigkeit als Erfolg verkauft wird, weil Tafeln funktionieren und Suppenküchen wachsenden Zuspruch erfahren. Also Wachstum wohin man schaut?
Und wo es Wachstum gibt, gibt es auch Geschäft, werden neue Geschäftsfelder erschlossen, neue Einnahmequellen generiert, die Almosenindustrie läuft auf Hochtouren, ihre Triebkraft ist zunehmendes Elend, wachsende Armut. Auf dem Plakat wird aufgerufen Spendentüten zu erwerben und damit etwas Gutes zu tun, eventuell sein Gewissen zu beruhigen? Nur wem wird in erster Linie etwas Gutes getan? Den Kunden der Tafeln, welche diese Tüten erhalten und sich an den enthaltenen Produkten laben können, oder dem Unternehmen, welches seine Lager geräumt bekommt und dank hilfsbereiter Kundschaft Umsätze generiert?

Mittwoch, 12. November 2014

Ehrenamt, es wird gebraucht, aber es wird auch missbraucht ...

Berufliches Sein, Arbeit, abhängige Beschäftigung, der Zwang seine Arbeitskraft verkaufen zu müssen nehmen verschiedene Formen an, aber es gibt auch noch das Ehrenamt! Eigentlich eine gemeinnützige Einrichtung, von gemeinnützigen Vereinen getragen und aus dem gesellschaftlichen Sein heutzutage nicht wegzudenken. Von Ehrenamt leistenden werden Aufgaben übernommen, welche zwar notwendig sind, nur für den Kapitalverwertungsprozess nicht tauglich. Aber auch die sogenannte öffentliche Hand zieht sich aus vielen Bereichen gesellschaftlichen Seins zurück, mit der Maßgabe sparen zu müssen. So ist es Bestreben entstehende Lücken zu schließen, in der Regel mit Ehrenamtlichen, was in diesem Zusammenhang eigentlich nur bedeutet, das diese Menschen nicht für Geld arbeiten gehen, sondern für die Ehre! Da Mensch nun aber nicht von der Ehre leben kann, sondern auch Essen und Wohnen muss, in unseren klimatischen Breiten sich auch kleiden, gibt es für manch Ehrenamt eine Aufwandsentschädigung. Diese allein kann die Existenz nicht sichern, allein ist sie oft eine kärgliche Zugabe zu staatlich gewährten Almosen wie sie mit Hartz IV zum Beispiel verbunden sind. Das es unter Umständen vorkommt, das ehrenamtliche Tätigkeit die verschiedensten Blüten treibt, ist einem Beitrag im Internet zu entnehmen, zu welchem ich folgenden Kommentar hinterlassen wollte: